Fanfic: Sol et Scelus

Untertitel: Dämon des Lichts

Kapitel: Kapitel 16: Sind alle Männer so?

Kapitel 16: Sind alle Männer so?
„Und? Wie gefällt dir mein bescheidenes Königreich?“, fragte der König Teiga, die neben ihm ging. Man hatte ihr angeboten, auf einem Pferd zu reiten, aber sie hatte abgelehnt. Sie fand reiten zwar cool, konnte es aber nicht wirklich und sie wollte sich nicht völlig blamieren indem sie nach wenigen Minuten runterfiel.
Sie und ihre Gruppe hatten nun bereits fünf Tage im Schloss verbracht (Sky ausgeschlossen, der war immer noch eingesperrt) und hatten schon fast ihren Auftrag vergessen. Es war einfach zu friedlich hier, um sich mit Krieg führen und Kämpfen zu beschäftigen. Außerdem hatte Teiga gar keine Zeit, an Lenya und die Dämonen zu denken. Sie wurde regelmäßig von Alex zu Ausflügen eingeladen. Anfangs waren noch Kenji und Yuna dabei, mittlerweile wurden die beiden aber einfach außen vor gelassen.
Teiga ging mit auf die Ausflüge, weil sie nichts besseres zu tun hatte und weil es für sie wie Urlaub war, einfach mal relaxen und tun was man will. Nicht immer den Aufträgen von irgendwelchen Menschen annehmen, die am Ende eh abkratzen! Es war doch viel schöner hier als auf dem Schlachtfeld. Es war zwar auch ziemlich langweilig, aber man kann nicht alles haben...
Heute wollte Alex mit ihr in den Wald gehen, um Kaninchen zu jagen. Es war übrigens noch nicht aufgefallen, dass sie ein Halbdämon war.
„Es ist sehr schön! Nur... warum verschwendest du deine Zeit mit mir? Du hast doch sicher noch andere Sachen zu tun...“ Aber Alex lachte nur und erwiderte: „Ich? Nein, ich muss gar nichts tun. Du musst wissen, in Wirklichkeit bin ich gar nicht der König. Ich vertrete nur meinen Vater, der auf einer Reise ist.
Er hat alles wichtige vor seiner Abreise geregelt, sodass ich ziemlich viel Freizeit habe. Nur in Notfällen muss ich mal bei irgendwas eingreifen, aber da sich auch die Dämonen relativ ruhig verhalten, gibt es keine großen Probleme. Ohne dich würde ich mich hier richtig langweilen! Erzähl mal, was tun du und deine Freunde eigentlich, wenn ihr grad nichts zu tun habt?“ Gute Frage, dachte sie. Das ist meiner Meinung nach noch gar nicht vorgekommen...
„Nun, wir... wir reisen durch die ganze Welt, man sieht immer was neues. Du hast keine Zeit, dich zu langweilen, wenn du immer unterwegs bist. Außerdem, letztens ist ziemlich viel passiert...“ Ja, wir sind gefangen genommen worden, haben ein paar Dämonen aufgespießt, ich hab mich verwandelt... hätte ich noch hinzufügen können. Da fällt mir ein: „Alex, es ist sehr nett, dass du uns hier so lange hast bleiben lassen, doch ich glaube, die anderen wollen so langsam weiter und ich persönlich auch.“
Er war augenscheinlich wirklich enttäuscht, dass sie ihre Reise schon so schnell fortsetzen sollte, also sagte sie: „...Ach, das ist ja nicht so dringend! Meine Freunde haben sicher nichts dagegen, wenn wir noch eine Weile bleiben...“ Sofort hellte sich sein Gesichtsausdruck auf und Teiga dachte: Verdammt, warum lüge ich denn immer? `Ist ja nicht so dringend...` Der war gut! Sind ja nur Dämonen! Die versuchen zwar, uns alle zu vernichten aber egal! Erst mal hab ich meine Ruhe...
Also machte sie sich mit Alex einen schönen Tag, während Yuna und Kenji besprachen, was als nächstes zu tun war. „Das ist doch unglaublich! Die hängt die ganze Zeit mit diesem Typ rum und vergisst uns und die Dämonen! Was denkt die, wer sie ist?“, rief Yuna wütend und schritt im Zimmer auf und ab. Kenji saß in der Zwischenzeit auf ihrem Bett und hörte ihr zu. Endlich mischte er sich ein: „Na ja, lass sie doch. Sie hatte wirklich enormen Stress in der letzten Zeit und brauch bestimmt nur ein bisschen Entspannung.“ Das Mädchen antwortete: „Entspannung?! Jetzt?! Mitten im Krieg? Wenn alle Menschen ausgelöscht werden und wir alle auch schon im Visier der Dämonen sind, brauch sie Entspannung?! Das kann sie doch machen, wenn...“ Ihr Freund war aufgesprungen, hielt ihr die Hand vor den Mund und flüsterte: „Pssssst! Da kommt irgendwer! Wenn die mich hier erwischen, schmeißen die mich sofort wieder in den Stall! Zweimal hat man mich schon rausgeworfen und ich habe keine Lust, dass das noch einmal passiert!“ Einen Moment blieben sie still, dann kamen die Leute näher und sie hörten eindeutig Teiga`s Stimme: „Das war wirklich ein schöner Tag, Alex, nur... was wollen wir hier?“ Anscheinend war Alex auch dabei. Yuna wollte schon nach draußen stürmen und den beiden die Meinung sagen, doch Kenji hielt sie zurück mit der Begründung, es wäre für`s erste besser, sie zu belauschen. „Hier sind wir ungestört und... ich... ich wollte dir etwas wichtiges sagen...