Fanfic: In deinen Augen
Kapitel: Kapitel 12: Wo man dich duldet...
Kapitel 12: Wo man dich duldet...
„Da, da drüben kannst du landen! Da kennt man mich, dort wird man uns wahrscheinlich nichts tun!“, meinte Azrani und deutete auf ein kleines Dorf. Chris wollte direkt hineinfliegen, doch seine Begleiterin dirigierte ihn zuerst etwas weiter nördlich von der Stadt. „Was ist denn?“, fragte er nach und Azrani warf ihm einen Mantel über. „Damit sie deine Flügel nicht sehen. Es muss dich ja nicht gleich jeder als Dämon erkennen, oder? Aber zieh deine Flügel etwas ein“, fügte sie noch hinzu als sie sah, wie auffällig er mit ausgebreiteten Schwingen unter dem Mantel war. „Was sollen wir überhaupt da?“, meinte er gestresst. „Ich hab Hunger und brauch etwas zu essen, sonst nichts. Außerdem lebt der Mann dort, der mich ausgebildet hat“, schwärmte sie lächelnd in Gedanken versunken. Was hatte sie denn nur auf einmal?
„Ach, und dein Ausbilder hat es nicht für nötig gehalten, dir irgendeinen Namen zu geben?“, rief er leicht eingeschnappt. Er hasste es, wenn sie diesen verliebten Gesichtsausdruck machte. „Nein. Er sagte, die meisten Menschen auf die ich träfe, würden mich ohnehin nur Dämonenjägerin nennen. Und nun komm endlich!“ Azrani nahm ihn an der Hand und versuchte ihn in die Stadt zu zerren. „Warte! Ich will wirklich nicht noch einen Dämonenjäger treffen, der mich töten will!“, schrie er verzweifelt, doch sie überging das einfach. Sie wusste, wie hungrig er inzwischen sein musste und sehr viel weiter hätte er sie nicht mehr fliegen können. Also war dieses Dorf die beste Möglichkeit. Auch wenn es da von Dämonenjägern nur so wimmelte...
„Bleib ganz dicht bei mir, so bist du sicher“, flüsterte sie ihm ins Ohr, während sie so unauffällig wie möglich durch die Stadt schlichen. Die meisten Bewohner warfen ihnen jedoch seltsame Blicke zu. „Ich rieche einen Dämon“, murmelten sie wenn Chris vorbeikam, doch bei Azrani`s Anblick beruhigten sie sich wieder. Sie kannten sie und wussten was für eine außergewöhnliche Jägerin sie war. Sie genoss den vollen Respekt der Menschen in diesem Dorf und sie würde wohl kaum einen Dämon in ihre Stadt bringen. „Wo wollen wir denn hin?“, fragte Chris sie, doch sie schüttelte nur den Kopf. Sie durften sich hier mitten auf der Straße nicht weiter unterhalten. In diesem Dorf wurde nie viel geredet, alle kannten ihre Aufgaben im Dorf und beim Kampf gegen Dämonen, also war reden komplett überflüssig. Sie würden sich verdächtig machen, wenn sie miteinander sprachen.
Er hatte so auf die herumstehenden Menschen geachtet, die ihn immer noch anstarrten, dass er gar nicht gemerkt hatte, dass Azrani schon weiter gegangen war. Suchend blickte er sich um, damit er sie wieder finden konnte, aber er konnte seine neue Begleiterin nirgendwo entdecken. Sie konnte ihn doch nicht in so einer Stadt alleine lassen! Plötzlich schoss aus dem Haus vor ihm eine Hand auf ihn zu, packte ihn am Kragen und zog ihn hinein. Zuerst dachte er, es wäre irgendein Dämonenjäger, doch es war nur Azrani. „Was machst du da nur so lange?“, regte sie sich kurz auf, doch sie war nicht sehr wütend auf ihn. Sie war überhaupt sehr nett zu ihm, seit er sie vor den beiden Dämonen gerettet hatte...
„Chris, ich will dir jemanden vorstellen. Das ist mein alter Lehrmeister Jamie. Jame, das ist Chris, ein... Freund von mir.“ Jamie, oder Jame wie Azrani ihn nannte, musterte ihn aufmerksam. Er schien offensichtlich zu bemerken, dass er nicht ein ganz normaler Mensch war. Um genau zu sein war er ja gar kein Mensch. „Freut mich, nur sag mal... warum nimmst du deinen Mantel denn nicht ab? Gib ihn mir“, meinte Jame auffordernd und hielt ihm die Hand hin. Chris war kurz davor, zu tun was er verlangte damit er beim Anblick seiner Flügel einen Schock bekam, doch Azrani ging dazwischen: „Lass ihn doch. Er ist sehr schüchtern.“ Also setzte Chris sich wortlos auf einen der Stühle, die im Raum standen. „Und äh... was wollen wir hier?“, fragte er an Azrani gewandt. Die erwiderte: „ich wollte ihn dir nur mal kurz vorstellen. Wir bleiben bei ihm, bis meine Wunden verheilt sind, er hat kein Problem damit. Ist das nicht nett von ihm?“ Bei den letzten Worten legte Jame seinen Arm um sie und sie lächelte bei der Berührung. Anscheinend schien da noch mehr zu sein.
Chris war kurz davor aufzuspringen und ihn von ihr wegzustoßen, doch er hielt sich zurück. Er wusste selbst nicht, weshalb er sich so aufregte. Er konnte es einfach nicht leiden, wenn jemand sie anfasste...
Tatsächlich entschieden sie sich dazu, bei Jame zu übernachten. Chris konnte Azrani gerade noch davon abhalten, mit Jame in einem Zimmer zu schlafen. Nun musste er mit ihm im selben Raum sein. Leider war Jame ein sehr gesprächiger Mensch. „Warum ist sie mit die Dämonenjägerin mit dir unterwegs? Du siehst nicht aus, als wärst du ein guter Kämpfer“, meinte er und Chris erwiderte: „Ihr Name ist Azrani.“ Jame schien darauf gar nicht zu reagieren und starrte ihn einfach weiter an. Er wartete noch immer darauf, dass seine Frage beantwortet wurde.
Als ihm das sinnlose Angestarrt werden allmählich auf die Nerven ging, antwortete er: „Ich habe ihr mal das Leben gerettet, mehr nicht. Und sie mir hin und wieder auch.“ Jame erwiderte nichts, nur ein leichtes Knurren bekam er als Antwort. Dann: „Du schläfst draußen.“ Chris war davon total irritiert. Warum wurde er jetzt rausgeschmissen, er hatte doch nichts schlimmes getan? „Verschwinde hier“, kam noch hinterher. Chris befolgte seinen Befehl vorsichtshalber und ging zu Tür, da die Person vor ihm immerhin ein Dämonenjäger war und er selbst ein Dämon. Daher ließ er sich hinaus bugsieren. Als er leise die Tür hinter sich schloss, öffnete Jame ihn wieder und warf ihm ein Kissen zum Schlafen hinterher. „Halt dich von ihr fern. Solange du bei ihr bist, wird sie schwach und anfälliger für die Angriffe der Dämonen. Behandle sie nicht als Mensch, behandle sie als das was sie ist. Eine Dämonenjägerin. Sie kann sich das nicht erlauben, dass sie von dir so bevorzugt wird“, meinte Jame noch abschließend und knallte dir Tür wieder zu.
:;:;::; Und schon wieder Ende. Ich weiß, ihr wolltet eine Liebesgeschichte, und die kommt auch, nur vielleicht nicht so, wie ihr euch das vorgestellt habt. Hehe, ich bin gerne fies... :;:;:;