Fanfic: Moonsoul
Kapitel: (K)ein Mensch?
Sango und Miroku standen zusammen auf der Wiese, auf dem auch der ausgetrocknete, knochenfressende Brunnen stand, der als Tor in die anderer Zeit diente.
Schon seit einiger Zeit waren sie sich ihrer Liebe zueinander bewusst, und drucksten da auch nicht mehr herum. Zwar konnte Miroku seine alte Gewohnheit hübschen Mädchen nachzusehen nicht ganz ablegen, aber Sango war schon sehr lange darin Geübt ihn da zu Recht zu weisen.
Die Dämonenjägerin war schon damals jene gewesen, die am erwachsenen schien, und heute war sie das auch. Eine wunderschöne junge Frau mit fast hüftlangem, schwarz glänzendem Haar und dunkle strahlende Augen, die ihre Erfahrung in all der Zeit verrieten.
Miroku hatte sich kaum verändert, und sah noch immer so jung und hübsch aus wie in seinen jüngeren Jahren. Kurzes, dunkles Haar mit einem kleinen Zöpfchen und einem sehr hübschen Gesicht, mit dunkelblauen Augen- eine Seltenheit in dieser Landen.
Shippo saß auf dem Brunnenrand und sah hinein, er war nicht wesendlich größer geworden als zuvor. Woran das lag, konnte man wohl nur auf Grund der langen Lebenserwartung eines Dämons vermuten. Aber was jene Wesen betraf, warfen sich immer wieder Fragen auf. Die einen hatten eine kürzere "Kindheit", andere sahen Grundsätzlich sehr viel menschlicher aus, als sie wirklich waren und wieder andere schienen rasend zu altern, aber damit auch stärker zu werden und ganz andere waren kaum in ihrer Gestalt zu beschreiben.
Sango hatte sicherlich schon eine menge Arten von Dämonen gesehen, aber auch sie wusste nur ein Bruchstück von der Vielfalt.
"Ob Inuyasha die Nacht wieder heimkommt? Vielleicht bringt er ja Kagome mit!", hoffte der kleine Fuchsdämon, dessen buschiger Schwanz seinen Rücken bedeckte so wie er sich vorbeugte und von hinten eher einem Fellball glich als einem Jungen.
"Shippo, du hofft jeden Tag darauf das Kagome wieder kommt. Sie war doch vor einer Woche da. Sie hat doch gesagt, das sie sehr viel in ihrer Epoche zu tun hat.", erklärte Sango mit einer leicht tadelnden Stimme. Ihre Stimme war angenehm rauchig und verriet ihre Stärke. Miroku bekam meist eine angenehme Gänsehaut, wenn sie sprach. Er mochte irgendwie diesen leichten rauchigen Klang. Er lächelte seine Dämonenjägerin an, da auch jetzt eine leichte Gänsehaut über seinen Rücken wanderte und ihn angenehm schaudern ließ. Er liebte das Gefühl das Sango bei ihm auslöste.
Shippo war selten schnell damit zufrieden was er "serviert" bekam und sah Sango beleidigt an.
"Eine Woche ist wohl auch genug Wartezeit!", murrte er leicht verärgert.
"Tja, dann wirst du wohl noch länger warten müssen."
Shippo drehte sich zu der bekannten Stimme des Halbdämons um und starrte sofort wieder in den Brunnen in der Erwartung dass er vielleicht nur scherzte und Kagome hinter ihm auftauchen würde. Doch Inuyasha verließ allein den Brunnen, ohne sich noch mal umzudrehen.
"Was soll das heißen? Was hat sie gesagt?", rief Shippo aufgebracht und gab so was wie ein leises knurren von sich. Inuyasha hob einfach nur die Schultern und erwiderte ohne den kleinen Fuchsdämon anzusehen.
"Na, das was ich schon sagte. Ich kann's nicht ändern. Sie ist viel zu beschäftigt mit..." er stockte kurz, als er daran dachte das Kagome mit diesem Hojo davon ging.
