Fanfic: In deinen Augen

Untertitel: Dämon oder Mensch?

Kapitel: Kapitel 6: Azrani

Kapitel 6: Azrani
Mit jeder weiteren Bewegung floss mehr Blut aus seinem Adern, obwohl er sie fest umklammert hielt. Jetzt konnte er nichts mehr machen, außer ihr hilflos dabei zuzusehen, wie sie ihm den Gnadenstoß versetzte. Denn das wollte sie gerade tun.
Darauf hatte er ja schon seit ihrer letzten Begegnung gewartet. Er war noch immer bereit zu sterben. Doch ein kleiner Teil von ihm wehrte sich dagegen und ließ ihn immer weiter nach hinten rutschen. Das war auf dem schlammigen und rutschigem Boden selbst mit seinen Verletzungen kein Problem. „Bleib hier, Dämon!“, schrie sie und er nahm seine letzten Kräfte zusammen und sprang so weit er konnte nach hinten. Direkt über die Klippe, die sich dort befand.
Er fiel immer tiefer, bis er schließlich im Wasser aufschlug. Dort sah er ganz deutlich, wie eine Wolke aus Blut um ihn entstand.
Er versuchte sich nach oben zu kämpfen, doch dazu reichten seine Kräfte nicht mehr. Er war zu geschwächt und ließ sich immer tiefer fallen... fallen... in die Dunkelheit.

„Mieser Dämon“, flüsterte sie noch einmal, nachdem er über die Klippe gesprungen war. Jetzt gestattete er ihr noch nicht einmal, ihn zu töten! Aber das ließ sie nicht zu. Sie würde ihn eigenhändig töten, und wenn sie dafür in diesen ekligen Fluss springen und ihn rausziehen müsste!

Er hatte schon kein Gefühl mehr in seinem Körper, doch er merkte noch, wie sich sein Mund mehr und mehr mit Wasser füllte. Lange hielt er das nicht mehr durch, doch das war jetzt egal. Er wollte das die Schmerzen in seinem rechten Handgelenk aufhörten. Er nahm kaum noch wahr, wie ihn eine Hand an seinem Hemd packte und aus dem eiskalten Wasser zog.
„Wach endlich auf, Dämon! Du sollst mir in die Augen sehen, wenn ich dich töte!“, schrie jemand in sein Ohr und verpasste ihm dann eine Ohrfeige. Wer war das? War er noch unter Wasser?
Er öffnete seine Augen und sah jemanden vor sich stehen. Nach einigem Blinzeln erkannte er die Dämonenjägerin. Na toll. Hatte sie ihn nun aus dem Fluss gezogen, nur um ihn aufzuschlitzen? „Hast du... mich... gerettet?“, wisperte er kaum hörbar und der Schmerz in seinem Handgelenk setzte wieder ein.
„Ja, allerdings! Du sollst dein Todesurteil von mir persönlich empfangen!“, antwortete sie und hob ihr Schwert. „Wie... heißt du?“, murmelte er und warf damit die Dämonenjägerin komplett aus der Bahn. „Was hast du gesagt?“, erwiderte sie und ließ vor Schreck ihr Schwert fallen. „Wie heißt du?“, wiederholte er schwach und wartete auf eine Antwort.
Noch nie hatte sie jemand das gefragt. Niemand interessierte ihr Name, so lange sie die Dämonen vernichtete. Und ausgerechnet ein Dämon fragte sie danach, das erste mal in ihrem Leben... „Ich... habe keinen Namen“, antwortete sie und wandte sich von ihm ab. Das stimmte. Ihre Eltern waren kurz nach ihrer Geburt gestorben und hatten keine Zeit, ihr einen Namen zu geben. Zumindest keinen, an den sie sich jetzt noch erinnern konnte. Die anderen Menschen, zu denen sie dann kam, fragten sie nie nach ihrem Namen und das störte sie auch gar nicht, da sie ja keinen hatte.
„Dann nenn ich dich... Azrani“, meinte er lächelnd und hielt sich wieder das noch immer blutende Handgelenk. Was war das nur für ein Dämon?
„... Heute töte ich dich noch nicht“, flüsterte sie und verband ihm das Handgelenk, damit er nicht an den Wunden verblutete. „Aber eins ist sicher: Bei unserer nächsten Begegnung musst du sterben!“, fügte sie hinzu und Chris lächelte sie beim Weggehen noch an.
Azrani ist ein schöner Name, dachte sie, als sie immer schneller von ihm fort ging.

:;:;:;: Ich widme azrani1576 dieses Kapitel, da sie ihren Namen für die Dämonenjägerin spenden musste. Hoffe, das geht in Ordnung... :;:;:;