Fanfic: Blutmond (überarbeitet)
Kapitel: Erste Begegnung mit Alucard
aufgrund von schulstress etws kürzer^^
Integra, die sorgsam den Erzählungen des kleinen lauschte, aber ihre Arbeit nicht einen Augenblick lang unterbrach, sah ihn, als er fertig war, durchdringend an. Alucard also schon wieder. Wie oft hatte sie ihm gesagt, dass die Organisation kein Hotel war. Nach Icognitos Tod hatte sie Glück gehabt, dass man sie wieder freigelassen hatte und die Hellsing Organisation wieder ihren Dienst aufnehmen durfte. Einen Spion des Vatikans konnte sie hier nun wirklich nicht gebrauchen. Reichte es nicht schon, dass dieser Vampir und seine kleine Untergebene eine nicht unbeträchtliche Summe Geld vernichteten? Blut war nicht gerade billig und nach dem kleinen Wachstumsschub ihres Hausvampires musste sie ihm auch noch neue Klamotten besorgen und nun bettelte er noch nach einem größeren Sarg und brachte einfach Fremde mit. Sie könnte sich die Haare raufen. Dieser Kerl brachte sie noch um den Verstand und sein neustes Hobby hieß „Nerven wir Integra“ und sie hasste es. Sie verstand ja das er sich langweilte, aber sie konnte doch auch nichts dafür das der Kerl keine Hobbys hatte, außer sie zu nerven, verstand sich.
Seufzend musterte sie ihn wieder und rief Walter, der kurz darauf in der Türe stand und seinen Patienten musterte. Er wusste, dass er sich später noch eine Standpauke abholen durfte, aber der Kleine tat ihm gestern einfach leid und er war schon immer ein Samariter gewesen.
„Also, Drake, nicht war? Du hast zwei Möglichkeiten, entweder zu bleibst hier und arbeitest für mich, oder wir werden dich jagen…“ Integra sah ihn nicht einmal an als sie dies sagte, sondern hackte weiter auf ihrem PC herum.
„Walter wird dir was zum Anziehen geben und dein Zimmer wird im Untergeschoss liegen. Heute Nachmittag wird alles eingerichtet sein“: Und mit einer leichten Handbewegung deutete sie ihm, dass er gehen konnte. Sie kannte seine Antwort. Natürlich würde er hier arbeiten, was hatte er schon für eine Wahl? Das war immerhin besser, als verfolgt und gejagt zu werden.
Er verabschiedete höflich, bedankte sich für die Chance, sein Können zu zeigen und folgte Walter.
„Tut es noch sehr weh?“ Fragte der Butler und deutete auf den Verband an der Hüfte.
„Äähm nein, vielen Dank für die Hilfe..:“ Er fühlte sich sichtlich unwohl, so unbekleidet neben ihm zu laufen. Mal wieder musterte der kleine Vampir den Boden.
„Du musst nicht so schüchtern sein, Kleiner“ Walter lächelte ihn an. „Glaub mir, wir haben schon ganz andere Dinge gesehen“ Mit diesen Worten öffnete er die Tür zu einem der unzähligen Zimmer und drückte dem Jungen seine Genähten und etwas abgeänderten Klamotten entgegen. Sie passten nun besser zu seinem veränderten Körperbau, aber es war immer noch seine Lieblings Bondage - Hose mit den Ketten und sein Schnürshirt mit den Lederbändern. Begeistert zog er es an und grinste Walter fröhlich an. Er hatte schon lange keine sauberen Sachen mehr gehabt.
„Bis dein Zimmer fertig ist, kannst du dich erstmal umsehen und dich mit allem vertraut machen. Am besten gehst du auf den Trainingsplatz und suchst dir eine passende Waffe“
Mir diesen Worten verließ Walter den kleinen Vampir und widmete sich Integras Standpauke.
Drake sah ihm verdutzt nach. Er und kämpfen? Er mochte keine Gewalt und nun sollte er kämpfen? Viel mehr würde ihn interessieren, wer ihn aufgegabelt hatte. Er konnte sich nur noch an die Augen erinnern. Diese tollen, roten und funkelnden Augen. Sie waren schön und geheimnisvoll. Aber er hatte keine Ahnung, wie er denjenigen finden konnte. Er seufzte theatralisch und lief erst mal zurück. Er würde sich in dem riesigen Anwesen hoffnungslos verlaufen. Er kam wieder an Integras Büro vorbei, wo gerade Walter gestresst herauskam. Seine Standpauke war vorüber, aber wen brüllte diese Furie dann an? Als Walter wieder von dannen zog, blieb Drake gegenüber der Türe stehen. Diese Frau hatte ein ganz schönes Organ, denn trotz der dicken Holztüren verstand er jedes Wort. Er fand das höchst interessant, er lauschte ja nicht, sondern hörte unfreiwillig zu. Grinsend lehnte er sich an das Geländer und hörte gebannt eben „unfreiwillig“ zu.
„WIE OFT SOLL ICH DIR NOCH SAGEN WIR SIND KEIN HOTEL ALUCARD!!! Du kannst nicht ständig irgendwelche Fremden anschleppen, nur weil dir langweilig ist“
Geduldig ließ der Vampir die Standpauke über sich ergehen. Womit hatte er das verdient?
