Fanfic: Ein tripp in die Altewelt
Kapitel: Der tripp ins Mittelalter....
Kagome seufzte. Die Schule war wieder einmal beendet, doch war der Unterricht eine einzige Tortur gewesen. Sie hatte bereits so oft gefehlt, dass sie sich fragte, wie sie den Anschluss überhaupt noch wiederfinden sollte. Naja, zum Glück waren jetzt erstmal Ferien.
Als sie endlich wieder zu Hause ankam, hatte sie sich kaum ihrer Schuhe entledigt, als Souta schon ganz aufgeregt auf sie zugelaufen kam. "Kagome! Da bist du ja endlich! Schnell, komm mit!" Damit ergriff ihr jüngerer Bruder das Mädchen an der Hand und zog sie hinter sich her. Kagome war völlig irritiert. "Souta! Was ist denn los? Zieh doch nicht so!"
Sie wollte ihm soeben eine kräftige Standpauke halten, als Souta die Schiebetür zum Wohnzimmer öffnete. Die Person, die Kagome jetzt in dem Zimmer sitzen sah, drehte sich lächelnd zu ihr um. "Hallo, Cousinchen!"
"Kimie! Ist das schön, dich zu sehen!" Kagome ließ Souta Souta sein und fiel ihrer Cousine überglücklich in die Arme. Die beiden hatten sich schon so lange nicht mehr gesehen.
"Ist das toll, dass du uns besuchen kommst! Aber habe ich dir nicht schon immer gesagt, du sollst mich nicht 'Cousinchen' nennen? Nur weil du älter bist.", meinte Kagome und zog eine Augenbraue hoch. Kimie lachte und klopfte ihr auf die Schulter. "Ach, jetzt sei doch nicht so! Nachdem wir uns fast drei Jahre nicht mehr gesehen haben. Wie ich sehe, scheint es dir ja sehr gut zu gehen. Wenn ich daran denke, was du in letzter Zeit alles für Krankheiten hattest."
Kagome stutzte. "Wie jetzt?"
"Dein Großvater hat es mir erzählt.", meinte Kimie und deutete auf den alten Mann, der gerade einen Tee trank. Kagome warf ihm einen reichlich geknirschten Blick zu. "Opa..." Sie wollte lieber nicht wissen, was er sich diesmal für eine Krankheit hat einfallen lassen.
"Das arme Kind ist noch immer nicht vollständig genesen. Sie muss sehr auf sich aufpassen.", sagte ihr Großvater mit mitleidigem Unterton und Kagome wäre am liebsten in die Luft gegangen. "Opa! Mir geht's blendend!"
Plötzlich ertönte ein erfreutes Bellen hinter Kagome. Als sie sich überrascht umwandte, stand ein Hund mit schwarzem Fell vor ihr. Seine Ohren mit ihren weißen Spitzen wahren aufmerksam nach vorne gerichtet.
Kagome stutzte. "Kimie, ist das etwa...?"
Kimie nickte lächelnd und sofort umarmte Kagome den Hund erfreut. "Ich glaub's nicht! Inuki! (Ja, der Name ist abgeguckt, aber ich finde ihn eben toll! ^^')" Sie streichelte den Hund über dem Kopf. Inuki schien ebenfalls sehr erfreut darüber zu sein, Kagome zu sehen.
"Als ich ihn vor drei Jahren das letzte Mal sah, war er noch ein Welpe und du hattest ihn gerade erst zu dir genommen, Kimie." Kagome stand wieder auf. "Aber sag mal, wie lange bleibst du denn?"
"Willst mich wohl wieder los werden, was?", fragte Kimie gespielt beleidigt und lachte. "Also, ich dachte da ursprünglich so an etwa einen Monat."
"Aber natürlich kannst du auch gerne länger bleiben, wenn du das möchtest, Kimie.", meinte Kagomes Mutter lächelnd.
