Fanfic: Sol et Scelus
Kapitel: Kapitel 19: Folgenschwere Entscheidung
Kapitel 19: Folgenschwere Entscheidung
„Es ist ein tolles Gefühl, endlich wieder richtiges Gras unter den Füßen zu spüren!“, freute sich Sky, als sie wieder auf Reisen waren. Er war fast die ganze Woche irgendwo eingesperrt gewesen und genoss es sehr, wieder an der frischen Luft zu sein. Teiga dagegen fühlte sich ziemlich mies.
Nach Kenji`s Rede war von Leilani und Alex beschlossen worden, dass die vier erst mal alleine weitergehen sollten, um Informationen über die Dämonen zu sammeln. Eine kleine Gruppe war dafür besser geeignet als eine riesige Armee, da sie unauffälliger war. Also konnte Teiga ihren großen Traum, eine persönliche Armee in die Schlacht zu führen, noch immer nicht ausleben.
„Geht mir genauso, aber wir hätten vielleicht doch in der Stadt bleiben sollen. Die Sonne geht bald unter und ich möchte nicht im Freien schlafen. Ich vermisse jetzt schon mein weiches Bett!“, antwortete Yuna. „Hm, du hast recht. Wir sollten wirklich zurückgehen...“, schloss Kenji sich an, doch Teiga widersprach heftig: „Nein nein nein nein nein nein nein! Niemals! Ich habe genug von dieser Stadt. Vergesst nicht, Alex wollte mich heiraten! Vielleicht versucht er es ja wieder!“
Sky antwortete lachend: „Kann er doch gar nicht. Du bist doch schon mit mir verheiratet!“
Der Halbdämon gab keine Antwort, sondern ging nur schweigend weiter.
Was hat sie denn, fragte Sky sich in Gedanken.
``Könnte was damit zu tun haben, dass sie dich nicht leiden kann...``, sagte eine kleine Stimme in seinem Kopf (sorry, mir ist nichts besseres eingefallen, darum hat er diese Stimme jetzt auch).
Was meinst du damit? Sie hat doch nichts gegen die Hochzeit gesagt!
``Schon, aber glaubst du wirklich, sie hat freiwillig einen Dämon wie dich geheiratet? Falls du es noch nicht gemerkt hast: Sie hasst Dämonen! Daher versucht sie doch die ganze Zeit, sie auszulöschen!``
Sie würde mir nie etwas tun...
``Woher willst du das wissen? Sie hat selbst gesagt: Entweder die Dämonen oder die Menschen müssen komplett ausgelöscht werden. Und sie will nicht, dass es die Menschen sind.``
Ja nur, deshalb wird sie mich doch nicht gleich umbringen! Da hat sie doch keinen Grund zu!
``Sie hat dir damals selbst gesagt, dass du ihr nichts bedeutest. Warum sollte sich das verändert haben?! Sogar bei der Hochzeit hat sie gesagt, dass sie dich hasst. Was lässt dich glauben, dass sie besser ist als andere Menschen, nur weil sie noch etwas Dämonenblut dabei hat? ``
Verschwinde! Das ist alles Lüge, Teiga ist nicht so! ,rief er in Gedanken und verdrängte die Stimme. Doch ihre Worte blieben in seinem Gedächtnis haften.
„Nein, wir gehen nicht zurück. Lohnt sich sowieso nicht, es ist ja schon dunkel. Wir schlafen hier“, sagte Teiga und deutete auf ein Fleckchen Wiese. Ihre drei Freunde schlossen sich ihrem Vorschlag an und breiteten die Decken, die Yuna speziell für so einen Moment mitgenommen hatte, auf dem Boden aus. Friedlich rollte Teiga sich wie eine Katze zusammen und kuschelte sich in die Decken (ganz weit weg von Sky).
