Fanfic: Sol et Scelus

Untertitel: Dämon des Lichts

Kapitel: Mach doch nicht so eine Szene!

Kapitel 6: Mach nicht so eine Szene!
„Halt, hier kommt ihr nicht durch!“ Die Wache am Stadttor starrte sie wütend an und Teiga wich instinktiv zurück. Jake trat sofort vor sie und erklärte: „Wir sind nur einige Reisende, die eine Nacht hier verbringen wollen.“ Sky wandte sich ab. Muss der Typ sich denn immer so aufspielen? Ich hätte das Problem genauso gut lösen können, zwar mit einigen Leichen, aber reingekommen wären wir wohl trotzdem. „Oh, wenn das so ist, ist natürlich alles in Ordnung! Tut mir Leid, aber wir mussten die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen, wegen der ganzen Dämonenangriffe...“ Pah, lachhaft. Wie wollen die sich denn gegen Dämonen verteidigen, wenn die noch nicht mal erkennen, dass ich einer von denen bin? „Schon okay“, sagte Teiga und lächelte freundlich. Warum lächelt die die ganze Zeit, seit dieser Jake dabei ist. Hat sie sich etwa in ihn...? „Komm Teiga, sehen wir uns die Stadt an!“, rief Jake und erwiderte ihr Lächeln. Teiga freute sich und ging ihm hinterher. Was soll denn das jetzt?! Wir sind doch nicht hier, um uns die Stadt anzugucken! Ach, was interessiert es mich überhaupt? Kann mir doch egal sein, was sie macht! .....ist es aber nicht. „Warte, sollten wir nicht zuerst dem König unsere Nachricht überbringen? Du weißt doch, wie wichtig das ist?“ Widerwillig stimmte Teiga ihm zu und ließ Jake am Stadteingang stehen. Sie wollten sich dort hinterher aber wieder treffen. „Musst du mir denn alles verderben? Lass mich doch auch mal meinen Spaß haben“, sagte Teiga genervt. Sky rastete schon wieder aus: „Deinen Spaß haben?! Ist das hier etwa eine Vergnügungsreise? Falls du es nicht bemerkt hast, wir sind hier im Krieg!“ Teiga beachtete ihn gar nicht und ging mies gelaunt zum Königspalast, mit ihren drei Begleitern im Schlepptau (Yuna
war inzwischen wieder aufgewacht). „Hier ist alles gleich groß, woher weiß man, wo der Palast ist?“ fragte Teiga. Ihr Bruder erklärte ihr, dass auf der Insel alles im Kreis um den Palast angeordnet sei und sie einfach nur geradeaus müssten. „Das kriegst du doch hin, oder?“, erkundigte sich Yuna skeptisch. Sie antwortete: „Haha, sehr witzig. Nein im ernst: Ich bin doch die Führerin unserer Gruppe, ihr müsst euch doch auf mich verlassen können!“ Sofort entbrannte ein Streit: „Wer hat dich zur Gruppenführerin gewählt? Nur weil du am längsten dabei bist, sollte lieber jemand Vertrauensvolleres den Job übernehmen...“ Das war Kenji. Yuna schloss sich seiner Meinung an: „Ja, wenn wir alles tun würden, was du sagst, hätten wir uns bestimmt schon tausend mal verlaufen.“ Streitend gingen sie weiter zum Palast, den man nur von den anderen Häusern unterscheiden konnte, wenn man auf solche Kleinigkeiten wie Verziehrungen auf dem Dach oder ähnliches achtete (sprich: alle hatten es erkannt, nur Teiga war wieder dran vorbei gelaufen). Natürlich ließen die Wachen sie mit ihrer „Freunde vom König“ Geschichte nicht rein, also mussten sie die ganze Story erzählen, von wegen Kampf gegen die Dämonen und so. Als sie das beendet hatten, öffnete man ihnen mit Freuden das Tor und so kamen sie tatsächlich bis zum König und Sky erzählte, dass die Dämonen einen Angriff starten wollten. „Und woher hast du davon erfahren?“, fragte der König. Echt nicht auf den Kopf gefallen, dachte Teiga. Wir müssen ihm wohl oder übel sagen, dass er ein Dämon ist.
Aber nachdem der König das erfahren hatte, warf er sie raus und hetzte seine Wachen auf sie. „Okay, das war nichts. Probieren wir das noch mal oder geben wir auf?“, wollte Teiga wissen, als sie die Wachmannschaft abgeschüttelt hatten. Alle vier meinten, dass ein weiteres mal mit dem König zu sprechen, sinnlos war. Aber irgendwas mussten sie tun, denn sie hatten im Dorf der Amazonen einige Zeit verloren und die Dämonen waren sicher schon auf dem direkten Weg hierher.
“Hey, ich hab euch gesucht! Wo wart ihr denn?“, rief Jake, der auf sie zugerannt kam. Sky wurde irgendwie bei seinem Anblick schlecht. Lässt der uns denn nie in Ruhe? „Los, Teiga, hauen wir ab, bevor der uns einholt.“ Teiga blickte ihn verwirrt an: „Warum denn? Ich find ihn nett.“ Jetzt war Sky ernsthaft im Konflikt, wen er nun hassen sollte, Teiga oder Jake. Er entschied sich nach zwei Sekunden für Jake und gerade, als er ihm endlich mal die Meinung sagen wollte, rief jemand irgendwo über ihnen: „Da drüben nähern sich Schiffe, eine riesige Flotte! Oh nein, es sind die Dämonen, sie greifen an!“
„Man hat uns ja rausgeschmissen, aber wollen wir trotzdem kämpfen?“ Teiga lächelte als Antwort: „Hehe, ich hab noch nie gegen so viele gekämpft. Ich frag mich, ob die auf Schiffen wohl besser kämpfen können. Yuna, du willst doch sicher dein neues Schwert ausprobieren? Tja, ich würd` sagen... mischen wir sie auf!“ Yuna, zuerst noch etwas unentschlossen, da sie nun auch mitkämpfen durfte, war aber sofort einverstanden. „Sorry, Jake, wir müssen unseren Stadtbummel auf später verschieben. Ich muss vorher noch ein paar Dämonen ins Gras beißen lassen!“ Als Teiga an ihm vorbei lief, reagierte Jake blitzschnell, legte ihr den Arm um die Hüfte und zog sie an sich heran. „Was soll das, du weißt nicht, wie stark die sind. Überlass das mir und den Soldaten, deine Truppe bleibt hier.“ Teiga versuchte sich zu befreien, aber ohne ihre dämonischen Kräfte einzusetzen, würde ihr das nicht gelingen. „lass mich los, die brauchen meine Hilfe, ich...“ Jake legte ihr einen Finger auf die Lippen und sprach weiter: „Hör mal, du musst nicht kämpfen. Das ist nicht deine Stadt, oder? Ich lass nicht zu, das du hier mitkämpfst, du weißt nicht, was die Dämonen mit einem Mädchen wie dir machen! Ihr nehmt mein Boot und flieht!“ Sky kam auf sie zu und wollte Teiga helfen, aber sie wollte das selbst erledigen. „Tut mir Leid, aber... keine Stadt, für die ich bisher gekämpft habe, war meine eigene. Ich muss gehen, du wirst verschwinden. Ich schulde den Leuten hier das. Du weißt nicht, was ich bin und wenn du es wüsstest, wäre es dir egal, was die mit mir machen. Ich muss kämpfen, oder... oder ich werde es mir nie verzeihen können. Tut mir Leid“, wiederholte sie und befreite sich aus seinem Griff. Wortlos starrte Jake ihr hinterher, dann wandte er sich an Sky: „Wenn ihr was passiert, dann bringe ich dich um. Pass auf sie auf.“ Sky nickte und lief Teiga nach. Keine Sorge, dachte er, wenn ihr auch nur ein Haar gekrümmt wird, töte ich alle, die ihr zu nahe kommen.
Als er das dachte, wusste er aber noch nicht, gegen wen er sich da stellen musste.