Kagome war glücklich. Endlich sah sie ihre Cousine mal wieder. Die beiden hatten zwar oft Telefonkontakt gehabt, doch lebten beide in verschiedenen Städten Japans und von daher bot sich eher selten die Gelegenheit, sich zu sehen. Aber gab es jetzt dennoch ein Problem: Sollte Kagome Kimie von Inu Yasha und den anderen erzählen? Ihre restliche Familie hatte dies wohl geheim gehalten, doch wie sollte sie das tun können? Vielleicht würde sie für diesen einen Monat dann mit ihren Ausflügen ins Mittelalter etwas kürzer treten müssen. Doch darüber musste sie noch mit den anderen sprechen.
Allmählich wurde es Abend.
Kagome und Kimie hatten die ersten zwei Stunden ihres Wiedersehens damit zugebracht, über alles mögliche zu reden. Kagome unterbrach das Gespräch mit der Aussage, sie müsse noch einmal kurz weg und eine Besorgung machen.
Vom Gästezimmer aus hatte Kimie den Blick frei auf den Hof. Auf ihrem Bett lag eine längliche Tasche. Kimie trainierte von klein auf Kendo und besaß auch ein echtes Schwert, welches sie in jener Tasche aufbewahrte. Sie konnte es ja wohl schlecht nur so mit sich rumtragen, wenn sie auf der Straße war.
"Vielleicht trainiere ich noch ein wenig.", meinte Kimie zu sich selbst. Ein paar Übungen auf dem Hof würden ja wohl nicht schaden. Als sie gerade ihre Tasche an sich genommen hatte, fiel ihr Blick noch einmal aus dem Fenster. Sie stutzte. "Hm? Das ist doch Kagome. Wo geht sie denn hin?"
Inuki, der auf dem Boden gelegen hatte, horchte auf. Er stand auf und legte seine Vorderpfoten auf das Fensterbrett, so dass auch er hinausschauen konnte. Kimie verfolgte währenddessen weiterhin Kagome mit ihrem Blick.
"Der Schrein? Was will sie denn da? Wenn ich mich recht erinnere, dann ist da doch nur dieser alte Brunnen."
Plötzlich sah Kimie, wie Kagome etwas Glänzendes verlor, das auf den Boden fiel. Kagome selbst bemerkte es nicht und setzte unbeirrt ihren Weg zum Brunnen fort. Kimie wollte zuerst das Fenster öffen und ihr nachrufen, doch entschied sie lieber dazu, ihrer Cousine zu folgen. Natürlich begleitete Inuki sie. Auf halbem Weg bemerkte Kimie allerdings, dass sie ihre Tasche bei sich trug, doch wollte sie nicht extra nochmal zurücklaufen und sie ablegen, also nahm sie sie mit.
Auf dem Hof lief Kimie zuerst zu der Stelle, wo das glänzende Objekt liegen musste. Aber sie fand es nicht auf Anhieb, dafür aber Inuki. Er machte sie mit einem kurzen Bellen darauf aufmerksam.
"Gut gemacht, Inuki!", lobte Kimie ihren Hund und hob das glänzende Objekt auf. Es war ziemlich klein.
"Was ist das? Ein Splitter...? Aber wovon?"
Kimies Blick fiel nun auf den kleinen Schrein, in dem sich der Brunnen befand. Sie stand auf und ging darauf zu, doch als sie die Schiebetüren öffnete, war Kagome nicht da.
"Kagome? Wo bist du?"
Das Mädchen ließ unsicher den Blick schweifen. Ihre Cousine war aber nirgends aufzufinden.
"Das ist aber eigenartig. Ich habe sie doch ganz eindeutig hier reingehen sehen."
Kimie war schon der Gedanke gekommen, dass sich Kagome vielleicht im Brunnen versteckt haben könnte, doch diese Idee kam ihr dann doch zu absurd vor. Eigenartigerweise schien Inukis Aufmerksamkeit aber genau diesem Brunnen zu gelten. Auf den Hinterbeinen stehend schaute er in diesen hinein und warf immer wieder einen Blick zu Kimie, als wollte er ihr etwas sagen. Kimie zögerte, trat dann aber doch an den Brunnen heran. Allerdings konnte sie noch nicht einmal den Boden erkennen.