"...mit dem Lernen."
Sango und Miroku wussten sehr wohl, das es auch noch einen anderen Grund gab und mit diesem musste Inuyasha allein klar kommen. Es war nun mal so.
Natürlich tat es dem Hanyou unendlich weh. Aber er wollte nicht meckern. Er würde Kagome zwar hier beschützen, doch immer noch war sie in ihrer Epoche wohl sicherer. Und sie wollte ja nicht mehr hier leben.
Plötzlich witterte Inuyasha in der Luft eine Veränderung. Miroku wusste sofort, was das bedeuten konnte.
"Sind Dämonen in der Nähe?", fragte der junge Mönch, und fragte sich weshalb er jene Aura nicht spürte. Sango schien auch nichts zu spüren. Nur Shippo schien, neben Inuyasha, etwas wahr zu nehmen, das wohl nur gute Nasen und Dämonen wahrnehmen konnten.
Inuyasha kniff die Augenbrauen zusammen, da er sich nicht sicher war, was es war. Es roch nicht wirklich bedrohlich, aber sehr fremd.
"Es riecht nicht nach einem Dämon aber auch nicht nach einem Menschen."
Ihm wurde grade bewusst, dass es irgendwie angenehm war. Dann zuckte er zusammen und auch Miroku und Sango spürten es.
"Da ist wohl doch ein Dämon! So Nahe?", sagte Miroku und spannte sich ein wenig mehr.
"Vergiss nicht, seit Naraku nicht mehr aufgetaucht ist, sind die Dämonen aus ihren Löchern herausgekommen. Jetzt werden sie wieder übermütig.", sagte Sango und eilte schließlich Inuyasha nach, der in großen Sprüngen in den Wald verschwand. Shippo und Miroku folgten auf den Fuß.
In der Tat war nicht sehr weit ein Dämon. Er erinnerte an einen Westlichen Drachen, doch die glänzenden Schuppen fehlten und der Kopf war sehr unförmig mit einer runden Schnauze. Er hatte auch keine Flügel wie man es vielleicht vermutet hätte. Und keinen Schwanz, dafür jedoch dornenähnliche Klauen, schwarze, spitze Zähne, die Knochen zermalmen konnten und eine harte grünschwarze Haut. Behaarung besaß dieser Dämon gar nicht. Keiner der vier Freunde kannte diese Art von Dämon und diesmal verfluchte Inuyasha es, das Myoga nicht da war. Der Flohgeist war mal da und mal nicht. Man konnte nie sagen, wann er auftauchte und jetzt würde er auf jedenfall einen sicheren Ort aufsuchen als diesem hier.
Doch zu aller Überraschung, waren zwei Mädchen ebenfalls an Ort und Stelle, die sich jenem Dämon entgegen stellten.
Sie trugen einfache Kimonos und schienen aus dem Dorf zu kommen. Dennoch kannte keiner die beiden und so groß war das Dorf nicht um sie zu übersehen. Besonders die junge Frau mit dem kastanienroten Haar, das je nach Lichtstärke mal heller, und mal dunkler wirkte. Sie hielt eine Art Sperr und trug einen Handschuh der sehr seltsam aussah und aus einem seltsamen Material gefertigt war. Irgendwie schien es lebendig zu sein und doch war es das nicht. Auch der Sperr schien aus demselben Material zu bestehen. Die Frau selbst wirkte sehr zierlich, aber sie schien entschlossen. Keiner konnte sagen, dass sie von hier kam. Aber woher sie kam, wusste auch niemand. Die andere Frau war ganz klar von hier. Langes schwarze Haar, das zu einem Knoten gebunden war, etwas kleiner als die Rothaarige und deutlich dunkle Mandelaugen.
Inuyasha dachte gar nicht lange nach und zog sein Tessaiga. Ebenso schnell sprang er auch vor. Sango schnallte ihren Bumerang von der Schulter und setzte zum Wurf an, während Miroku sich, mit seinem Mönchstab, vor die Mädchen stellte um einen Schutzbann auf zu bauen.
