Fanfic: LOVE AND DARK

Untertitel: Der Schleier eines längst vergessenen Reiches legt sich über die Welt...

Kapitel: Ein längst überfälliges Versprechen

3.Ein längst überfälliges Versprechen

Konzentriert ließ Loretta Balken für Balken hinweg schweben bis sie irgendwann von jeder Kleinigkeit die Nase voll hatte und ausrastete, ein Sturm wütete über der Kirche umher und verursachte nur noch mehr Trümmer und Schaden. Sie schüttelte verzweifelt den schon so schmerzenden Kopf und lehnte ihn auf ihren Händen. Ihre Augen wurden wieder blutig rot und schimmerten schwarz auf. Auf dem Boden sitzend ballte sie ihre Hände bis ihre spitzen schwarzen Fingernägel bluttriefend auf ihren Handflächen verursachten. Die weißen Gravuren auf ihren Fingernägeln begannen neonfarben aufzuleuchten und strahlten heller als die Sonne, ihr ganzer Körper schreckte vor diesem Licht zurück doch sie blieb starr sitzen. Ihre zusammengekniffenen Augen sonderten wieder schwärzliches Blut ab das langsam und bekehrend ihre Wange hinunterlief, bis sie nicht mehr aufhören konnte ihrem Blut nachzusehen das wie Glasperlen auf dem Boden aufklatschte. Zitternd versuchte sie ihren Blick auf ihre fröstelnden Hände abzulenken, deren Fingernägel immer noch schmerzend aufleuchteten. Gegen sich selbst ankämpfend stand Loretta auf und streckte ihre Hände wie von selbst in den Himmel. Ihre Augen verfolgten ihre Hände die sich dem Himmel empor streckten. Tosend schnell ließ sie die Hände auf dem Boden aufprallen von dem nun eine weiße Welle ausging die die Kirche wieder Herzurichten schien. Trotz allem von dieser Macht angewidert riss sich Loretta schmerz verzerrend die Fingernägel aus. Einer nach dem anderen landete auf dem Boden, bis ihre Finger nur noch hautfarben und blutig anzusehen waren. Doch kurz danach, Pechschwarz entstanden sie von neuem, ein unvorhergesehener aber auch unwiderruflicher Heilungsprozess. Am ganzen Körper von ihrem eigenem Blut geschändet verließ Loretta den Vorgarten und entgegnete dem inneren der Kirche mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Sie entdeckte die Fünfzackige Blutbespritzte Sternengravur auf dem Boden vor ihr, die zuvor nicht vorhanden war. Ihre Augen flimmerten in dem Licht das aus den Ritzen des Sargs hervortrat. Ein lautes Pochen schallte in der Kirche wieder. Misstrauisch näherte sich Loretta dem Schrein. Ihr Blutbeflecktes Kleid reinigte sich ihr unbemerkt in dessen Gegenwart. Ihre Fingerspitzen glitten über den silbernen Deckel, bis er plötzlich polternd aufsprang. Das Pochen wurde lauter und dröhnte in Lorettas Kopf bis sie den im Blut schwimmenden Körper sah, der immer noch von einem leichten Herzschlag erschüttert wurde. Loretta bewegte die Lippen, doch es schien als würde der Wind der durch die Kirchentür fegte ihre Worte forttragen. Sie fasste schnell ihre Lippen und sah auf den Boden. Das Blut unter ihr floss geradeaus auf ihre Beine zu. Der Stern bildete einen Bannkreis und wurde mit ihr in der Mitte geschlossen, es war bereits zu spät als Loretta begriff das es Lings verbleibende Bitte war, Er wollte nicht sterben. Ganz verschlungen in dem roten See, hörte Loretta vor ihren Augen ein summen und versetzte ihre Gedanken in die Vergangenheit. Ein kleines Mädchen mit klaren blauen Augen am Dock des Hafens, ihre Haare schwarz und schön, jedoch ungekämmt. Es summte den Klang der Centra. „Loren!“, ein stattlicher Mann stoß vor dem Dock heraus und sah das Mädchen lächelnd an: „Komm schwimmen es ist herrlich!“ Loren schüttelte den Kopf und summte weiter. Ein kleinwüchsiger alter Mann, gekleidet mit einer weißen Robbe und mit Kapuze verdecktem Gesicht näherte sich den beiden: „Kleine wir werden gehen.“ „Loren?“, der vor ihr schwimmende junge Mann rief ihr nach: „Loren!“ Das Mädchen stand vom Dock auf und wendete sich zum mit Robbe bedeckten Mann der sie bekehrend ansah. Summend verließ sie mit ihm den Dock und sah zu wie der Mann im Meer am Dock von den Wellen in die tiefe gezogen wurde. Sie überkam ein leichtes lächeln und flüsterte: „Genieße den stillen Tod…“ Der Mann in der Robbe hob seinen langen Ärmel und bedeckte damit das Mädchen: „Hält dich hier etwas fest?“ „Der Tod“ „Fantastisch…“, beide verschwanden in der Ferne. Verschwommen versuchte Loretta etwas zublicken, als sie wieder die Augen öffnete und sich in der wirklichen Welt befand. Sie war gerade zu ertrunken in Blut und befand sich davon umwoben in einer Art Fluss. Zermürbt, von schmerzen die über ihren zierlichen Körper tobten, konnte sie sich kaum noch am Leben halten. Schwer wie Blei, lösten sich ihre Augenlider von jeglichen Befehlen aus dem Gehirn heraus ab und fielen langsam zu. Sie war wieder benommen, wie in Trance und die Reise und Einsicht in die Vergangenheit nahm kein Ende: „Kleiner Bruder, das Kloster Shereza lehrt nur dunkle Künste! Wende stets dein Antlitz ab von diesem Ort und ignoriere die Gestalten, die dort ihr Unwesen treiben!