Anime-Übersicht: Gegege no Kitarō (1971)
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Nezumi-Otoko, ein 300 Jahre alter Hybrid aus menschlicher und yōkai-Abstammung, trägt ein nagetierähnliches Antlitz mit vorstehenden Hasenzähnen, drahtigen Barthaaren und einem Schopf ungepflegten Haares. Sein schmutzbedeckter Körper, übersät mit Ringelflechte und Krusten, unterstreicht seine berüchtigte Weigerung zu baden – eine Behauptung, die durch gelegentliche dokumentierte Waschungen widerlegt wird. Seine abstoßenden Eigenschaften dienen zugleich als Waffen: übler Atem, der Gegner überwältigt, und explosive Blähungen, die ihm kurzen Flugantrieb verleihen. In einen zerlumpten braunen Umhang über einem Lendenschurz gekleidet, fungiert seine widerliche Hygiene sowohl als komödiantisches Stilmittel als auch als defensiver Schutzschild.

Seine unklaren Ursprünge machen ihn entweder zu einem menschlichen Kind, das auf einer von Ratten dominierten Insel ausgesetzt wurde, oder zu einem Bewohner eines liminalen Reichs, wo „Nezumi-Otoko“ eine Spezies bezeichnet, nicht ein Individuum. Sein wahrer Name, Pekepeke – Tolai für „Fäkalien“ – spiegelt den makaberen Humor seines Schöpfers Shigeru Mizuki wider. Obwohl selten zu sehen, umfasst seine Verwandtschaft die Schwester Nezumi-Onna und den Neffen Nezumi-Neko, deren Auftritte an flüchtige Erzählstränge gebunden sind.

Ein selbsternannter Absolvent der „Abteilung für Schmutz“ der Bizarren Universität mit einem Doktortitel in „Faulheitsforschung“, lebt er von Gier, organisiert Betrug, Diebstahl und opportunistischen Verrat. Seine Loyalität schwankt mit Machtverschiebungen, doch hält er an einer angespannten Kameradschaft mit Kitarō fest, die er durch Imitationen und betrügerische Dienstleistungen ausnutzt, oft vereitelt durch Kitarōs Eingreifen. Momente echter Solidarität tauchen auf, wie etwa Wanyūdōs Zorn zu trotzen, um Kitarō zu retten, doch sein Eigeninteresse kehrt stets zurück.

Feige aber listig, schlüpft er in Rollen – Detektiv, Politiker, Alchemist –, um seine gewinnorientierten Pläne voranzutreiben, und nutzt moderne Gadgets neben einem antiken Rolls-Royce-Leichenwagen. Seine Nagetiernatur schürt eine Rivalität mit der katzenartigen Yōkai Neko-Musume, während sein Paria-Status sein Geschick verbirgt, sich selbst bei Yōkai-Versammlungen als selbsternannter Kommentator einzubringen, zwischen den Rollen des Außenseiters und des sozialen Provokateurs balancierend.

Adaptionen schwanken zwischen Leichtigkeit und Pathos: der 1971er Anime zeigt untypische Trauer über Kitarōs vermeintlichen Tod, während spätere Handlungsstränge seine Isolation durch kurzlebige Reformen erkunden, wie ehrliche Arbeit, um ein angebliches Geschwister zu unterstützen, bevor er in Betrug zurückfällt. Mizukis autobiografische Erzählungen und *Showa: A History of Japan* präsentieren ihn als Linse für Gesellschaftskritik, die Themen wie Armut und Widerstandsfähigkeit aus den eigenen Kämpfen des Autors spiegelt.

Jenseits der Fiktion manifestiert sich sein Vermächtnis in Statuen, Merchandise und einem Zug namens „Nezumi-Otoko“ am Bahnhof Yonago. Als moralisch ambivalente Gegenfigur zu Kitarōs Altruismus verkörpert er den Konflikt zwischen persönlichem Gewinn und kollektiver Pflicht und festigt seine Rolle als dauerhafter erzählerischer Drehpunkt.
Titel
Nezumi otoko
Besetzung
  • Chikao Ohtsukadatabase_lang_japanese