Der Dämon brüllte auf, als er von Bumerang und Schwert getroffen wurde. Inuyasha spürte, dass die Panzerung sehr hart war und merkte deutlich den Rückschlag. Er hatte gedacht, dieser Dämon wäre leicht zu besiegen, doch wohl nicht auf diese Weise und mit purer Körperkraft. Dennoch wollte er so schnell nicht aufgeben. Er sprang zurück, sah noch wie Sangos Bumerang erfolglos abprallte, erkannte noch aus dem Augenwinkel einen Schatten und bekam schließlich, bevor er reagieren konnte, einen heftigen Schlag mit der Klaue ab.
Benommen knallte der Halbdämon zu Boden und dachte nur mit zusammen gebissenen Zähnen.
Ich hätte ihn gleich mit der Windnarbe fertig machen sollen!
Das schwarzhaarige Mädchen schrie auf. Da der Dämon schließlich mit seiner Klaue um sich schlug, um jene beiden Mädchen und den Mönch zu finden, die durch den Schutzbann nicht sichtbar für den Dämon waren. Er verfehlte nur knapp Mirokus Kopf, doch er regte sich nicht, ließ sich gar nicht beirren, stattdessen murmelte er weiter sein Gebet.
Es war sein Glück, das Inuyasha und Sango wieder eingriffen. Sogar Shippo verwirrte den Dämon mit seinem Fuchsfeuer, denn er hatte durch den Schrei herausgefunden wo die drei waren und wollte sie grade zermalmen.
Sango Sprang in die Höhe, nutze den Schwung des Dämons und schleuderte ihm ein, für Dämonen ätzende Flüssigkeit ins Gesicht. Jedoch erwischte der Dämon sie böse an der Schulter und riss den Ärmel ihrer Tunika ab. Sango schrie auf und sprang grade noch so davon. Inuyasha hob sein Schwert, witterte die Windnarbe und schlug endlang dieser Narbe. Die Wucht riss Miroku und die Mädchen zu Boden. Die Erde spritzte hoch ohne sichtbar zu sehen was sich seinen Weg bahnte und traf den Dämon mit voller Wucht.
Er schien sich seiner Sache zuvor sicher gewesen zu sein, doch der Panzer war für die Windnarbe nicht stark genug und es zerriss ihn gnadenlos.
Inuyasha stand mit seinem Schwert noch immer da und sah zu Miroku und den beiden Mädchen. Dann hörte er Shippo schreien.
"Sango ist verletzt!"
Sofort sprang Miroku, ohne daran zu denken sich jetzt um die beiden fremden Mädchen zu kümmern, auf um zu der Jägerin zu eilen, die jedoch nur abwinkte.
"Schon gut. Es ist nur ein Katzer.", presste sie zwischen den Zähnen hervor.
Ihre Schulter blutete stark, aber es schien wirklich nur eine kleine Fleischwunde zu sein. Sie hatte schlimmeres hinter sich gebracht. Miroku kümmerte sich sofort um ihre Wunde. Shippo hockte daneben und sah zu. Nur Inuyasha ging nun auf die Mädchen zu. Der seltsame Geruch kam von ihnen.
Ihm fiel auf das der Handschuh und der Sperr, von der Rothaarigen nicht mehr da war. Sie musste beides während des Kampfes verloren haben.
"Wer seit ihr?", wollte er schroff wissen. Die Rothaarige half ihrer Freundin auf und sah ihn schließlich direkt und herausfordert an.
"Niemand!", entgegnete sie ebenso schroff, ohne ein Wort der Dankbarkeit. Dieser Geruch ging von ihr alleine aus, bemerkte Inuyasha und konnte dem langsam einen Namen geben. Es erinnerte ihn an Erde, Gras und Blumen. Aber ob diese Beschreibung richtig war konnte