“, es war die Predigt Altons der seinen Bruder Ling stets zur Besinnung rief. Ling aber konnte nach seinen Lehrstunden nicht aufhören dem kleinen Mädchen das am Kloster Shereza auf und ab lief beim spielen zuzusehen. Er wollte nicht glauben, dass etwas so wunderbar, Freude versprühendes böse sein konnte. „Sündiger!“, schrie Alton auf und zog Ling am Saum heran: „Sieh nicht hin! Sobald Vater seine Einkäufe getan hat und alles von statten ist verschwinden wir!“ Doch Ling war völlig beeinflusst von der Schönheit des edlen Kindes: „Sieh nur ihr Nussbraunes Haar…!“ „Wir werden nie wieder hierher zurückkehren!“, Alton packte Ling am Kragen und zog ihn auf den Karren. „Eines Tages werde ich noch einmal diesen mysteriösen wunderbaren Ort betreten!“, sagte Ling insbesondere zu niemandem. Irgendwann nach Jahren heiratete Alton seine Frau Serena und Lings Vater schickte ihn los sich ein Kloster zu suchen in dem er unterrichtet werden solle. Auf dem Weg zum erwachsenen Mann lernte er Leera kennen, sie war eine wunderschöne junge Frau mit langen braunen Haaren wie er sie vom Kloster Shereza in Erinnerung behielt. Leider hatte sie Armut wie Heu, sodass Ling sich entschloss sich von ihr abzuwenden. Für ihn war die Liebe zu jener Zeit unwichtig, bevor er heiraten sollte würde er als Mönch die Zeit im Kloster verbringen. Zurückgelassen trauerte Leera ihm viele Tränen hinterher. „Wenn sich mich wirklich liebt, wartet sie.“, doch ihm war klar, dass er eigentlich das kleine verlockende Mädchen von damals wollte. Nach einer langen Reise bis zum Kloster wurde er aufgenommen und unterrichtet. Seine Augen suchten stets nach dem kleinen Mädchen, doch vergebens. Irgendwann suchte Ling auf den Korridoren das Mädchen, doch dann überkam es etwas wie ein Schock. Eine schwarze Gestalt mit blutigen Augen schwebte voran, an ihm vorbei. Die kalte Berührung versetzte ihn in Angst und Schrecken. Wer war diese Person? Das Nussbraune Haar war leicht vergessen: Sobald es nachts werden sollte fühlte er sich wie durch einen Zwang bewegt diese Gestalt sehen zu müssen. Für ihn war es wie die Erfüllung seines Lebens, oder auch der Sinn davon. Bald erschien sie ihm nicht mehr und er konnte die Nächte lang nicht schlafen. Als man ihn zum Unterricht der dunklen Künste rief konnte er sich kaum konzentrieren, bald wurden seine Augen blass und verloren an Farbe. Er war zum Sklaven seiner eigenen Errungenschaft geworden. Die Magie war für ihn ein leichtes Spiel und je mehr er lernte um so mehr schien die dunkle von ihm macht ergriffene Person aufzutauchen. Nachts horchte er besessen auf und wartete bis er versunken in Gedanken einschlief. Doch bald geschah es, das er überhaupt nicht schlafen konnte, alles drehte sich nur noch um Magie und Macht und der Hingabe zu dem schwarzen Schatten in der Nacht. Irgendwann reichte es auch nicht mehr aus, den Anblick still zu genießen, bald lief er hinterher und versuchte danach zu greifen und plötzlich war es da, das unsterblich schöne Gesicht einer jungen Frau, jedoch gehüllt in blasser Haut, ihr Körper war wie vollkommen, doch genauso kalt wie leichenblass. „Du hast mich sehr beeindruckt mit deinem Ehrgeiz“, Loretta nahm den besessenen in eine feste, Luftabschneidende Umarmung: „Du bist es würdig als mein Sklave zu dienen.“ „Sklave?“, Ling war enttäuscht, doch verführt zugleich. „Hör mir zu“, ihre Lippen erfüllten Ling mit einem Kuss der Treue: „Ich will dein sein, nur dir gehören. Doch dafür musst du mir dienen. Für immer. Ich will das du für immer an meiner Seite stehst und mir dienst“ „Für immer?“ „Ich schwöre es dir“, Loretta wachte aus ihren Erinnerungen Blutüberströmt auf. „Ich habe es dir geschworen und versprochen!“, das ernste und vom Schweiß überströmte Gesicht nahm wieder sein altes Weiß an: „Dies ist nun mein eigener Verdienst…“ Loretta hob die Hand und winkelte sie kurz an: „Dunkle Schatten, Tefeuls Brunst, gib zurück ihm seine Gunst!“ Die matschige Pampe, verstreut auf dem Boden zerfloss in seinen alten roten Zustand als Blut zurück und bildete einen neuen wohlgeformten Körper. Wie erstarrt röchelte Loretta nach Luft. Es gab nun jemanden von dem sie indirekt das Eigentum darstellte. Für immer?