Anime-Übersicht: The Heike Story
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Taira no Shigemori, der älteste Sohn des Taira-Clanführers Kiyomori, steht als zentrale, aber zwiespältige Figur in der Erzählung. Im Kontrast zum Temperament seines Vaters verkörpert er ruhige Entschlossenheit und balanciert Verantwortung mit moralischem Konflikt, wodurch er zur mäßigenden Stimme des Clans wird. Seine verschiedenfarbigen Augen, die ihm die Fähigkeit verleihen, die Geister der Toten zu sehen, verbinden die Welt der Lebenden mit dem Übernatürlichen und schärfen sein Bewusstsein für die gewalttätigen Exzesse der Taira und deren drohende Konsequenzen.

Als Erbe des aufstrebenden Taira-Clans schwankt Shigemori zwischen Loyalität zu seinem Vater und seinem Unbehagen gegenüber den autoritären Methoden des Clans. Zerrissen zwischen kaiserlicher Pflicht und familiärer Bindung treibt ihn sein verzweifelter Ausspruch – „Bin ich loyal, kann ich nicht kindlich sein; bin ich kindlich, kann ich nicht loyal sein“ – dazu, Kiyomoris Impulsivität zu dämpfen, etwa indem er die Schlägertruppe auflöst, die einen Regenten angriff, oder seinen Sohn Sukemori entsendet, um die Beleidigung von Hofadeligen zu sühnen.

Vater von Koremori, Sukemori, Kiyotsune und Arimori erlebt Shigemori den tragischen Niedergang des Clans durch Koremoris monastisches Leben und Ertrinken. Verzweifelt versucht er, den Zusammenbruch abzuwenden, indem er Gebete in Auftrag gibt, buddhistische Tempel beschenkt und Gold an Klöster der Song-Dynastie sendet, um karmisches Verdienst anzuhäufen.

Eine entscheidende Begegnung mit Biwa, einer Seherin, die den Untergang der Taira voraussieht, veranlasst Shigemori, sie aufzunehmen, um das Schicksal zu ändern. Doch ihre Weigerung, den Mördern ihres Vaters zu helfen, zementiert seine Rolle als visionärer Mahner, der die Katastrophe voraussieht, sie aber nicht aufhalten kann.

Sein Tod, verbunden mit einer Krankheit nach einem Wirbelsturm in Kyoto – historisch auf giftige Dämpfe zurückgeführt – markiert die Destabilisierung des Clans. Posthum als „Laternenminister“ bekannt, weil er einen Tempel mit achtundvierzig Laternen errichtete, die die Gelübde des Amida-Buddha symbolisieren, verkörpert sein Erbe frommen Buddhismus und die Suche nach Erlösung.

Durch seine Nachkommenschaft, die über seinen Enkel Chikazane weiterlebt – später von Oda Nobunaga als Ahnherr beansprucht – verwebt Shigemoris Geschichte Themen der Vergänglichkeit und moralischen Zerrissenheit und zeigt ihn als mitfühlenden Führer, gefangen im unaufhaltsamen Verfall der Macht.
Titel
Taira no Shigemori
Besetzung
  • John Gremilliondatabase_lang_english
  • Takahiro Sakuraidatabase_lang_japanese