Fanfic: Sol et Scelus

Untertitel: Dämon des Lichts

Kapitel: Kapitel 18: Gemeinsam sind wir stark!

Kapitel 18: Gemeinsam sind wir stark!
„Ha, endlich frische Luft“, stieß Teiga erleichtert hervor. Sie war eine Weile ziellos im Palast hin und her gerannt, bis sie ein Fenster gefunden hatte, durch das sie nach draußen auf die Straße gesprungen war. Es war ihr einfach alles zu viel geworden mit Hochzeit und küssen und so. Sie musste da einfach raus!
Kein Mensch war auf den Straßen, da ja fast alle noch im Palast waren, wegen der Hochzeit. Sie hatte Sky wirklich nicht verletzen wollen, indem sie rausgelaufen war, nur gab es eben keine andere Möglichkeit mehr. Sorry, Kumpel!
``Sorry, Ehemann, heißt das!``, meldete sich die kleine Stimme wieder.
Das ist nicht witzig!
``Oh doch, das ist es. Du hättest mal dein Gesicht sehen sollen, als der Typ `Sie dürfen die Braut jetzt küssen` gesagt hat.``
Wütend verdrängte Teiga die Stimme erneut und lief unentschlossen durch die ausgestorbene Stadt. Das ist doch echt Mist, dachte sie, ohne dass die Stimme sich einmischte. Werde ich doch glatt gezwungen, Sky zu heiraten! Ich wollte doch nur Pause machen und meinen längst überfälligen Entspannungsurlaub nehmen! Warum passiert so was immer nur mir?
„Los, bereitet euch auf den Angriff vor. Und seid ganz vorsichtig“, flüsterte eine vertraute Stimme, als Teiga in die nähe der Stadttore kam.
„Ihr seid die einzigen Überlebenden des Dämonenangriffs. Wenn wir diese Stadt hier einnehmen, können wir vielleicht zum Gegenschlag ausholen!“, wurde hinzu gefügt. Teiga kletterte geschickt die Mauer hinauf und blickte an der anderen Seite hinunter, um zu sehen, wer da war.
„Hey, Leilani! Das ist ja eine Überraschung! Wir dachten du wärst tot!“, rief sie freudig und sprang zu ihrer Freundin hinunter, die sie anfauchte: „Nicht so laut! Sie dürfen uns nicht bemerken.“
„Wer `sie`?“, fragte Teiga verwirrt und blickte Leilani`s Gefolgschaft an. Es waren schon sichtbar weniger als das letzte mal, als sie in ihrem Dorf waren. Die meisten waren verwundet und hatten ihr eigenes und dämonisches Blut am Körper kleben.
„Na, die Leute in der Stadt! Wir wollen sie angreifen, um den Dämonen gegenüber einen Vorteil zu haben, die unsere Freunde getötet haben! Hilfst du uns?“, kam Leilani`s Antwort und Teiga dachte nach. „Wozu die da denn angreifen? Ergibt doch gar keinen Sinn!“ Leilani lächelte: „Es ergibt auch keinen Sinn, dass du so ein langes weißes Kleid trägst und wir machen dir trotzdem keine Vorwürfe deswegen.“ Irgendwie wurde es Teiga immer peinlicher. Wenn sie noch einmal an diese Hochzeit erinnert wurde, würde sie jemanden töten.
„Da... das ist doch jetzt egal! Ihr müsst doch noch einen anderen Grund haben, die da anzugreifen!“, rief Teiga aufgebracht, aber sie bekam keine Antwort mehr, denn Leilani`s Leute waren schon dabei, lautlos die Tore aufzubrechen. „Hey! Hört gefälligst.... autsch!“ Sie wollte sie aufhalten, stolperte aber wegen ihres zu langen Kleides und fiel auf den Boden. Nach wenigen Minuten waren Leilani`s Kriegerinnen in der Stadt, während Teiga damit beschäftigt war, sich in ihrem Kleid wieder aufzurichten.
„Was wollt ihr hie?!“, rief eine Wache und wurde den Geräuschen nach zu urteilen augenblicklich von Leilani erschlagen.
Die werden doch nicht etwa Yuna, Kenji oder Sky angreifen?! Ach, sicher nicht. Die kennen die drei doch schon und würden ihnen bestimmt nichts tun. Aber was, wenn die drei Leilani angreifen? Dann wird einer von ihnen sicher sterben... und ich will nicht, dass es Sky ist...
„Okay, machen wir aus dem Hochzeitskleid einen Minirock!“, rief sie, riss den unteren Teil ihres Kleides in Fetzen und zog die weißen Schuhe aus, damit sie sich etwas freier bewegen konnte.
„Das find` ich echt mies von euch, dass ihr mich hier einfach stehen lasst! Bleibt gefälligst da!“, rief sie und folgte ihnen, doch damit hatte Leilani schon gerechnet.
Als sie oben auf der Mauer stand, gab sie ihren Kriegerinnen ein Zeichen. Die drehten sich um und schossen all ihre Pfeile auf den Halbdämon ab, der auch voll getroffen wurde. „Scheiße. Und ich dachte, wir wären Freunde... Na ja, was die können, kann ich schon lange!“, war Teiga`s Reaktion, doch als sie sich endlich vom ersten Angriff erholt hatte, hatten die Krieger bereits neue Pfeile gezogen und schossen. Ein Pfeil durchbohrte ihre rechte Schulter und heftete sie an die Wand hinter ihr, sodass sie sich nicht mehr bewegen konnte. „Das war so klar... erst zwingt man mich zu heiraten und jetzt das hier...“, meckerte sie. Die Pfeile, die überall in ihrem Körper steckten, machten ihr aufgrund des harten Trainings, das sie hatte mitmachen müssen, so gut wie gar nichts aus.
