Fanfic: Sol et Scelus

Untertitel: Dämon des Lichts

Kapitel: Kapitel 17: Du denkst zu viel!

Kapitel 17: Du denkst zu viel!
„Das passt mir nicht, Yuna. Das ist viel zu eng!“, rief Teiga ihrer Freundin zu, die verzweifelt versuchte, sie in ein weißes Kleid zu quetschen. „Mecker nicht so viel, das geht schon! Du willst doch gut aussehen, wenn Sky dich zum Altar führt!“, antwortete das Mädchen und fügte hinzu, dass Teiga den Bauch einziehen sollte. „Hör mal, das ist nicht witzig! Ich wollte das gar nicht, falls du dich noch erinnern kannst! Man hat mich überhaupt nicht gefragt, was ich eigentlich will. Die haben mir einfach ein paar Kleider zur Auswahl gegeben und mich dann mit dir hier eingesperrt, damit ich nicht abhaue! Wer hat sich denn so was beklopptes ausgedacht, dass man sofort den heiraten muss, der zufällig mit dir unterwegs ist?! Ich will doch gar nichts von dem (heul)!“ Yuna hörte ihr nicht zu und schaffte es, den Reißverschluss des Kleides zuzuziehen. „Und? Wie fühlst du dich?“, fragte sie fröhlich und Teiga presste unter Schmerzen hervor: „Ich kann mich nicht mehr bewegen...“ Yuna war offensichtlich enttäuscht, als sie erwiderte: „Schade.
Du siehst so schön darin aus (schwärm)! Genau so ein Kleid will ich zu meiner Hochzeit tragen! Wir müssen wohl doch ein anderes nehmen...“
„ICH WILL ABER DOCH GAR NICHT HEIRATEN!!“, antwortete der Halbdämon, zog das Kleid aus und riss es dabei aus Versehen in Fetzen. „Was machst du denn?! Das wollte ich mitgehen lassen!“, schrie Yuna und fügte hinzu: „Such dir doch allein ein Kleid aus!“ Dann zog sie den Schlüssel aus der Tasche, öffnete die Tür und stürmte hinaus. „Du hast einen Schlüssel? Lass mich auch raus!“, rief Teiga und hämmerte dagegen, doch Yuna hatte bereits wieder abgeschlossen.
Blöde Ziege, dachte sie und sank enttäuscht auf den Boden. Niemand fragt mich, was ich will. Und warum muss ich überhaupt ein Kleid tragen? Und auch noch mit offenen Haaren! Wenn er mich in Hosen und mit Haarband mag, dann soll er mich doch auch so heiraten! Nein falsch: Er soll mich gar nicht heiraten! Ich bin ein Halbdämon und kann mich nicht mal wehren! Wozu hat man denn diese Kräfte, wenn man damit noch nicht mal seine eigene Hochzeit verhindern kann?! Das ist doch Schwachsinn. Es war ein Fehler, hier so lange zu bleiben...

