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Suzu Urano stammt aus Eba, einem Küstenbezirk von Hiroshima, wo ihre Familie Algen erntet. Als Kind zeigt sie künstlerische Begabung und lebhafte Fantasie, skizziert Alltagsszenen und spinnt märchenhafte Geschichten – wie die, in der sie ihren tyrannischen Bruder in einen Oger verwandelt. Ihre Jugend spielt sich zwischen alltäglichen Pflichten und der Schule im Japan der Vorkriegszeit der 1930er Jahre ab.

Mit achtzehn nimmt sie einen arrangierten Heiratsantrag von Shusaku Hojo an, einem Marineangestellten in Kure, der sich daran erinnert, sie Jahre zuvor getroffen zu haben. In der geschäftigen Hafenstadt der Kaiserlich Japanischen Marine angekommen, navigiert sie unbekannte familiäre Spannungen – sie kümmert sich um ihre gehbehinderte Schwiegermutter San und gerät mit ihrer kriegswitwigen Schwägerin Keiko aneinander. Als der Zweite Weltkrieg eskalert, kämpft Suzu mit Rationierungen, sammelt Wildgemüse und beteiligt sich an zivilen Verteidigungsmaßnahmen wie Lebensmittelverteilung und Luftschutzübungen. Ihr künstlerischer Blick verwandelt gelegentlich die Härten des Krieges, wenn sie Flak-Explosionen als lebendige Sternenfontänen sieht.

Wichtige Bindungen entstehen: Sie freundet sich mit Rin an, einer Kurtisane aus Shusakus Vergangenheit, und trifft ihren Kindheitsfreund Tetsu Mizuhara wieder, der nun Matrose ist. Ein entscheidendes Trauma trifft sie, als eine nicht explodierte Bombe während eines Luftangriffs in der Nähe von Suzu und ihrer Nichte Harumi detoniert – Harumi stirbt, und Suzus dominante rechte Hand wird abgerissen. Dieser Verlust stürzt sie in eine Depression, die durch Keikos Vorwürfe, sie sei am Tod des Kindes schuld, noch verstärkt wird. Kurz darauf sieht sie am 6. August 1945 den fernen Blitz und die Pilzwolke der Atombombe über Hiroshima. Später erfährt sie, dass ihre Eltern und ihr Bruder dort ums Leben kamen, während ihre jüngere Schwester Sumi mit Strahlenkrankheit überlebt.

Nach der Kapitulation kämpft Suzu mit Verzweiflung über die Sinnlosigkeit des Krieges, bevor sie in die Ruinen Hiroshimas zurückkehrt. Dort offenbart Shusaku eine neue Anstellung, und sie adoptieren ein Waisenmädchen, das sie in den Trümmern finden. In der Folge setzt Suzu sich langsam mit ihrem Trauma auseinander, bringt dem Kind Nähtechniken bei und findet neuen Lebenssinn, indem sie diese neue Familiengemeinschaft in Kure aufbaut. Ihre Reise verkörpert Anpassung inmitten tiefgreifender persönlicher und historischer Brüche und gipfelt in stiller Resilienz während des Wiederaufbaus.
Titel
Suzu
Besetzung
  • Nondatabase_lang_japanese