Fanfic: In deinen Augen
Kapitel: Kapitel 14: ...ist einfach nicht genug
Kapitel 14: ...ist einfach nicht genug
Er hatte sich noch nicht einmal zu dem Dämonen umgedreht, der ihn töten wollte. Er spürte einen stechenden Schmerz, als das Schwert in seinen Rücken gerammt wurde und als er an sich herunterblickte konnte er erkennen, dass die Spitze durchgestochen worden war und der obere Teil nun aus seinem Bauch ragte. Sein Blick verschwamm und alles wurde unklar. War dies Sterben? Er sah keinen schwarzen Tunnel mit einem hellen Licht am Ende, nur einige Stimmen schwirrten in seinem Kopf herum. Stimmen, die ihm sehr bekannt vorkamen...
„Mit dir spielen wir nicht, Gelbauge!“ Die Kinder auf der Straße in seinem Dorf, denen er vertraut hatte und mit denen er alles geteilt hatte. Die Kinder, von denen einer wohl nie wieder lachen würde. Der, dessen Blut an Chris` Händen klebte.
„Du bist die Brut des Teufels, aber deine Eltern wollten ja nicht auf mich hören!“, seine Großmutter, die er zwar nie sehr gemocht hatte, die aber trotzdem ein Teil seiner Familie war. Die Frau, die ihn verstoßen hatte.
„Sie kann sich das nicht erlauben, bei dir zu sein!“ Jame, der Dämonenjäger. Azrani`s Ausbilder, der Chris auf die Straße geworfen hatte und das nur, weil er ein Dämon war.
„Mieser Dämon“, Azrani`s Stimme, die sich in sein Gedächtnis brannte.
„Mörder“, Azrani`s Stimme, die er einfach nicht abschütteln konnte. Ihre einsilbigen Beleidigungen, die sie immer hasserfüllter aussprach, je länger sie ihn ansah.
„Du legst dich sogar mit Dämonen an, um mich zu beschützen?“, ihre verwirrte, doch leicht kalte Stimme, die nicht wusste, was sie von ihm halten sollte. Kalt, aber nicht abweisend.
„Ich will nicht, dass du verletzt wirst...“, die Stimme kam von derselben Person, von Azrani, aber sie hatte sich verändert. Diese Worte sprach sie eben weder zweifelnd, noch kalt, noch hasserfüllt, sondern... anders. Vielleicht... liebevoll. Er konnte sich nicht mehr an den genauen Klang ihrer Worte erinnern, aber sie klangen freundlich.
„Chris!“, rief ihn eine Stimme wieder in die Realität zurück und er riss seine Augen wieder auf. Der Dämon stand über ihm, die blutverschmierte Klinge wieder in der Hand. „Azrani...“, flüsterte Chris leise und hoffte, dass es schnell gehen würde und der Dämon ihn nicht mehr lange quälen wollte. Langsam senkte sich die Klinge... „CHRIS!“, ertönte es erneut hinter ihm und aus den Augenwinkeln sah er tatsächlich Azrani auf sich zurennen. Nein. Noch nie hatte er sich so sehr gewünscht, dass sie einfach verschwinden würde. Er wollte nicht, dass sie sah, wie er starb. Trotzdem hob er leicht seine Hand und streckte sie in ihre Richtung aus. Es geschah ganz automatisch. Kleine Tränen glänzten in ihren Augen.
„Hehe, wie romantisch“, flüsterte der Dämon, der noch immer über Chris stand und hob seine blutverschmierte Klinge. Dann fügte er hinzu: „Vor allem, wenn du jetzt dran glauben musst!“ Erneut wurde das Schwert in seinem Körper gerannt, er wollte schreien, doch es kam kein Ton über seine Lippen. Noch immer blickte er Azrani an und in ihren Augen spiegelte sich der Schmerz, den er empfand. Warmes Blut floss über seinen Oberkörper und die auf ihn zurennende Dämonenjägerin schrie noch immer seinen Namen.
Wieder hieb der Dämon mit seiner Klinge auf ihn ein, wieder und wieder. Es kamen Chris vor wie mehrere Stunden, doch in Wirklichkeit waren es nur Sekunden.
Was für eine Ironie. Da wurde er tagelang von Menschen gejagt, weil sie ihn für einen Dämon hielten und nun starb er hier, im Kampf für die Menschen, ermordet von einem anderen Dämon.
Auch seine ohnehin schon roten Flügel wurden von seinem Blut benetzt. Sein Blick war immer noch auf Azrani gerichtet und erst jetzt fielen ihm ihre Verletzungen auf. Ihr Bein war eigenartig nach hinten gedreht, doch sie wollte so schnell sie konnte zu ihm. Wozu? Warum sollte sie bei ihm sein wollen? Sie hatte doch Jame...? Auch dieser stand bei ihr und versuchte sei zurückzuhalten, aber sie befreite sich immer wieder und rannte weiter.
In ihren verweinten Augen sah er unter anderem auch Verzweiflung, nur er konnte beim besten Willen nicht zuordnen, warum dieses Gefühl da war.
Sein ganzer Körper war durch die Klinge des Dämons schon durchstochen und er würde so oder so an dem Blutverlust sterben, doch der Mann gab nicht auf: Er rammte Chris das Schwert mitten durchs Herz. Sein Blick wurde glasig.
„NEIN!“, schrie Azrani, die nun endlich bei ihm angekommen war. Sie rammte dem Dämon Jame`s Axt in die Kehle, nur es hatte keinen Zweck mehr. Für Chris kam jede Hilfe zu spät, sein Herzschlag hatte ausgesetzt. Die Tränen liefen ihr ungehindert über die Wangen und sie fiel neben der Leiche des Dämons auf den Boden. Er nahm seine Hand in ihre eigenen. Sie war noch warm. „Komm hier weg, schnell! Wir müssen fliehen!“, befahl Jame ihr und wollte sie vom Kampfgeschehen wegziehen. Es gelang ihm mit etwas Gewalt und Chris` leblose Hand fiel wieder zurück. Seine Augen starrten kalt Richtung Himmel, nichts war mehr in ihnen zu sehen. Kein Leben, kein freundliches Strahlen... keine Liebe.
:;:;:;:;:; Oh, wie... wie... ja, wie ist es eigentlich? Traurig, romantisch, süß? Na, letzteres wohl eher nicht, aber könnte ja sein... Ich hab wirklich mal kurz mit dem Gedanken gespielt, ihn am Leben zu lassen, aber dann... dann war ich irgendwie schon bei der Stelle, wo er das Schwert ins Herz kriegt und da wusst ich einfach nicht mehr, wie ich ihn retten sollte... Ey, ich glaub ich wird deswegen jetzt depressiv wegen dem Ende! Wisst ihr was? Wenn ihr gaaaaanz lieb fragt, mach ich ein alternativ Ende... So „Was wäre wenn?“ mäßig. Da darf er dann überleben. Wollt ihr das oder seit ihr mit diesem Ende glücklich? :;:;:;:;