Anime-Übersicht: Earwig and the Witch
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Mandrake schneidet eine rätselhafte Silhouette, sein groß gewachsener, schlaksiger Rahmen gleitet durch Türrahmen oder faltet sich unbeholfen in menschengerechte Räume. Dicke runde Linsen verhüllen seine Augen, während verlängerte Ohren – oft fälschlich als Hörner gedeutet – sich scharf zuspitzen. Wenn er provoziert wird, verzerrt sich seine Gestalt: Schuppen wellen sich über seine Haut, Klauen ersetzen Finger, und Rauchschwaden ringeln sich von seiner Silhouette, während Augen mit knisternder Energie entflammen. Einst trug er violettes Haar bis zur Taille während seiner Rockstar-Tage, nun hat er es braun und kurz geschnitten, behält aber eine Vorliebe für blumengemusterte violette Roben über knusprig weißen Hemden.

Ehemaliger Pianist der aufgelösten Band Earwig, wandte er sich nach der Trennung dem Romanschreiben zu und erntete beißende Kritiken. Seine Dynamik mit Ex-Bandkollegin Bella Yaga bleibt in gegenseitigem Zynismus gehüllt, weder Verbündete noch offene Widersacher. Obwohl er zur Abgeschiedenheit und scharfzüngigen Antworten neigt, widersetzt er sich leise seiner mürrischen Fassade, indem er der Waise Earwig seltene Gesten der Empathie zeigt – ein Kontrast zu den anderen in ihrem unheimlichen Haushalt.

In seinem Reich übt er gewaltige Autorität aus, verschließt Türen magisch und beschwört fledermausähnliche Dämonen als Vollstrecker. Wut entfesselt katastrophale Verwandlungen, die zertrümmerte Räume hinterlassen. Doch verräterische kleine Handlungen zeigen weichere Tiefen: Er duldet Earwigs schlaue Pläne, verleiht widerwillig Spitznamen und anerkennt stillschweigend ihren Einfluss auf ihr makaberes Zuhause. Eine angedeutete vergangene Verbindung zu Earwigs Mutter – verwurzelt in gemeinsamer Musikalischer Vergangenheit – schwelt unter seiner stacheligen Oberfläche, ungelöst doch spürbar.

Sein Bogen beschreibt einen zerklüfteten Weg von distanzierter Gleichgültigkeit zu widerwilliger Vormundschaft. Anfangs weist er die Waise als Lästigkeit zurück, duldet widerwillig ihre Streiche, um dann subtil ihren Aufstieg in der seltsamen Hierarchie des Haushalts zu unterstützen. Musik durchzieht seine Magie – ein halb erforschter Leitfaden, der seine verlassene Bühnenpersönlichkeit widerhallt. Am Ende der Geschichte gibt er Earwigs Drängen nach Unabhängigkeit nach, sein strenges Schweigen gesteht ein stillschweigendes Anerkennen ihrer zusammengewürfelten Verwandtschaft ein.
Titel
Mandrágora
Besetzung
  • Jose Luis Orozcodatabase_lang_spanish