„Die glauben doch tatsächlich, sie könnten uns mit ihren mickrigen Nussschalen vernichten! So leicht werden wir es denen nicht machen! Sofort alle Schiffe bemannen, die gesamte Flotte gefechtsklar machen! Und gebt Teiga und ihren Freunden auch ein Boot!“, rief der König von Talleca, der komischerweise auch schon angekommen war und nun seine Truppen kommandierte (er vertraute der Gruppe jetzt, da ihre Ankündigung vom Angriff der Dämonen gestimmt hatte). Kenji war unsicher. „Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist. Wenn unser Schiff versengt wird, geht Teiga unter wie ein Stein und ich bin tot, bevor wir wieder das Ufer erreicht haben.“ Teiga wollte seine Argumente gar nicht hören und erwiderte: „Nun stell dich mal nicht so an! Was soll denn groß passieren? Sind doch nur ein paar tausend, das schaff ich locker mit dem Shimi...“ Kenji warf ihr einen wütenden Blick zu, der so viel bedeuten sollte, wie: `Wenn du die Technik einsetzt und nicht getötet wirst, töte ich dich!` Teiga brach sofort ihren Satz ab und nickte. Jake war ihnen auch hinterher gekommen. „Ich begleite dich!“, schrie er Teiga zu, aber die war bereits mit den anderen in ein Boot gesprungen und war abgelegt. „Liebestoller Idiot“, sagte Sky laut genug, dass er es hören konnte.
Ihr Schiff schwamm gut zehn Meter vor allen anderen und daher sahen Teiga und ihre Freunde als erste, wer auf dem vordersten Schiff der Dämonen stand: Lenya höchstpersönlich.
„Verdammt. Okay, Plan ändern: Ihr springt zurück an Land, das schafft ihr von hier aus noch, wenn einer Yuna nimmt. Gegen Lenya kämpf ich alleine. Macht schon!“, brüllte Teiga sie an, aber niemand tat, was sie sagte. „Wir sitzen im wahrsten Sinne des Wortes im selben Boot. Wir können nicht mehr zurück“, sagte Yuna zu ihr und die beiden Männer nickten, aber Teiga schüttelte unbeirrt den Kopf. „Keiner von euch hat je gegen sie gekämpft, außer mir und sie ist stärker als alles, was ihr euch vorstellen könnt. Das ist mein Kampf und ich will niemanden mit hineinziehen.“ Sky wollte gerade antworten, als er unterbrochen wurde. „Wir haben uns lange nicht mehr gesehen, Teiga und Kenji. Wollt ihr euch mir wieder anschließen?“ Teiga wandte sich zu ihrer Mutter Lenya um: „Das kannst du vergessen! Zieh augenblicklich deine Truppen zurück, Lenya, sonst wirst du dir wüschen, nie hierher gekommen zu sein!“ Der Hass, der sich bei diesen Worten in Teiga`s Gesicht abzeichnete, überraschte selbst ihren Bruder Kenji. Sie war schon immer etwas kaltherzig gewesen, aber in letzter Zeit hatte sie immer öfter ihre kindliche Seite gezeigt und alles auf die leichte Schulter genommen. Das hier war wirklich nicht typisch