Fanfic: Der Einsteiger 08 - Teil 4
Kapitel: Der Einsteiger 08 - Teil 4
<br />
#############################################################################
<br />
<br />
Jeremy war im Garten und saß auf einem der Teichsteine. Nachdenklich
<br />
betrachtete er sein Spiegelbild im Wasser. ^Ich hätte nicht so übertreiben
<br />
sollen. Das ich Nabiki verwandelt habe war vielleicht etwas heftig. Jetzt
<br />
habe ich es mir mit den Tendo´s ziemlich verdorben.^
<br />
Er sah den Fischen im Wasser zu. Einer der Karpfen sprang heraus und
<br />
platschte nach einem Überschlag wieder zurück. ^Was tue ich eigentlich hier?
<br />
Ich bin mitten im Comic und streite mich mit einer Zeichentrickfigur. Ich
<br />
sollte zu Hause sein und den Anime sehen anstatt selber mitzuspielen.^
<br />
<br />
Schritte hinter ihm hinderten ihn daran, weiter im Selbstmitleid zu
<br />
versinken. Ohne sich umzudrehen wußte er, das es Akane sein mußte. Jeremy
<br />
rührte sich nicht, und Akane blieb eine Weile stumm hinter ihm stehen.
<br />
<br />
Nachdem keine Reaktion kam wandte er sich doch um und sah Akane an. "Was
<br />
ist? Willst du mich nicht zusammenschlagen und ins Wasser schmeißen, nach dem
<br />
was ich mit Nabiki gemacht habe?" Er fragte das in einem neutralem Ton,
<br />
ohne irgendwie sarkastisch zu sein.
<br />
<br />
Akane blinzelte und schaute ihn verwirrt an. "Warum sollte ich das tun?"
<br />
<br />
Jeremy: "Das wäre so die Reaktion, die ich jetzt von dir erwartet hätte."
<br />
<br />
Akane: "Vielleicht sollte ich das tun, aber ich glaube ich verstehe dich.
<br />
Auch wenn ich es übertrieben finde was du mit Oneechan gemacht hast,
<br />
aber es ist ja nicht permanent."
<br />
<br />
Nun war es an Jeremy überrascht zu sein. "Du ... verstehst mich?"
<br />
<br />
Akane: "Ich mag es selber nicht das sie Bilder von mir verkauft, schon gar
<br />
nicht an Kuno, und das was sie von dir hat rumgehen lassen ist
<br />
etwas heftig."
<br />
<br />
Jeremy: (rümpft die Nase)"Das kann man wohl sagen. (sieht Akane fragend an)
<br />
Weswegen bist du mir eigentlich nachgekommen? Nur um mir das zu
<br />
sagen?"
<br />
<br />
Akane: "Nein. Kasumi hat mir gesagt ich soll nach dir schauen, und dich
<br />
später zu ihr schicken. Ich denke, du kannst jetzt gehen."
<br />
<br />
Jeremy stand auf, streckte sich und ging zur Terrasse. Bevor er im Haus
<br />
verschwinden konnte fragte ihn Akane "Sag mal, wie hast du es eigentlich
<br />
geschafft Nabiki zu verwandeln? Färbt dein Fluch ab?"
<br />
<br />
Jeremy: "Instand-Nanniichuan. Ein wenig Pulver in Wasser auflösen, und alles
<br />
was damit in Berührung kommt wird zum Jungen. Oder, in meinem Fall,
<br />
hebt es den Fluch für eine Zeit lang auf."
<br />
<br />
Akane nickte, und Jeremy ging in die Küche. Er war ganz froh das Soun
<br />
nirgendwo zu sehen war, Nabiki´s Vater war sicherlich nicht gut auf ihn zu
<br />
sprechen.
<br />
<br />
Kasumi saß am Küchentisch und sah auf als er den Raum betrat. Wortlos setzte
<br />
er sich ihr gegenüber.
<br />
<br />
Kasumi: "Nabiki ist in ihrem Zimmer. Sie hat sich schnell von dem Schreck
<br />
wieder erholt."
<br />
<br />
Jeremy schwieg.
