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Ariwara no Narihira ist eine große, schlanke Gestalt mit dunkelbraunen Augen und braunem Haar, das über die Ohren reicht und üblicherweise zu einem Haarknoten gebunden ist. Seine Kleidung besteht aus traditionellen Hofgewändern wie Sokutai oder Kariginu, die seinen Status als Höfling der Heian-Zeit unterstreichen.

Nach außen hin verkörpert er Ruhe, Höflichkeit und elegante Fassung – die ideale Fassade eines Hofmannes –, doch verbirgt sich dahinter eine ungewöhnlich tiefgründige und komplexe Innenwelt. Als bekannter Frauenheld nutzt er häufig Gedichte, um Frauen zu verführen, und zeigt dabei eine ungezügelte Selbstgefälligkeit in Liebesaffären. Zu seinen wichtigsten Beziehungen zählen Affären mit Yasuko, der Oberpriesterin des Ise-Schreins, der Dichterin Ono no Komachi und Fujiwara no Takaiko, einer Gemahlin von Kaiser Seiwa. Sein gescheiterter Versuch, mit Takaiko durchzubrennen, verändert seinen Lebensweg grundlegend. Sein Verhältnis zu seinem älteren Halbbruder Ariwara no Yukihira ist angespannt; er weist Yukihiras Versuche zurück, ihm dessen Werte aufzuzwingen, und erklärt, dass sie unterschiedliche Wege zum Glück verfolgen. Später wird er zum Mentor von Kaiser Yōzei, Takaikos Sohn, dem er gegenüber Unsicherheit über ihre gemeinsame Zukunft äußert, sich aber dennoch verpflichtet, ihn zu führen.

Sein dichterisches Erbe bildet einen Kernaspekt seiner Identität. Seine emotional vielschichtigen Gedichte sind von Mehrdeutigkeit und Tiefe geprägt; eines davon findet sich in der Anthologie *Hyakunin Isshu* (Nr. 17). Sein Dichterkollege Ki no Tsurayuki kritisiert seinen Stil als von überwältigenden Emotionen geprägt, die durch Worte nur unzureichend vermittelt werden, und vergleicht ihn mit „einer verwelkten Blüte, die einen nachhallenden Duft bewahrt“. Seine Gedichte dienen oft als verdeckter emotionaler Ausdruck, insbesondere im Zusammenhang mit verbotenen Beziehungen, wie sein Tatsuta-Fluss-Gedicht, das Leidenschaft symbolisiert.

Seine Charakterentwicklung dreht sich um romantische Verstrickungen und deren Folgen. Die Affäre mit Takaiko löst seine Abreise aus der Hauptstadt aus, die in einigen Berichten als Exil interpretiert wird. In späteren Jahren beobachtet er Takaikos Leben aus der Ferne, nachdem sie zur kaiserlichen Gemahlin aufgestiegen ist, und verkörpert Resignation, während er trotz seiner Desillusionierung an der poetischen Ausdrucksweise festhält. Er schließt Freundschaften mit anderen Dichtern wie Fun'ya no Yasuhide und Ono no Komachi, mit denen er gemeinsamen Aktivitäten wie Mondbetrachtung und gemeinsamen Reisen nachgeht, was soziale Verbindungen jenseits romantischer Beziehungen offenbart.
Titel
Ariwara No Narihira
Besetzung
  • Junichi Suwabedatabase_lang_japanese