Fanfic: Mysterious Man
Kapitel: Die erste Begegnung
Kapitel 1: Die erste Begegnung
,, Akisha!!! Sag mal, hörst du mir überhaupt zu?" Bra schaute ihre beste Freundin vorwurfsvoll an, denn diese war - wie fast immer - in Gedanken ganz woanders. Dabei musste Bra ihr doch unbedingt von ihrem gestrigen Date erzählen... Akisha seufzte:,, Tut mir leid, ich bin etwas müde - Es war ein anstrengender Tag und das Karate-Training war heute besonders hart!" ,,Ich verstehe sowieso nicht, was du daran so toll findest - Man schwitzt nur dabei und produziert nebenbei wahrscheinlich noch jede Menge Testosteron... Grauenvoll! Du solltest dich lieber um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kümmern: Jungs, Klamotten und Erfolg! Es ist mir unbegreiflich, dass du noch Single bist - so gut wie du aussiehst!"
Bra hatte Recht, Akisha war wirklich eine Schönheit: Sie war schlank, hatte elfenartige Gesichtszüge und einen porzellanfarbigen Teint; ihr langes, blauschwarzes Haar schimmerte im Sonnenlicht und ein mandelförmiges Paar smaragdgrüner Augen funkelten ihr Gegenüber an. Ihre Erscheinung war der einer Göttin ähnlich und sie hatte jede Menge Verehrer; aber sie wies jeden ab...
Akisha fand Männer langweilig; all ihre Verehrer hatten nicht dieses "gewisse Etwas" wonach sie suchte - Ihr perfekter Partner musste geheimnisvoll sein, ein Rätsel, dass nur die Auserwählte lösen könnte... Ein Mann sollte sich seiner Angebeteten nicht sofort bis aufs kleinste Detail offenbaren, denn sonst wird die Beziehung langweilig, ganz ohne neue Dinge, die man über seinem Partner erfährt. Akisha hatte noch nie einem Jungen die Chance gegeben, mit ihr auszugehen um sich besser kennenzulernen - Sie war sich sicher: Ihr perfektes Gegenstück würde sie sofort erkennen!
,, Ach Bra... Du kennst mich doch! Deine Lebensphilosophie passt einfach nicht zu mir - wobei: Von Klamotten bekomme ich ja auch nie genug!!!" Die beiden Mädchen lachten gemeinsam; auch, wenn sie von grundauf verschieden waren: Sie waren die besten Freundinnen. Shoppen gehörte genausosehr ins Programm wie lange, tiefgehende Gespräche, kleine Lästereien und das alltägliche, gemeinsame Joggen. beim Gedanken daran fühlte Akisha sich gleich noch viel müder: ,, Ohje, ich glaube nach unserer heutigen Joggingrunde werde ich totmüde ins Bett fallen!" ,,Tja, zum Glück haben wir Wochenende - Aber bevor du ins Land der Träume gehst musst du noch mit zu mir kommen; meine Mutter veranstaltet mal wieder eins ihrer berühmten Grillfeste, zu dem sie alle ihre Freunde eingeladen hat - da sind auch ein paar knackige Sportler dabei (^^)" ,,Hmmm... In Ordnung. Nach dem Joggen wird mir ein gutes Abendessen auch gut tun, denke ich... Wir sehen uns dann später!"
Nun trennten sich die Wege der beiden Mädchen, denn Akisha wohnte im Süden, Bra im Norden der Stadt. Akisha schlenderte durch die schmalen Gassen des Altbauviertels, in Gedanken schonwieder ganz weit weg... Plötzlich stellte sich ihr jemand in den Weg; ein sehr großer, kräftiger Kerl, der sie grimmig ansah. ,,Na Süße, was machst du denn hier so allein?" ,, Lass mich vorbei, ich muss nach Hause." Akisha blieb ganz ruhig - solte er sie auch nur einmal anfassen würde sie ihn unsanft auf die Matte schicken. Er würde schon sehen, was er davon hat, wenn er allein versucht eine Kampfsportlerin zu überwältigen!
,, Na,na,na... Du willst doch nicht schon etwa gehen???" Der Typ grinste jetzt hämisch und wie aus dem Nichts schossen zwei ebenso kräftige Muskelprotze aus dem Schatten hervor und schnappten sich Akishas Arme; brutal rissen sie sie zu Boden, sie hatte keine Chance sich zu wehren. Tränen des Schmerzes und der Verzweiflung brannten hinter ihren Augen, sie dachte: ,, Oh mein Gott, wieso musste ich ausgerechnet diesen Weg nehmen? Wer weiß, was sie mir antun werden!" Der Anführer durchstöberte ihren Rucksack nach Wertsachen, fand aber nur einen Geldbeutel mit ein paar Münzen darin. Er raunzte:,, Das war ja wohl ein Schuss in den Ofen... Nix zu holen bei der Kleinen! Tja, leider können wir dich jetzt nicht einfach so gehen lassen, von daher... Veranschiede dich schonmal vom Leben, Schätzchen!" Der Kerl griff in seine Hosentasche, fuchtelte kurz in der Lust rum; ein kurzes "tschtscht" und Akisha sah es: Ein großes, scharfes Butterflymesser. Voller Angst vergrub sie den Kopf in ihrem Haar, in ihrem Kopf hämmerte nur dieser eine Satz:,, Ich will nicht sterben!" Langsamen Schrittes näherte sich der Gangster dem Mädchen, man sah die Mordlust in seinem Blick. Gleich würde es vorbei sein... ,,Ooooouh..." Der Anführer sackte in sich zusammen, mit einem Mal war er bewusstlos. Irgendjemand hatte im einen Stein an den Hinterkopf geworfen...
Die beiden Muskelprotze schienen sehr beunruhigt zu sein: ,,Boss! Alles in Ordnung? Was is´n los mir dir???" ,,Fragt euch lieber, was mit euch los sein wird, wenn ihr nicht gleich das Mädchen loslasst! Akisha hob den Blick und dort stand er, oben auf einem Vordach: Ein Mann mit grüner Haut, eigenwilliger Kleidung und spitzen Ohren. Der jungen Frau stockte der Atem: Wer war das? Sie wusste es nicht, dafür aber die beiden Schlägertypen:,, Um Gottes Willen, d-d-das ist ja der Oberteufel Piccolo! Machen wir, dass wir wegkommmen!" Sie liessen Akisha los, schnappten sich ihren Boss und waren innerhalb weniger Sekunden in der Dunkelheit der Gassen verschwunden.
Akisha atmete erleichtert auf - Sie war gerettet! ,,Danke, dass du..." Sie drehte sich abermals nach ihrem Retter um, aber dieser war spurlos verschwunden. Auf dem Heimweg kreisten all ihre Gedanken um den mysteriösen Unbekannten: ,, Hm... Ein komischer Kerl; rettet mich und verschwindet dann ohne ein Wort wieder! Wie haben die beiden Typen ihn genannt? Oberteufel Piccolo?... Also, dass muss ein Anderer gewesens sein, der Oberteufel ist selbst böse... Außerdem sieht der lange nicht so gut aus wie mein Retter! Ob ich ihn wohl nochmal wiedersehe?"
Dass es ein baldiges Wiedersehen geben würde, davon hatte Akisha keine Ahnung...