“, stotterte Alex und Kenji und Yuna drückten die Tür ein bisschen weiter auf, um ihnen nicht nur zuzuhören, sondern auch zuzusehen. Teiga wartete darauf, dass er weitersprach und lehnte sich gegen die Mauer. Alex sagte: „Nun, ich... dass ist nicht... also, ich habe die letzte Zeit mit dir sehr genossen und... hach, wie soll ich`s sagen...?“ Wie wär`s, wenn du überhaupt mal was sagst, dachte Yuna. Das ist doch echt lahm, wenn der nur die ganze Zeit rumstottert! „Ja, was denn? Du kannst ruhig sagen, was du denkst“, begann Teiga und bereute es im nächsten Augenblick sofort, denn Alex nahm ihre Hand, nahm seinen ganzen Mut zusammen und sagte: „Willst du mich heiraten?“ Yuna musste laut lachen und verriet sich damit. „Das ist ja echt lachhaft! Du willst die da heiraten! Hahahahahahaha! Der war gut!“, rief sie und kam aus ihren Versteck. Alex war jetzt total verwirrt und brachte gar kein mehr Wort heraus. Teiga fragte sich , warum in solchen Momenten immer die ganze Truppe zusammen ist. Wenn man nämlich kurz davor ist zu sterben, ist irgendwie keiner da, der dir helfen könnte! „Was macht ihr hier überhaupt?!“, schrie sie, als Kenji auch noch herauskam. Alex gewann in der Zwischenzeit seine Fassung wieder und wandte sich an Teiga: „Nun? ...Wie ist deine... A-a-antwort?” Die Angesprochene wich instinktiv einen Schritt zurück, als sie an seine Worte von eben erinnert wurde. „Ja!! Was sagst du?“, wollte Kenji wissen und seine Schwester hätte ihn in diesem Augenblick am liebsten getötet. Na ja, dachte sie. Irgendwas muss ich sagen. Man könnte zum Beispiel aufklären, dass ich ein Halbdämon bin! Dann wird schon gar nicht mehr wollen. Obwohl, Sky hat das auch nicht abgeschreckt... Warum verlieben sich auch eigentlich nur diese Idioten in mich? Irgendwo muss doch auch mein Traummann sein (heul)! Nein, das mit der Aufklärung ist zu unsicher. Ich nehme lieber meine Standartausrede: „Ähm, an sich gerne, nur... ich... ich habe schon einen Freund!“ Sofort verfinsterte sich Alex` Gesichtsausdruck und er fragte verbittert: „Und wer ist das?“
Alarmstufe rot! Was will der denn auch so was wissen? Mal überlegen, wer käme denn da in Frage...? „(nachdenk, nachdenk, nachdenk) Äh... mein Freund ist... Sky! Der Typ, den ihr im Kerker eingesperrt habt!“ Scheiße. Hab ich das jetzt echt gesagt?
Yuna musste schon wieder lachen und bekam prompt einen wütenden Blick von Teiga. Alex mischte sich wieder ein: „Aber der ist doch ein Dämon?!“ Ach, stimmt ja. Ich muss mir was ausdenken...
„Äh, hmm... das wusste ich damals noch nicht, bei unserer Verlobung! Er ist zwar ein Dämon, aber trotzdem...“ Das Mädchen konnte sich vor Lachen nun gar nicht mehr halten und musste sich an Kenji festhalten, um nicht hinzufallen. Teiga gab sich alle Mühe, mit ihrer Geschichte glaubwürdig zu sein, so dass sie nicht mitkriegte, wie Alex tonlos sagte: „...Ihr werdet dennoch nicht zusammenkommen...“ Ihr fiel erst auf, dass irgendwas passiert war, als Yuna mit dem Lachen aufhörte. „Warum nicht? Sie lieben sich doch“, sagte Kenji und fing sich nun eine Ohrfeige von seiner Schwester ein.
Alex fuhr etwas selbstsicherer fort: „Weil er ein Dämon und damit nicht besser ist als ein gewöhnlicher Bauer in meinem Land ist. Er ist nicht adelig, daher gehört sie mir, einem König. Liebe spielt dabei keine Rolle, das ist so Gesetz. Von Gesetzes wegen ist sie mein, wenn ich sie will. Es sei denn...“ Warum har eigentlich jedes Land seine eigenen Gesetze? Denkt man sich einfach neue aus, wenn man sie mal braucht? Teiga klammerte sich an dieses letzte bisschen Hoffnung und fragte: „Es sei denn, was?“
Alex erwiderte lächelnd: „Es sei denn, er tötet mich in einem fairen Kampf.“
Ach Mist. Ich habe schon fast damit gerechnet. Warum kann ich mich denn nicht einfach für einen von beiden entscheiden? Okay, ich hasse beide, nur es wäre unkomplizierter. Ich weiß nämlich nicht, ob Sky für mich kämpfen würde...

Da Teiga ihren Verehrer Alex auf keinen Fall heiraten wollte, ging sie so schnell wie möglich zum Gefängnis, um mit Sky zu reden. Sie versuchte ihn dazu zu überreden, für sie zu kämpfen, doch er war gar nicht bereit, sein Leben für sie zu riskieren. „Das kannst du vergessen. Ich kämpfe nicht für jemanden, der mich fünf Tage lang in einem dreckigen, stinkigen Kerker sitzen lässt und nichts von sich hören lässt!“, rief er und wandte sich von ihr ab. Teiga versuchte ihn zu überreden: „Und wenn ich dich hier raus hole?“ Sky antwortete ohne sie anzusehen: „ Nein. Ich kann hier jederzeit ausbrechen, das weißt du. Ich hätte es nur schöner gefunden, wenn du mich rausgeholt hättest... Aber ich bedeute dir ja eh nichts... (schnief)“
Okay, niemand