entry_text
Der Phönix erhebt sich als unsterbliche Vogelwesenheit, die in das Gewebe der Realität eingewoben ist, metamorphische Kräfte besitzt und an den ewigen Tanz des Lebens mit dem Tod gebunden ist. Als kosmischer Agent der Wiedergeburt birgt sein Blut die Wiederherstellung der Erde und ewiges Leben. Seine ständig wechselnde Erscheinung oszilliert zwischen Schrecken und Frieden: im Kampf nimmt er drachenartige Schuppen, windende Tentakel oder sternenübersäte Kugeln an, doch bei telepathischen Begegnungen strahlt er die Eleganz eines Pfaus aus.

Dieser kosmische Richter prüft den moralischen Charakter und stellt Godo sowie andere durch Prüfungen der Absicht auf die Probe. Gejagt von Regimen, die nach Herrschaft durch gestohlene Unsterblichkeit streben, schlägt er zurück, indem er Kriegsschiffe verdampft und die Gier der Eindringlinge auf die Probe stellt. Während Godos Reise beobachtet er dessen Kämpfe – Mitgefühl im Widerstreit mit der Pflicht, seine Bindung zur Androidin Olga vertieft sich – bis zu einem entscheidenden Bruch: Der Phönix vernichtet Olga und reißt Godo aus seiner Verleugnung, sodass er seine verborgene Liebe erkennt. Diese reine Hingabe entzieht der Wesenheit ihre Kraft und zwingt sie, Olga wiederzuerwecken, im Austausch für Godos Hingabe.

Indem er sterbliche Verletzlichkeit annimmt, verschmilzt der Phönix mit Olgas wiederbelebtem Körper, um menschliches Empfinden zu kosten, und verwischt so Göttlichkeit und Fleisch. Als die Erde dem Untergang nahe ist, versucht er Godo mit der Aussicht auf ewige Wacht über die Wiedergeburt des Planeten zu verführen. Godo lehnt ab und opfert seine Existenz, um die Erneuerung zu beschleunigen – eine Selbstlosigkeit, die der Phönix ehrt, indem er das Erwachen der Erde entfacht. Zum Abschied verwandelt er Godo in ein wimmerndes Kind und Olga in lebendiges Fleisch und verewigt so den Kreislauf der Wiedergeburt in ihren Formen.

Über die Zeitalter hinweg verwebt der Phönix Opfer mit Symbiose und erzwingt so das fragile Gleichgewicht der Natur. Er richtet und verwandelt, fordert Demut statt Hybris und verknüpft den gebrochenen Geist der Menschheit mit dem zähen Puls der Biosphäre.
Titel
Phoenix
Besetzung
  • Monika Gabrieldatabase_lang_german
  • Paloma Escoladatabase_lang_spanish
  • Keiko Takeshitadatabase_lang_japanese