<br />
<br />
Kasumi: "Hast du schonmal daran gedacht das Nabiki dich nicht aus Bosheit
<br />
fotografiert hat?"
<br />
<br />
Jeremy: (bissig)"Ja. Aus Bosheit sicher nicht, sie handelt rationell und läßt
<br />
sich nicht von Gefühlen leiten. Aber aus Gier."
<br />
<br />
Kasumi sah ihn tadelnd an. "Du tust meiner Schwester unrecht." Sie seufzte
<br />
und lehnte sich zurück. "Für dich muß sie wahrscheinlich so wirken. Ich will
<br />
versuchen dir ihren Standpunkt besser zu erklären.
<br />
Weißt du, Nabiki war sieben als unsere Mutter starb. Ich denke, du kannst
<br />
nachempfinden wie sowas ist, besonders wenn man noch so jung ist."
<br />
<br />
Jeremy fragte sich wovon Kasumi sprach, bis ihm wieder einfiel das er erzählt
<br />
hatte das seine Eltern ebenfalls vor einiger Zeit umgekommen waren. Er
<br />
dachte an seine Familie, und sein trauriger Gesichtsausdruck war nicht nur
<br />
gespielt.
<br />
<br />
Kasumi: "Der Tod verändert die Menschen. Vater kann seit dem sehr emotional
<br />
werden, und er hat aufgehört im Dojo Schüler zu trainieren. Akane war
<br />
die Einzige, die zu ihm vorgedrungen ist. Sie war zu klein um
<br />
wirklich zu verstehen was passiert war, und die Beiden haben sich
<br />
gegenseitig abgelenkt. Seitdem ist Akane Martial Artist, bis vor
<br />
gut einem Jahr waren Vater uns sie regelmäßig im Dojo.
<br />
Ich selber habe als die Älteste die Verantwortung für den Haushalt
<br />
übernommen, und wie du siehst bin ich mittlerweile zu einer Art
<br />
Mutterersatz geworden. Es war hart gewesen am Anfang, aber mit der
<br />
Zeit habe ich mich dran gewöhnt.
<br />
Wir alle hatten etwas worauf wir uns konzentrieren konnten. Ich auf
<br />
das Haus, Akane auf den Sport, und Vater auf Akane. Nur Nabiki war
<br />
alleine. Im Nachhinein sehe ich, das ich mich mehr um sie hätte
<br />
kümmern sollen, aber wir waren alle in Trauer. Und so hat sie sich
<br />
in einer Schale verkrochen, ihre Gefühle abgeschaltet und niemand
<br />
mehr an sich herangelassen.
<br />
Oder wie du sagen würdest, sie ist kühl und berechnend geworden."
<br />
<br />
Jeremy: "Ich verstehe. Ich bin auch nicht sauer auf sie weil sie
<br />
rücksichtslos auf den Gefühlen anderer herumtrampelt. Wenn ich das
<br />
wäre, dann würde ich auf einen Großteil der Menschen die ich kenne
<br />
wütend sein müssen.
<br />
Aber das sie versucht aus mir Kapital zu schlagen, mich ohne zu
<br />
fragen ablichtet, und dann auch noch so tut als wenn es mich nicht
<br />
stöhren dürfte. Das sie versucht den Fluch allen zu zeigen, aus Rache
<br />
weil ich nicht nach ihren Regeln spiele. Das ist es was mich
<br />
stört."
<br />
<br />
Kasumi: "Ich verstehe dich sogar. ich bin selber nicht sehr angetan von dem
<br />
Verhalten meiner Schwester. Aber du mußt auch versuchen sie zu
<br />
verstehen.
<br />
Sie hat mir erzählt wie du die Schüler davon überzeugt hast, nicht
<br />
mehr Bilder von dir als Mädchen zu kaufen. Das ist verständlich, aber
<br />
du warst nicht ihr einziges Opfer, wenn ich das mal so sagen
<br />
darf. Fakt ist, das sie nun fast keine Fotos mehr in der Schule
<br />
verkauft."
