Fanfic: Cold Sunshine
Kapitel: Sakura
Ähm ja. Lange lange hats gedauert, doch ich habe jetzt alle Kommentare zusammen, auf die ich gewartet habe und somit habe ich auch mein Versprechen eingelöst und "Cold Sunshine" mit "Sakura" beendet. Bei diesem Kapitel geht es um die Möglichkeit, dass Atem gar nicht erst stirbt und wie es dann hätte ausgehen können. Es will mir nicht so recht gefallen, aber Goku meinte es sei gut, also lade ich es jetzt einfach mal hoch, auf ihre Verantwortung. Wenn es nicht gefällt, dann überarbeite ich es nochmal. Bitte um Kommies (in letzter Zeit ist mein Ego etwas angeknackst, daher könnte ich es echt gut gebrauchen!)
Die Luft war angenehm warm und eine sanfte Briese streichelte das Gras und wirbelte die, im Dunkeln blassblau schimmernden, Blütenblätter der Kirschen, die den Weg mit einem zarten Teppich bedeckten. Der kleine Bach plätscherte ausgelassen und froh. Kleine Schaumkronen bildeten sich an den Steinen, um die er sich, rasch voranstürzend, wand und an den Stufen, die er sich freudig herab warf. Leise sangen die Nachtvögel ein sanftes Schlaflied für all die, die ruhelos umherwanderten, weil der Schlaf sich weigerte sie zu besuchen. Eine kleine Maus kroch unter einem Gebüsch hervor und huschte rasch über die Wiese davon, auf der endlosen Suche nach Nahrung.
Yugi blickte ihr lange und nachdenklich nach. Dann vergrub er die Hände tiefer in den Taschen und lief weiter. Seine Füße wirbelten die Blütenblätter auf, während sein Blick in die Ferne gerichtet war. Sein Herz fühlte sich leer an. Als befände sich darin nichts, als ein unendlich weiter, leerer Raum, dessen Mittelpunkt niemand erreichen konnte.
Er hasste dieses Gefühl und er hasste sich selbst dafür, dass er es empfand. Er sollte glücklich sein, doch er empfand nur Einsamkeit und das war ungerecht. Er hatte seine Freunde, auch wenn diese nicht bei ihm sein konnten und er hatte ihn.
Er konnte Yamis Schritte hinter sich hören, doch aus irgendeinem Grund hielt der Abstand. Er hatte Yugi zwar darum gebeten, mit ihm kommen zu dürfen, doch er lief seit geraumer Zeit nur noch hinter ihm her.Etwas stimmte nicht, oder besser nichts stimmte mehr.
Seit jenem Tag, an dem Yugis altes Leben für immer geendet hatte. Wenig später hatte Bakura ihnen freudestrahlend verkündet, nun da alles vorbei sei, stelle er keine Gefahr für seine Umwelt mehr dar und könne endlich wieder nach Hause zu seiner Familie.
Er war fortgezogen und seitdem hatte Yugi nichts mehr von ihm gehört, obwohl er versprochen hatte sich zu melden.
Ein paar Monate darauf hatte Tea ein Stipendium für eine Tanzschule in NewYork bekommen. Es war schon immer ihr Traum gewesen nach Amerika zu gehen und zu tanzen. Nun würde Yugi sie für mindestens zwei Jahre nicht mehr sehen.
Das Band, das einst zwischen ihm und Yami bestanden hatte, war in dieser Form nicht mehr existent, da sie nun von einander getrennt waren. Das Puzzle, das Gefängnis für Yamis Seele, war zerstört und er hatte nun einen eigenen Körper und Yugi hatte die Fähigkeit seine Gedanken zu spüren verloren. Er selbst hatte sich immer mehr von seinem ehemaligen anderen Ich zurückgezogen, weil er das Gefühl hatte nicht nur sich selbst, sondern insbesondere auch ihn verraten zu haben.
Aprupt blieb er stehen, die Hände in seinen Taschen zu Fäusten geballt, die Augen zusammengekniffen, gegen seine eigenen Gefühle ankämpfend.
„Es reicht!“ Yamis Stimme durchbrach hart die Mauer aus Gedanken, die ihn umgab. „Ich habe lange genug zugesehen. Wir müssen reden.“ Yugi blickte über die Schulter zu ihm zurück. Das Mondlicht ließ seine Haut fahl und porzellanartig erscheinen, doch seine Augen funkelten, dunkel, geheimnissvoll und entschlossen. Er sah wunderschön aus.
Langsam näherte er sich und Yugi blieb stehen, wartete artig darauf, dass er ihn erreichte. „Lass uns dahinten hinsetzen“, schlug Yugi leise vor. Er deutete auf eine Bank, etwas weiter den Weg geradeaus. Yami nickte und folgte ihm.
Yugi ließ sich fallen und sah den Größeren erwartungsvoll an. „Was ist es, warum willst du mit mir reden?“ Er wusste es genau, denn obwohl er seine Gedanken nicht mehr erahnen konnte, so kannte er Yami doch immernoch gut.
„Du beginnst dich zu verändern Yugi. Du bist stiller, nachdenklicher und unglücklicher. Ich vermisse dein Lächeln und den Mut, den du mir immer gegeben hast. Ich habe das Gefühl dich zu verliern.“
Innerlich musste Yugi lächeln. Egal was er vorgab zu sein, Yami sah noch immer durch ihn hindurch die Wahrheit. Er überlegte sich schon ihn anzulügen. Zu behaupten alles sei in Ordnung und er bildete sich das alles nur ein, doch nun war die Zeit gekommen. Er konnte ihn jetzt nicht anlügen.
„Du hast recht. Es ist nicht leicht für mich im Moment. Etwas geht zu Ende, oder nein, es ist bereits vorbei und mir fällt es nicht leicht loszulassen. Es gibt Fehler, die ich bedauere und Worte, die ich zurück nehmen möchte, doch es ist zu spät für all das, doch etwas in mir möchte das nicht aktzeptieren.“
Yami nickte und Yugi wusste, dass er ihn wirklich verstanden hatte.
Es hatte ihm gefehlt. Diese Nähe zu Yami, hatte ihm gefehlt. Er hatte geglaubt es verloren zu haben, doch Yami war noch immer hier.
„Ja, ich verstehe was du meinst.“ Seine Stimme war so beruhigend und sanft. Sie wärmte Yugis Herz ein wenig auf und ein Teil der Einsamkeit schwand, während er Yami zuhören konnte. „Ich kenne das Gefühl, denn wie für dich ist auch für mich diese Zeit zu Ende und auch ich habe Probleme damit mich nun zurecht zu finden. Aber ich kenne dich Yugi und ich weiß wie stark du bist und ich weiß, dass du alles schaffen kannst, wenn du nur an dich glaubst.“
Yugi musste unwillkürlich lächeln. Das hatte er früher auch immer gesagt. Yugi solle an sich selbst glauben. „Für dich ist es jetzt an der Zeit zu entscheiden, wie deine Zukunft verlaufen soll“, flüsterte Yami leise und bedächtig, „du musst jetzt einen Weg wählen, den du gehen wirst.“
Er spürte, wie Yami den Arm um seine Schulter legte. Alles fühlte sich wieder so vertraut an, alls schien wie früher. Zumindest zwischen ihnen beiden.
Yugi legte den Kopf an seine Schulter und schmiegte sich an ihn.
„Ich weiß noch nicht welchen Weg ich gehen werde, aber bitte Yami. Geh mit mir.“