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Die Frau des Bambusschneiders, eine ältere Frau, die bescheiden mit ihrem Mann lebt, entdeckt ein strahlendes Kind in einem leuchtenden Bambushalm – ein Kind, das sie als ihr eigenes annehmen. Zuvor kinderlos und in Armut lebend, widmet sie sich hingebungsvoll der Pflege des Findelkindes Kaguya-hime mit grenzenloser Zuneigung und deutet das plötzliche Erscheinen des Mädchens als himmlischen Segen. Sie begleitet Kaguya durch ihre erstaunliche Verwandlung vom daumengroßen Säugling zur ätherischen jungen Frau und schützt sie wachsam vor Verehrern, die von ihrer übernatürlichen Schönheit angezogen werden. Obwohl sie sich der Autorität ihres Mannes unterordnet, verkörpert sie beständige mütterliche Fürsorge und verbindet Pflichtbewusstsein mit stiller Intuition.

Als Bambusstängel auf wundersame Weise Gold hervorbringen, unterstützt sie die Ambitionen ihres Mannes, Kaguya einen Platz im Adel zu sichern, zieht in die Hauptstadt und übernimmt aristokratische Bräuche. Doch still sorgt sie sich über Kaguyas wachsende Verzweiflung und spendet Trost, auch wenn sie ohnmächtig bleibt, die Kluft zwischen menschlichem Verständnis und himmlischer Wahrheit zu überbrücken. Als himmlische Boten herabsteigen, um Kaguya zurückzuholen, steht sie an der Seite ihres Mannes, ihr Schmerz spiegelt den seinen wider, als ihre Tochter zum Mond zurückkehrt. Von Verlust überwältigt, erkrankt sie und verstirbt schließlich – ihre letzten Momente geprägt von Hingabe und untröstlicher Sehnsucht. Ihre Geschichte bleibt in den Folgen der Trennung präsent, ihr Dasein für immer überschattet von der Abwesenheit des Kindes, das sie liebte.

Ihre Darstellung, die in allen Nacherzählungen konsistent bleibt, verankert sich in ihrer Rolle als Nährende und Zeugin – eine Figur des Mitgefühls, gefangen zwischen irdischen Bindungen und der Unausweichlichkeit göttlicher Bestimmung.
Titel
Bamboo Cutter's Wife
Besetzung
  • Kornelia Bojedatabase_lang_german