„Los! Tötet alle, die ihr seht!“, befahl Leilani und deutete auf die Palastwachen, die auf sie zugestürmt kamen.
Teiga musste wohl oder übel zugeben, dass ihre Leute seit ihrer letzten Begegnung deutlich stärker geworden waren. Mit Leichtigkeit töteten sie die herankommenden Soldaten, ohne selbst verletzt zu werden und rückten weiter vor. Zufällig kam Alex gerade heraus, bemerkte die Eindringlinge und sein toten Wachen und rief: „Was zum...? Schnell, jeder Mann, der ein Schwert führen kann, kommt hierher! Wir werden angegriffen!“ Das war das Stichwort für Sky, Kenji und Yuna, die sofort mit blitzenden Klingen hinausstürmten. „Teiga! Was machst du denn da oben?“, lachte Yuna, als sie ihre Freundin dort oben entdeckte, die ihr einen unfreundlichen Blick zuwarf. Alex beachtete seine ehemalige Geliebte gar nicht. Überhaupt ignorierte er sie schon, seit beschlossen worden war, dass sie nicht ihn, sondern Sky heiraten würde (zwar unfreiwillig, aber egal...).
Sky lief flink an Leilani`s Leuten vorbei und wollte Teiga endlich runterholen. „Alles in Ordnung?“, fragte er besorgt und sie nickte nur. Nachdem er aber den Pfeil, der sie an der Wand festhielt, herausgezogen hatte, kippte sie augenblicklich um. Er konnte sie gerade noch auffangen, bevor sie auf dem Boden aufschlug.
Oh, verdammt. Das war so klar, dass das passieren würde. Die ganze Situation zwischen ihm und mir ist ja auch noch nicht peinlich genug...
Yuna und Kenji waren inzwischen mit kämpfen beschäftigt und beachteten die beiden da auf der Mauer nicht (na ja, obwohl es schon süß aussah, wie er sie da in den Armen hielt). Nach einiger Zeit befreite sich Teiga aus seiner Umarmung und warf sich auch in den Kampf. Sky stand noch eine Weile sprachlos da stehen.
Was hat sie nur? Sie benimmt sich so komisch, seit sie mir ihre Liebe gestanden hat. Könnte es vielleicht sein, dass sie... gelogen hat? Ist doch eine ziemlich plötzliche Sinneswandlung, im ersten Moment sagt sie, sie kann mich nicht leiden und im nächsten, dass sie mich liebt. Zuzutrauen wäre es ihr ja... Aber hoffentlich nicht... L
Unsicher folgte er seiner Frau und sah, dass sie schon wieder in Gefahr war. Sie kämpfte mit drei Kriegerinnen gleichzeitig und wurde immer wieder von einem ihrer Schwerter getroffen. „Lasst sie in Ruhe!“, schrie er und tötete zwei von ihnen, während Teiga den letzten erledigte. „Ähm,... danke...“, murmelte sie verlegen und griff schnell den nächsten an.
„AUFHÖREN!“, rief Kenji, aber niemand hörte auf ihn. Er versuchte verzweifelt, die kämpfenden Parteien auseinander zu halten, aber erfolglos. „Was soll denn das werden?“, fragte Yuna und rannte blutverschmiert aber unverletzt zu ihm. „Die hören nicht auf. Menschen sind ziemlich sture Kreaturen, weißt du?“, fügte sie hinzu. „Aber das kann doch nicht sein! Sie sollten sich besser gegen die Dämonen verbünden, als sich gegenseitig zu vernichten. Dieser Kampf ist doch absolut sinnlos!“, meinte er und schüttelte verständnislos den Kopf.
„Na ja, so sind die eben. Da kann man nichts machen“, sagte Teiga, die nun auch hinzugekommen war. Sie stand etwas abseits vom Kampfgeschehen und griff nur an, wenn entweder Sky oder Alex in Gefahr waren. Jeder von beiden reagierte mit einem eifersüchtigen Blick, wenn sie dem jeweils anderen half.
„Ja! Beenden wir es, ein für alle mal!“, rief nun auch Sky, der sich neben die drei stellte. „NEIN! Was soll denn das?! Es gibt doch bestimmt eine andere Möglichkeit...“, meinte Kenji und blickte sich unentschlossen um. „Du... hast uns nicht zugehört, oder? Wir haben uns eben ausführlich genug zu diesem Thema geäußert, um dir zu erklären, dass es anders nicht funktioniert! Töten wir sie doch alle, das ist am unkompliziertesten!“, schlug Yuna abfällig vor und rammte einem der Krieger ihre Klinge in die Rippen.
Der hat sie doch nicht mehr alle, dachte Teiga. Was will er denn machen? Die hören doch eh nie auf, grundlos zu kämpfen. Das bringt doch alles nichts. Er ist einfach total verrückt nach Frieden. Er versteht nicht, dass es manchmal nicht anders geht, als seine Feinde zu töten...
Kenji rannte über eine Treppe nach oben auf die Stadtmauer und versuchte die Leute dazu zu bringen, ihm zuzuhören. Als das nach mehrmaligem Rufen immer noch nicht gelungen war, erschuf er mithilfe seiner dämonischen Kräfte einen riesigen Ring aus Feuer um die gesamte Stadt. Damit gehörte ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Kämpfenden.
„Männer -und Frauen- die ihr hier versammelt seid! Alleine..., seid ihr nur normale Menschen, die nichts ausrichten können! Doch gemeinsam... gemeinsam können wir die Dämonen besiegen!“, begann er und musste sich mit anhören, wie seine