Fanfic: LOVE AND DARK
Kapitel: Hingabe
4.Hingabe
Der Regen peitschte über dem Boden umher. Arlana griff nach dem Strohgebundenen Korb und füllte ihn mit den Blumen. „Seht nur Herr, welch mildes Gemüt“, Shinzo sah nach draußen. Ankoku schien es wenig zu bekümmern: „Sie ist eine der zarten Blumen, die bereits im Alltag zu verwelken drohen.“ Shinzo überkam Ratlosigkeit und schüttelte sich: „Warum wollt ihr nicht heiraten?“ „Für mich ist Arlana wie eine Krankheit. Unbemerkt wird sie ausbrechen, wenn sie erst einmal ihren Nestplatz in beschlagnahm genommen hat!“, der Donner schien im Unterton von Ankokus Stimme zu Hausen: „Ich habe viel zu lange um Alaine getrauert“ „Aber der Ansicht bin ich doch auch, Herr!“, Shinzo verneigte sich mehrmals, verbittert dreinschauend: „Es macht keinen guten Eindruck, wenn sie eine Geliebte haben mit der sie sich nicht einmal verlobt haben!“ „Was kümmert mich der Eindruck anderer?“, Ankoku biss knirschend die Zähne zusammen: „Arlana will an meiner Seite hausen um die Macht meinerseits zu genießen. Und für mich ist sie nichts weiter als ein Spielzeug, ein Leib an dem ich mich begnüge!“ Die Stimme bebte über den Saal umher: „Arlana ist für mich nichts! Es existiert weder Liebe noch irgendein anderer Grund zur Hochzeit! Wer meinen Lebensstil nicht ertragen kann möge sich bei meinem Henker Persönlich melden! Und jetzt geh, für mehr als einen Hofnarr wirst du auch nicht mehr dienen können!“ „Ihre Augen sind voll Wahnsinn, Herr!“, Shinzo verließ den Saal, tosend und schwermütig. Ankoku brauchte niemanden an seiner Seite, so dachte er, schließlich wäre er alles was man von einem König und Herrscher erwarten sollte. Irgendwann würde er auch den Rest der Planeten beschlagnahmen und Menschen, Centra, sowie alle Wesen außer seines Gleichen vernichten. Ohne seine große Liebe Alaine war sowieso alles nur ein niedriger Zeitvertreib, entgegengesetzt der Unendlichkeit. Durch ihren schlagartigen Tod verlor er seine Güte und gar Herz. Alles schien einen Anfang und ende zu haben, nur sein Leid war ein endloser Filmstreifen. Wie verlockend war doch damals ihr Nussbraunes Haar gewesen, das er im Kloster Shereza erblickt hatte. Als sie ein Kind zeugten und sie es zur Welt brachte, starb sie voller Erschöpfung bei der Geburt in den Wehen. Voll Hass getrieben, nahm sich Ankoku selbst das einzige was seine Frau ihm hinterlassen hatte und schlachtete das Baby bei lebendigem Dasein nieder. Folge waren Unruhen, welche jedoch im bebenden Zorn von Ankoku untergingen. Ein Harfenspiel ertönte aus dem Garten, Arlana stand im Regen und zupfte Liebevoll die Seitenklänge. Die gepflückten Blüten verstreute sie im ganzen Garten um sich her. Es entstand ein blauer Dunst um sie und den Blütenpollen umher, während der Regen weiterplatschend seinen Lauf hinzunehmen schien. Für Momente ließ sich Ankoku von dem bezirzenden Spiel verleiten nach draußen zu gehen. „Gefällt es dir?“, Arlanas kurzes rotes Haar wirbelte bei den Bewegungen in der Luft. „Ja“, Ankoku näherte sich ihr Ruhig und Gutmütig. „Es freut mich“, die Finger bewegten sich unschuldig im Spiel, bis Ankoku schläfrig die Augen schloss und sich auf einen der prunkvollen Sessel niederließ. „Es ist wirklich Schade“, dachte er: „Für einen Moment habe ich gehofft Alaines Gegenwart zu spüren.“ Nun horchte Ankoku nur noch der Musik und folgte der Hingabe für das Sinne berauschende Spiel. Seine Augenlider waren schwer, sodass sie schläfrig zufielen: „Es ist ein langer Traum, unser Leben, alles dies und jenseits wirkt wie zerbrechliches Glas!“