Eine halbe Stunde später hatte sie sich für ein Kleid entschieden und wartete darauf, dass man sie rausließ. Sie hoffte schon fast, dass sie ihr ganzes Leben lang hier drin bleiben müsste, nur damit sie ihre Hochzeit verpasste. Noch kurzer Zeit fragte allerdings eine bekannte Stimme: „Bist du fertig oder brauchst du noch ein bisschen?“
Nein, das ist Sky, dachte sie. (Ohne Grund wurde sie plötzlich rot.) Okay, ich sage, dass ich ihn nicht heiraten kann, weil ich ihn nicht liebe! Ja, so mach ich`s! „Ähm..., ich, äh...ähm... hmm, also...“, war alles, was sie herausbrachte und Sky fragte: „Heißt das ja oder nein?“
Warum kann ich ihm nicht sagen, dass ich ihn nicht liebe?
``Vielleicht, weil es gelogen ist?``, sagte eine kleine Stimme in ihrem Kopf.
Das ist nicht gelogen, ich empfinde nichts für ihn!
``Steh zu deinen Gefühlen. Er liebt dich und du liebst ihn. Warum machst du es dir dann so schwer?``
Ich liebe ihn nicht!
``Lass die Spiele. Du weißt genau, dass es wahr ist. Du liebst ihn. Warum traust du dich nicht, es dir einzugestehen?``
Weil ich... ich brauche solche Gefühle nicht... Sie halten dich vom kämpfen ab und machen dich schwach...
``Tun sie das wirklich oder redest du dir das nur ein, weil du nicht weißt, wie man mit solchen Gefühlen umgehen musst? Außerdem...``
Außerdem was? (Sie redet schon die ganze Zeit mit sich selbst...)
``Außerdem musst du nicht unbedingt kämpfen. Du kannst ein anderes Leben haben. Mit Sky. Ein friedliches Leben, wie andere Frauen auch...``
Ich bin nicht wie andere Frauen, dachte sie entschieden und verdrängte die Stimme.
„Teiga? Bist du noch da?“, fragte Sky, da er schon fast zehn Minuten kein Geräusch mehr aus dem Zimmer gehört hatte. „Ähm, ja! Ich bin fertig! Kann losgehen!“, antwortete sie und warf sich gegen die Tür um sie aufzubrechen, aber ohne Erfolg. Sie probierte es noch einmal und die Tür flog mit voller Wucht auf. Sie stolperte und fiel direkt in Sky`s Arme.
Auch das noch, beschwerte sie sich in Gedanken. Oh Mann, ist das peinlich. Bestimmt stehen schon Kenji und Yuna um der nächsten Ecke und kommen, um sich über uns lustig zu machen. Oder er küsst mich gleich schon wieder...
Aber weder das eine noch das andere geschah, Sky sagte nur: „Du siehst irgendwie komisch aus in einem Kleid. Sieh dir mal an, wo die mich reingesteckt haben!“ Teiga trat einen Schritt zurück, um sich seine Klamotten anzusehen: Ein schwarzer Anzug mit weißer Krawatte. In den heutigen Zeiten sehr teuer, aber man nahm nur das beste für den Mann, der den König in einem fairen Kampf besiegt hat.
„Kommt schon, kommt schon! Alle warten bereits auf euch!“, rief Kenji und schaute um die Ecke. „Wer sind alle?“, fragte Teiga und hatte ein ganz mieses Gefühl. „Na ja, du weißt schon... Alex hat alle Adeligen versammelt, die er finden konnte. Das sind jetzt ungefähr dreihundert Leute. Es gab schon ewig keine Hochzeit mehr und er meint, eure müsste richtig gefeiert werden!“, antwortete ihr Bruder, ging zu ihnen und erzählte Teiga, wie wunderschön sie doch in ihrem Kleid aussehe.
Unsicher folgte sie ihrem Bruder in den großen Ballsaal im Palast. Als sie den Raum betraten, nahm Sky ihre Hand und ging neben ihr.
Oh nein, jetzt ist es soweit! Da hinten steht schon der Typ, der und trauen will! Gibt`s hier nicht irgendwo einen Notausgang?
``Sei ruhig und genieß es``, meldete sich die Stimme von eben wieder.
Genießen?! Das ist nicht schön hier!
``Warum nicht? Hast du dir das nicht tief in deinem Herzen immer gewünscht?``
Nein! Also... vielleicht schon, aber doch nicht so! Ich meine, man sollte doch zuerst mal ein paar andere Sachen machen und ich hatte ja gar keine Zeit, mich vorzubereiten... Außerdem wurden wir dazu gezwungen!
``Du hättest ganz leicht nein sagen können. Ein paar Menschen niederschlagen und dann abhauen, so wie du es sonst auch machst...``
„Wir haben uns heute hier versammelt, um diese beiden hier in den heiligen Stand der Ehe zu erheben...“, sagte der Mann vor ihnen und Teiga zuckte zusammen. Sky merkte das und drückte ihre Hand noch fester.
``Findest du denn nicht, dass das ein gutes Gefühl ist, wie er deine Hand hält?``
Hör mal, ich gebe mir wirklich Mühe, hier nicht schreiend rauszulaufen. Ich weiß, du willst mir nur helfen, aber stattdessen machst du es nur noch schlimmer!
``Ist gut. Dann verschwinde ich eben...``
Nein , warte! Ich brauch irgendwas, was mich ablenkt von dem, was ich hier mache!
``Du hast doch Sky. Außerdem solltest du vielleicht besser zuhören, du bist gleich dran.``
„Willst du, Sky, diese Frau zu deiner Ehefrau nehmen, sie lieben und ehren in guten wie in schlechten Zeiten bis das der Tod euch scheidet?“ Sky erwiderte: „Ja, ich will“, und warf Teiga einen freundlichen Blick zu.
Nein, ich kann noch nicht! Eine Heirat ist etwas sehr wichtiges! Ich muss dann mein ganzes Leben mit ihm zusammen bleiben und ich weiß nicht, ob ich zu so was bereit bin!
``Stell dich doch nicht so an! Jetzt ist eh alles zu spät, du kannst nichts mehr ändern! Heirate ihn endlich! Und keine Widerrede!``
Ich will nicht und ich werde es auch nicht! Jetzt zumindest nicht! Du kannst mich nicht dazu zwingen!
``Kann ich doch.``
Kannst du nicht!
``Kann ich doch!
„Und willst du, Teiga, diesen Mann zu deinem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen, bis das der Tod euch scheidet?“
„Ich hasse dich!“, rief Teiga aus Versehen laut anstatt in Gedanken und ein erstauntes Raunen ging durch die Menge. Am schlimmsten war allerdings Sky`s Gesichtsausdruck. Er sah aus, als hätte man ihm eine Ohrfeige verpasst. „Äh,... ähm, ja, ich will!“, versuchte sie sich aus der peinlichen Situation zu retten. Der Mann, der sie verheiraten sollte, fand als erster die Fassung wieder und sagte: „Hiermit... erkläre ich euch zu Mann und Frau! Sie dürfen die Braut jetzt küssen!“
Da alle Leute noch von Teiga`s Worten verwirrt waren, merkte niemand, wie sie bei dem Wort „küssen“ schnell in der Menge verschwand.