Anime-Übersicht: A Ghost Story
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Hoichi, ein blinder Biwa-Hōshi-Minstrel, lebte im Amidaji-Tempel nahe der historischen Stätte der Schlacht von Dan-no-ura in Akamagaseki. Er beherrschte „Die Geschichte der Heike“, und seine Rezitationen über die Niederlage des Heike-Clans und den Tod von Kaiser Antoku waren für ihre emotionale Kraft berühmt – man sagte, sie könnten sogar übernatürliche Wesen zu Tränen rühren. Obwohl er in Armut lebte, gewährte ihm der Tempelpriester Unterkunft im Austausch für seine Darbietungen.

Eines Sommerabends, als Hoichi allein im Tempel war, begegnete er einem strengen Samurai, der ihm befahl, für einen inkognito reisenden Lord zu spielen. Durch Pflichtbewusstsein und seine Blindheit gebunden, folgte Hoichi dem Diener zu einem scheinbar aristokratischen Anwesen, gefüllt mit Höflingen. Leidenschaftlich trug er den Abschnitt über die Schlacht von Dan-no-ura vor und löste tiefe Trauer aus. Der Samurai befahl ihm, sechs Nächte lang unter Geheimhaltung zurückzukehren.

Nach wiederholten nächtlichen Abwesenheiten schickte der misstrauische Priester Diener aus, die Hoichi vor Kaiser Antokus Grab auf dem Friedhof von Amidaji fanden, umgeben von geisterhaften Oni-bi-Flammen. Sein Publikum waren die Geister des Heike-Clans, die vor Jahrhunderten in Dan-no-ura umgekommen waren. Der Priester erkannte, dass diese Geister Hoichi für immer beanspruchen wollten, weil er ihr Schicksal so ergreifend vortrug.

Um ihn zu schützen, beschrifteten der Priester und sein Assistent Hoichis gesamten Körper – bis auf seine Ohren – mit heiligen Herz-Sutra-Zeichen, die ihn für Geister unsichtbar machten. Hoichi wurde angewiesen, still und regungslos zu verharren, wenn die Geister zurückkehrten. In jener Nacht nahm der Samurai-Geist nur Hoichis unbeschriftete Ohren wahr und riss sie als Beweis für seinen Herrn ab. Hoichi ertrug die Verstümmelung ohne Klage, wie ihm der Priester geraten hatte.

Später gestand der Priester ein, Hoichis Ohren vernachlässigt zu haben, bestätigte aber, dass die Sutras die Macht der Geister gebrochen hatten. Hoichi überlebte und wurde fortan als „Mimi-nashi Hōichi“ (Ohrenloser Hoichi) bekannt. Von übernatürlicher Qual befreit, erlangte er große Berühmtheit, indem er für lebende Gönner in ganz Japan spielte.

Varianten der Geschichte existieren, wie etwa „Mimikiri Dan’ichi“ aus der Präfektur Tokushima mit dem Protagonisten Dan’ichi, die jedoch die Kernhandlung beibehalten: ein blinder Biwa-Spieler begegnet Heike-Geistern, erhält eine schützende Körperbeschriftung und verliert seine Ohren aufgrund unvollständiger Sutra-Anwendung.
Titel
Houichi
Besetzung
  • Jun Etodatabase_lang_japanese