Nach einer Weile kam Kenji zu ihr und zog sie auf: „Warum bist du nicht bei deinem Ehemann? Wie war das noch mal mit der Hochzeitsnacht...?“
Wütend schlug sie ihn nieder und stellte sich anschließend schlafen.
Hochzeitsnacht, kann er vergessen, dachte sie mit hochrotem Kopf.
``Warum denn? So schlecht sieht er doch gar nicht aus, warum also nicht...?``
Hör mal, so läuft das bei mir nicht! So was würde alles total verändern und er würde denken, ich würde ihn lieben!
``Das stimmt doch.``
Das Thema hatten wir schon, komm mir nicht wieder damit!
``Okay, aber du willst doch auch mit ihm deine Hochzeitsnacht...``
Teiga antwortete sich selbst einfach nicht mehr und schlief still ein.
Mitten in der Nacht wachte sie von einem scharrenden Geräusch auf. „Ach Mist“, flüsterte Sky, der knapp zehn Meter von ihr entfernt war, ihr aber den Rücken zugedreht hatte und über einen Stein gestolpert war.
„Was wird denn das?“, fragte sie und stand auf. Er drehte sich überrascht zu ihr um und starrte sie an. „Ach, du bist`s nur“, sagte er und Teiga regte sich stumm über das „nur“ auf.
Langsam ging sie zu ihm und setzte sich zu ihm auf die Erde, etwas abseits von den anderen. „Also, was machst du um diese Zeit noch hier draußen?“, wollte sie erneut wissen und musste gähnen. „Ich habe nur etwas nachgedacht...“, antwortete er und veranlasste Teiga dadurch zu der Frage: „Und über was?“
Sky dachte einen Augenblick nach, ob er ihr das wirklich erzählen sollte, dann sagte er: „... über uns...“
Teiga zuckte zusammen, rückte aber nicht von ihm weg. Sie hatte ja die letzten Tage nichts anderes gemacht. „Verstehe...“, war ihre Reaktion.
Er erzählte weiter: „Es ist nur ich... ich weiß nicht, was ich von den ganzen Sachen, die hier in der letzten Zeit passiert sind, halten soll.“ Teiga schwieg kurz, dann sagte sie: „Ich ehrlich gesagt auch nicht. Es geht alles zu schnell und zu... extrem. Zuerst deine Liebeserklärung (gekränkter Gesichtsausdruck von Sky), dann die Hochzeit... ich finde das etwas übertrieben. Dabei will ich doch nur den Kampf gegen die Dämonen beenden und dann mein altes Leben weiterführen. Du nicht auch?“
Sky dachte nach. Mein altes Leben... wenn sie alle Dämonen ausgelöscht hat, kann ich mein altes Leben gar nicht mehr leben. Meine Freunde, meine Familie... sie sind alle tot. Vielleicht hat Teiga sogar einige von ihnen getötet... Das einzige Leben, das ich jetzt noch führen kann, ist dieses hier mit den dreien. Aber wenn sie ihr altes Leben wieder aufnehmen wollen, bin ich da nur im Weg. Und selbst wenn sie mir erlauben, bei ihnen zu bleiben... wer weiß, ob wir alle den finalen Kampf gegen Lenya überleben werden...
„Eigentlich sehen wir uns am Ende dieser Reise eh nicht mehr wieder. Planen wir es doch fürs erste so, okay? Wir nehmen das, was hier auf der Reise geschieht, von wegen Hochzeit und alles, was so in die Richtung geht, nicht so ernst. Und nach dem letzten Kampf führt jeder sein altes Leben weiter, ja? Das ist das unkomplizierteste. Was hältst du davon?“, fragte sie und Sky antwortete: „Ähm,... ja. Ja... das ist wohl das beste...“
„Dann ist ja gut“, erwiderte sie lächelnd und ging zurück zu ihrer Decke.
Ja, dachte er. Lebe dein altes, einfaches Leben als Halbdämon. Ohne mich. Das ist okay,... wenn es dich nur glücklich macht...