"Kagome?", rief sie, doch es kam keine Antwort zurück. Kurz darauf schüttelte sie den Kopf. "So ein Quatsch! Doch nicht im Brunnen! Das ist doch lächerlich!", sagte sie zu sich selbst. Aber als Inuki einmal laut bellte und dann Anstalten machte, in den Brunnen zu springen, standen Kimie die Haare zu Berge. "Inuki! Bist du von allen guten Geistern verlassen?!" Sie packte ihren Hund, doch dieser zog sie daraufhin mit sich in den Brunnen hinein. Kimie schrie einen Moment entsetzt auf und kniff die Augen zu, doch hatte sie plötzlich das Gefühl, als würde sie nicht fallen, sondern vielmehr schweben. Die Arme noch um ihren Hund geschlungen, öffnete sie zögerlich ihre Augen.
"Aber was...?!"
Kagome hatte ihre Freunde, wie immer, am knochenfressenden Brunnen getroffen und erklärte ihnen kurz die neue Lage.
Sango nickte. "Verstehe. Und weil du nicht weißt, ob du deiner Cousine alles erzählen sollst, musst du für einen Monat aussetzen."
"Ja, aber vielleicht auch für etwas länger. Tut mir wirklich Leid."
"Das muss es nicht, Kagome.", meinte Miroku ruhig und auch Shippo zeigte Verständnis. Nur Inu Yasha wirkte wenig begeistert. "Ein ganzer Monat? Vielleicht aber auch länger? Dann wäre es doch wesentlich einfacher, du erzählst ihr alles, Kagome. Oder hast du kein Vertrauen zu ihr?"
Kagome schüttelte den Kopf. "Nein, das ist es nicht. Aber ich will Kimie nicht in diese Sache mit reinziehen."
"IIIIEEEEK!!!" Dieser plötzliche Schrei von Shippo ließ alle erschrocken aufhorchen.
"Shippo, was ist mit dir?", fragte Kagome besorgt, als der kleine Kitsune, der bis eben noch auf dem Rand des Brunnens saß, in die Arme des Mädchens sprang. "Irgendetwas hat nach meinem Schwanz gegriffen!", erklärte Shippo noch leicht geschockt und starrte zum Brunnen. Inu Yasha hatte bereits die Hand griffbereit an Tessaiga gelegt, als sich zuerst eine, dann noch eine Hand am Rand des Brunnens festhielt.
"Meine Güte! Was war denn das für ein Schrei?", fragte eine Stimme aus dem Brunnen und kurz darauf zog sich ein Mädchen mit langen Haaren aus diesem hinauf. Kagome schreckte hoch. "Uaaah!! Kimie! Du?!"
Kimie sah auf und sofort wuchs ein großes Fragezeichen über ihrem Kopf heran. "Kagome? Aber was...? Wer...?" Und es wurde noch größer, als Kimie die unbekannten Leute sah, die um Kagome herumstanden, von der Umgebung ganz zu schweigen.
"Was machst du denn hier? Wie bist du überhaupt hierher gekommen?", fragte Kaogme weiter, nun aber nicht mehr so schockiert. Kimie kletterte aus dem Brunnen und erwiderte etwas ratlos: "Wenn ich das wüsste, wäre ich dankbar."
"Wer ist das, Kagome?", fragte Inu Yasha misstrauisch.
"Naja, das ist meine Cousine Kimie, von der ich euch eben erzählt habe."
"Sie ist das?", fragte der Hanyou und zog eine Augenbraue hoch. "Ihr seht euch aber gar nicht ähnlich."
Kimie warf ihm einen skeptischen Blick zu. Wie sollte sie das denn bitte verstehen?
"Eine wirklich nette Begrüßung...", meinte sie ironisch. "Wer seid ihr alle