Er rollte genervt mit den Augen, was seine Herrin aufgrund seiner Brille und zum Glück für ihn nicht sah. Er hatte doch nichts verbrochen. Dauernd beschwerte sich Integra über seine Angewohnheit, keinem verletzten Menschen zu helfen, sondern ihn, wenn möglich, noch zu töten. Gut der Kleine war kein Mensch, aber er fand ihn interessant. Er wusste ja selber nicht genau, warum er ihn aufgegabelt hatte, aber Langeweile treibt einen eben zu vielen Dingen.
Und besonders ihn. Er hatte ja ständig Langeweile, aber er durfte ja auch nichts, außer vor Integra den Hausvampir zu spielen. Er hatte langsam genug und mischte sich auch mal in die Schimpftirade über sein schlechtes Benehmen und seine eigenständigen Handlungen ein.
„Ich hätte ihn ja schlecht einfach so rumlaufen lassen können. Er wäre aufgefallen und irgendwann wäre die Presse wieder hinter uns her.“ Er grinste sie nur an. Sie hasste es, dieses überhebliche Grinsen. Er wusste ja, dass er Recht hatte und das trieb sie in den Wahnsinn. Am liebsten hätte sie ihm dieses breite, süffisante Grinsen mit einem dicken Buch aus dem Gesicht gewischt, aber sie beherrschte sich. Immerhin war sie Sir Integra Wingates Hellsing und sie durfte sich keine Ausbrüche erlauben. Sie rückte ihr Kreuz zurecht, atmete tief durch und sah dem großen Vampir in seine Augen, oder sie würde es, wenn er nicht wieder die Brille tragen würde. „Treibe es nicht zu weit Alucard. Du unterstehst immer noch mir und wenn du deine Grenzen nicht kennen lernst, wirst du auf Diät gesetzt.“ Diät? Sie konnte ja so gemein sein. Er bekam jetzt schon zu wenig Blut für seine Verhältnisse. Er hatte ständig Hunger und das nervte tierisch. Murrend und wortlos wandte er sich zum gehen und benutzte ausnahmsweise mal die Tür.
Drake war indes gebannt von dem Gespräch. Wem gehörte die andere Stimme?
Sie klang toll, so tief und geheimnisvoll. Er grübelte die ganze Zeit, bis auf einmal die Tür aufgemacht wurde und eine große, nein für ihn eher riesige, rote Gestalt fluchend das Zimmer verließ. Drake starrte ihn an. So einen großen Kerl hatte er noch nie gesehen und überhaupt, die Klamotten und das Auftreten, er war was ganz besonders, besonders, weil Drake von ihm keinen Herzschlag hörte. Aber da war was anderes, wenn er nur wüsste was. Also ein Mensch war der bestimmt nicht
„Was starrst du so?“ Alucard war sichtlich schlecht gelaunt. Er hasste es, wenn Integra ihn erpresste. Er knurrte den Kleinen sauer an, ohne es eigentlich zu wollen
„N- nichts“ Betrübt musterte Drake mal wieder den Boden. Er hatte es doch nicht so gemeint. Unsicher scharrte er mit einem Fuß auf dem Boden. Er wagte es nicht, den großen Kerl noch mal anzusehen.
Alucard, würdigte ihn keines weiteren Blickes. Er war viel zu sauer für so was. Wütend stapfte er in die Küche und vergriff sich mal wieder an den, für ihn eigentlich verbotenen, Blutreserven. Er hasste das Zeug, aber irgendwie musste er seine Wut runterspülen.
Als der größte Teil davon verraucht oder am Blut ertrunken war, ließ er sich seufzend auf einem Stuhl nieder und hing seinen Gedanken nach.
Drake hingegen war immer noch bedrückt. Er hatte Angst vor dem großen Kerl und wollte ihm nicht wirklich wieder begegnen. Er suchte sich seinen Weg in den Keller und legte sich schweren Herzens wieder in den Sarg, in dem er aufgewacht war. Wem er wohl gehörte? Er roch irgendwie gut und war bequem. Und er stellte sich den Besitzer als netten Kerl vor. Nicht so, wie der von vorhin. Umso mehr bekam er beinahe einen Herzanfall, als der Kerl auf einmal in der Tür stand und ihn musterte.
Alucard ging wortlos zu einem der Stühle, legte Hut, Mantel und Sonnenbrille ab und sah ihn an. Was machte der Kerl schon wieder hier? Na gut, sein Zimmer war wohl noch nicht fertig und er hatte ihn ja hierher geschleppt und so musste er ihn aushalten.
„Rutsch rüber“ Murrte Alu und schob ihn ein Stück zur Seite, um sich zu ihm in den Sarg zu legen. Mal wieder fluchte er innerlich über die beengten Verhältnisse, die Welt war einfach zu klein für ihn. Er musterte seinen Sarggefährten kurz, murrte und drehte ihm den Rücken zu. Er wollte schlafen, denn so entging er wenigstens der ständigen Langeweile.