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Dunkler König Vearn, auch Großer Dämonenkönig genannt, regiert als uralter Dämon seit Jahrtausenden über die Unterwelt. Sein Handeln treibt der tiefe Groll gegen die Götter an, die die Menschheit mit der Oberfläche und dem Sonnenlicht bevorzugten, während Dunklinge wie er in die dunkle, lebensfeindliche Unterwelt verbannt wurden. Dies motiviert seinen Plan, die menschliche Welt zu zerstören, um das Sonnenlicht für die Unterwelt zu beanspruchen und selbst zum wahren Gott aufzusteigen. Um Unsterblichkeit zu erlangen, teilte er vor langer Zeit seinen Körper: Die jugendliche, physisch starke Hälfte froren er mit dem Geheimen Zauberspruch der Gefrorenen Zeit ein, die alternde Hälfte bewohnte er weiter, um magische Kräfte anzuhäufen. Seine jugendliche Hälfte vertraute er dem Monster Myst an, das zu Mystvearn und seinem Wächter wurde.

Seine jahrtausendelange Herrschaft erfuhr nur durch die Rivalität mit Velzar, dem König der Abyss-Drachen, eine Unterbrechung. Nach langem Konflikt schlossen sie einen Waffenstillstand, wobei jeder versuchte, als Erster die Oberwelt zu erobern. Velzar sandte Killvearn als vermeintliches "Friedensgeschenk", doch Vearn durchschaute den Attentatsplan und akzeptierte die Herausforderung. Vor 100 Jahren scheiterte sein Versuch, den Schmied Lon Beruk für seine Dunkle Armee zu gewinnen. Vor 15 Jahren beobachtete er, wie der Held Avan den Dunklen Lord Hadlar besiegte; er erweckte Hadlar mit einem mächtigeren Körper wieder und machte ihn zum Oberbefehlshaber seiner neu gegründeten Dunklen Armee. Später rekrutierte er Baran, den Drachenritter, indem er dessen Hass auf die Menschheit nach der Zerstörung von Alkeed nutzte.

Als Anführer der Dunklen Armee agiert Vearn als strategischer Schachmeister, der Untergebene und Feinde wie Figuren manipuliert. Er verfolgt eine Drei-Chancen-Politik gegenüber Verbündeten wie Hadlar: Er belohnt Leistungen, verzeiht Fehler bei fortgesetzter Nützlichkeit und bestraft Verrat oder wiederholtes Versagen gnadenlos. Diese scheinbare Großzügigkeit ist rein pragmatisch; er sieht Verbündete als Werkzeuge und opfert sie bedenkenlos, beispielsweise durch die in Hadlar implantierte Schwarze Kerns, die er zur Vernichtung von Kontinenten zündet. Trotz seiner Verachtung für die "Schwäche" der Menschen erkennt er deren Bedrohungspotenzial an, besonders nach Hadlars Niederlage, und geht nie leichtsinnig mit Gegnern um.

Sein Aussehen durchläuft mehrere Phasen: Anfangs erscheint er nur als Silhouette hinter einem Schleier, später als gebrechlicher, alter Mann mit langer weißer Mähne, spitzem Bart, drei Augen – das dritte, das Souveräne Auge, ist Quelle seiner Magie – und Dämonenhörnern, bekleidet mit weißer Robe, Krone und Schulterpanzer. Nach der Wiedervereinigung mit seiner jugendlichen Hälfte wird er zu einem muskulösen Riesen mit silbernem Haar, geraden Hörnern und schlichterem, ornamentiertem Kampfanzug. In seiner stärksten Form, dem "Souveränen Oberherrn", opfert er sein Souveränes Auge für eine irreversible Verwandlung: ein gigantisches, panzerartiges Monstrum mit felsiger Haut und Strahlungswaffen, das seine ursprünglichen Fähigkeiten durch rohe Gewalt ersetzt.

Magisch zählt Vearn zu den mächtigsten Zauberern. Er beherrscht elementare Angriffe wie "Kaiser Phoenix" – einen überladenen Kafrizz-Zauber in Vogelform –, wirkt Zauber sofort ohne Wiederaufladezeit und setzt "Bounce" ein, um Magie verlustfrei zu reflektieren. Sein "Stab der Gefräßigkeit" wandelt Magie in physische Kraft um, zersplittert selbst Orichalkum, schwächt ihn aber durch kontinuierlichen Mana-Verlust. Nach der Wiedervereinigung kombiniert er magische und körperliche Stärke zu Techniken wie "Phönix-Flügel" – eine konternde Parierbewegung – oder "Verhängnis-Ende" – ein zerstörerischer Handkantenschlag. Die ultimative Defensivtechnik "Tenchi Mato" ("Dämonische Himmel-Erde-Haltung") erlaubt das gleichzeitige Blocken von bis zu drei Angriffen, hinterlässt jedoch eine kurze Verwundbarkeit. Sein Souveränes Auge kann Gegner in Juwelen einsperren oder Monster evolutionieren lassen. Als Dunkling besitzt er drei überlebenswichtige Herzen mit hoher Regenerationsfähigkeit.

Persönlich vereint Vearn scheinbare Höflichkeit und Geduld mit sadistischer Freude an Grausamkeit und Verzweiflung. Er ist ein überzeugter Sozialdarwinist, der "Macht schafft Recht" als Naturgesetz verteidigt und menschliche Werte wie Hoffnung als Illusionen der Schwachen verachtet. Dennoch respektiert er Stärke und Willenskraft unabhängig von der Rasse, wie in seiner Bewunderung für den ehemaligen Menschen Hyunckel oder seinen Widersacher Avan. Seine Kontrolle bröckelt erst, als sein Zerstörungsplan scheitert: Gomechan aktiviert den kollektiven Willen der Menschheit zur Verteidigung, und Dai vereint beide Drachenabzeichen, um Vearn im "Souveränen Oberherrn"-Zustand endgültig zu besiegen. Sein lebloser Körper treibt daraufhin in Richtung Sonne – eine ironische Erfüllung seines Traums, sie zu erreichen.

In Spin-offs wie "Dragon Quest Tact" oder "Dragon Quest of the Stars" erscheint er als Endgegner oder spielbarer Charakter mit charakteristischen Fähigkeiten wie "Kaiser Phoenix" oder Auto-Wiederbelebung. Die Handlung der Prequel-Serie "Yūsha Avan to Gokuen no Maō" konzentriert sich auf Avans frühere Abenteuer.
Titel
Dunkler König Vearn
Besetzung
  • Josef Vossenkuhldatabase_lang_german