Anime-Übersicht: Gegege no Kitarō
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Tofu-Kozō ist ein Yōkai, der als kindliche Gestalt mit kurzem schwarzem Haar dargestellt wird, stets die Zunge herausstreckt und typischerweise in einem traditionellen Kimono mit einem breitkrempigen Strohhut gekleidet ist, was der Kleidung von Tofu-Händlern der Edo-Zeit entspricht. Er wird immer mit einem Tablett voller Tofu gezeigt, oft einschließlich einer speziellen Variante namens *Momiji-Dōfu*, die ein gepresstes Ahornblattmuster aufweist.

Seinen Ursprung hat Tofu-Kozō in der Edo-Zeit Japans, speziell in der Anei-Ära (1772–1781), und ist nicht in alten Volkserzählungen oder vor-Edo-Kaidan-Geschichten verwurzelt. Er entstand als ein deutlich urbaner Yōkai-Charakter und erlangte Popularität durch Kibyōshi-Bilderbücher, Spielzeug und Werbung. Frühe Darstellungen betonten einen überdimensionalen Kopf oder gelegentlich ein einzelnes Auge, doch diese Merkmale entwickelten sich bis zur späten Edo-Zeit zu einem konventionelleren kindlichen Aussehen. Seine Entstehung wird theoretisch auf kommerzielle Einflüsse zurückgeführt – möglicherweise als Werbefigur für Tofu-Läden – oder als Produkt von Edo-zeitlichen Geschichtenspielen wie Hyakumonogatari Kaidankai. Trotz Ähnlichkeiten mit dem älteren Yōkai Hitotsume-Kozō werden sie von Forschern allgemein als separate Wesen betrachtet, auch wenn sich ihre Legenden in modernen Interpretationen gelegentlich vermischen.

In den *GeGeGe no Kitarō*-Adaptionen behält Tofu-Kozō eine konsistente Persönlichkeit: freundlich, ängstlich und konfliktscheu. Er übernimmt oft Hintergrund- oder unterstützende Rollen, steht aber in mehreren Episoden im Mittelpunkt der Handlung. Im Anime von 1985 (Episode 106, „Tofu-Kozō und Yamagami“) tritt er neben dem Yōkai Yama-no-Kami auf. Der Anime von 2007 zeigt ihn in episodischen Cameos und Ending-Animationen, wobei Episode 34 („Yōkai Yokochōs Höllenfahrt“) seine reflexartige Fähigkeit demonstriert, menschliche Angriffe auszuweichen und Kugeln mit der Zunge zu stoppen – obwohl die Zunge in früheren Überlieferungen als Schwachstelle gilt.

Der Anime von 2018 erweitert seine Rolle. Er erscheint flüchtig in Episode 1, für die Protagonistin Mana sichtbar, bevor er verschwindet. In Episode 23 („Die Geheimgeschichte des Yōkai-Apartments“) bittet er Sunakake-Babaa um Hilfe bei der Wohnungssuche. Episode 35 zeigt ihn bei Versammlungen von Yōkai, die Bedrohungen für ihren Wald besprechen. Seine bedeutendste Rolle spielt er in Episode 61 („Tofu-Kozōs Schimmelpilz-Pandemie“), wo er Kana, einer Pop-Idol mit Depressionen, emotionalen Beistand leistet – was seine mitfühlende Seite trotz seiner typisch passiven Natur hervorhebt.

Zu seinen Fähigkeiten gehören reflexartiges Ausweichen und Kugelfangen sowie kurze Verschwindeakte. Sein markantes Tofu-Tablett dient sowohl als charakteristisches Accessoire als auch als erzählerisches Element. In folkloristischen Erzählungen kann der Verzehr seines Tofus tödlichen Schimmelbefall verursachen – ein Merkmal, das erst in Shōwa-zeitlichen Kindergeschichten hinzugefügt wurde, nicht in originalen Edo-Erzählungen. Dieser Schimmel kann sich über Pollen verbreiten und andere infizieren. Mangalore etabliert zudem den Tofu selbst als seine Schwachstelle; ein Schlag darauf kann ihn vernichten.

Legenden beschreiben Tofu-Kozō als einen dienenden Yōkai, der oft von stärkeren Wesen schikaniert wird und mit niederen Aufgaben betraut ist. Er erscheint typischerweise während Regenschauern in der Nähe von Bambushainen und bietet Passanten Tofu an – eine Geste, die freundliche Folklore mit modernen Horror-Elementen verbindet. Im heutigen Japan nutzen Therapeuten seine unterwürfige Darstellung in der Anti-Mobbing-Bildung. Seine anhaltende kulturelle Präsenz zeigt sich durch eine Bronzestatue auf der Mizuki-Shigeru-Straße in Sakaiminato.
Titel
Tofu-Kozou
Besetzung
  • Daisuke Sakaguchidatabase_lang_japanese