<br />
<br />
Jeremy: "Du klingst fast so als würdest sie in ihren Geschäften auch noch
<br />
unterstützen."
<br />
<br />
Kasumi: "In gewisser Weise tue ich das auch. Jeremy, hast du dich schonmal
<br />
gefragt wie wir uns finanzieren? Weder Vater noch ich arbeiten, das
<br />
Dojo wird seit Jahren nicht mehr benutzt, und Nabiki und Akane gehen
<br />
noch zur Schule. Trotzdem leben wir in einem großen Haus, und wir
<br />
leben nicht einmal schlecht hier. Woher also kommt das Geld?"
<br />
<br />
Jeremy schaute sie ratlos an. Wie fast jeder Ranma-Fan hatte er sich nie
<br />
Gedanken über das Thema gemacht, er hatte es einfach hingenommen. Er zuckte
<br />
mit den Schultern. "Ich muß zugeben, ich weiß es nicht. Aber du kannst mir
<br />
nicht erzählen das Nabiki mit ihren Fotos und ihrem komischen
<br />
Informationsdienst in der Schule für das Einkommen sorgt."
<br />
<br />
Kasumi: "Natürlich nicht. Es waren eher glückliche Zufälle die uns vor dem
<br />
finanziellen Aus bewahrt haben. Als Mutter starb stellte sich heraus,
<br />
das sie eine sehr hohe Lebensversicherung abgeschlossen hatte. Sie
<br />
wußte, das sie früh sterben würde, und mit dem Geld wollte sie für
<br />
uns vorsorgen.
<br />
Natürlich reichte es nicht für lange, aber Vater hatte einiges
<br />
angespart, und für etwa zwei Jahre mußten wir uns kaum Sorgen machen.
<br />
Ich habe dir erzählt das Nabiki sich in sich selber verkrochen hat.
<br />
Eines Tages bekam sie mit, wie Vater und ich uns über unsere Lage
<br />
unterhielten, das das Geld nicht mehr lange reichen würde. Nabiki
<br />
hat angeboten sich darum zu kümmern, und es stellte sich heraus
<br />
das sie ein Talent für solche Dinge besaß.
<br />
Sie hat eine größere Menge Geld in die Börse investiert, und ihr
<br />
Geschäftssinn ließ sie immer die passenden Aktien erwischen. Das
<br />
Gleiche tut sie noch heute, und die Ergebnisse reichen zum leben."
<br />
<br />
Jeremy wollte etwas sagen, aber Kasumi hob die Hand und ließ ihn wieder
<br />
verstummen. "Ich weiß was du fragen willst. Was hat das Ganze nun mit ihren
<br />
Geschäften in der Schule zu tun?. Im Grunde nicht viel. Es ist ein Neben-
<br />
verdienst, ein Zusatzeinkommen mit dem wir uns die kleinen Freuden leisten
<br />
können, für die wir sonst kein Geld hätten.
<br />
Aber seitdem du, Ranma und Genma auch hier leben wird es enger. Nicht so
<br />
viel als das wir uns sorgen müßten, aber was Nabiki nebenbei verdient wird
<br />
nun nötig. Indem du ihre Geschäfte in der Schule gestoppt hast, hast du auch
<br />
uns geschadet."
<br />
<br />
Jeremy ließ die Worte einsinken und dachte eine Zeit lang darüber nach. Dann
<br />
sah er wieder Kasumi an. "Wenn es um Geld geht, ich könnte euch etwas
<br />
unterstützen. Ich bin nicht grade reich, aber ich habe einiges auf der hohen
<br />
Kante. Eine andere Möglichkeit ist, das wir einfach wieder gehen, schließlich
<br />
müßt ihr uns nicht wegen dieser dummen Ranma-wird-eine-von-euch-Heiraten-
<br />
Geschichte hier wohnen lassen. Ein Wort und wir sind weg, ich kenne einen
<br />
Platz wo wir gut hin könnten."
<br />
<br />
Jeremy hatte zwar noch nicht vorgehabt, jetzt schon Nodoka ins Spiel zu
<br />
bringen, (damit wollte er sich Zeit lassen bis Ranma und Akane sich
<br