Drachengeist

Tief in der Schlucht

Hallo,nachdem mich wer gebeten hat,schnell weiter zu macghen hab ich einfach schnell das nächste kap. hochgeladen. ich hab zwar noch mehr,aba das wäre zu viel auf einmal! aba ich lad demnächst wieda was hoch

Viertes Kapitel:
Tief in der Schlucht

„Ah! Es fühlt sich an als hätte ich mir alle Knochen gebrochen, aber ich bin nicht tot! Ich lebe!“, brachte sie, nachdem sie aufgewacht war heraus.
Mit schmerzen und keuchen setzte sie sich auf. Sie blickte nach oben und erkannte vier-fünf Meter über ihr die Klippen. Noch immer wunderte sie sich, diesen Sturz überlebt zu haben. Sie versuchte auf zu stehen, konnte aber ihr linkes Bein nicht aufrichten und sank wieder zu Boden. Sie versuchte es noch einmal, viel aber dieses Mal hin und stöhnte. Ihr Bein war gebrochen. Sie setzte sich wieder auf und suchte nach weiteren Verletzungen an ihrem Körper. Teilweise war ihre Haut aufgeschabt und etwas Blut rann heraus. Ihr Handgelenk war geprellt und angeschwollen. Ihr lief Blut aus einer Wunde an der Schläfe übers Gesicht und ihr war schwindelig. Sie versuchte sich an einem Strang einer Pflanze, die tief unten in der Schlucht, so weit, dass sie nicht sehen konnte wo sie anfing, wuchs hochzuziehen. Mit einer Hand immer noch den Strang der Pflanze umklammert und mit der anderen an den nackten, harten Felsen gelehnt, blickte sie sich um. Nirgendwo sah sie etwas, das ihr helfen könnte, wieder nach oben zu kommen.
„Es bleibt mir keine Wahl: Ich muss wohl oder übel nach Oben klettern! Ich muss es wenigstens versuchen, sonst komme ich hier nie weg!“
Sie hielt sich mit beiden Händen an der Pflanze fest. Doch sie überkam ein stechender schmerz in ihrem Kopf. Sie taumelte und drohte vom Vorsprung herunter zu fallen, als sie ein seltsames, fremdes Gefühl überkam, als wenn ihre Seele entzweigeteilt und ihr der eine Teil genommen würde. Sie spürte Windzüge und etwas packte sie an den Armen und zog sie nach Oben. Benommen blickte sie nach Oben zu dem Geschöpf, dass sie gerettet hatte. Zwei große blaue Pranken mit spitzen, langen Krallen hielten sie fest. Das Geschöpf hatte einen langen, schuppigen Körper und einen Schwanz, der am Ende zu einem spitzen Stachel überlief. Mit einem Ruck wurde sie von dem Geschöpf im Schatten eines Baumes abgesetzt. Das Geschöpf löste sich in Luft auf und Jessica überkam wieder dieses Gefühl, aber dieses Mal so, als wenn ihre Seele zurück in ihren Körper kehren würde. Ihr wurde noch schwindeliger und sie fiel in Ohnmacht.

Viel Zeit verging, bevor sie aufwachte. Sie war erschöpft. Der Fall und die Verletzungen hatten ihr schwer zu schaffen gemacht. Außer einer Frucht hatte sie an diesem Tag noch nichts gegessen. Was sollte sie jetzt machen? Sie wusste nicht, woher sie gekommen war. Jáy machte sich sicher Sorgen und suchte schon nach ihr, doch sie konnte nicht mal versuchen aufzustehen, geschweige den, wieder zum Lager zu gehen. Erschöpft, müde und ausgehungert lag sie im Schatten des Baumes. Die Sonne ging schon langsam unter. Der Himmel war schon leicht rötlich gefärbt.
Sie schloss die Augen und versuchte etwas zu schlafen, als sie eine Stimme hörte. Die Stimme näherte sich. Es war Jáy! Sie öffnete die Augen wieder und setzte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf. Jáy kam immer näher.
„Hier bin ich, Jáy! Hier, bei der Klippe!“, rief sie ihm erschöpft und mit leiser Stimme zu. Er lief zu ihr und schrie sie an: „Wo warst du die ganze Zeit?!“, besorgter, aber immer noch wütend fragte er weiter, „Was ist denn mit dir passiert? Warum blutest du? Warum bist du einfach abgehauen? Ich habe mir Sorgen gemacht, weil du einfach verschwunden bist!
„Ich kann nicht gehen. Mein Bein ist gebrochen“.
„Wie ist das denn passiert?“, fragte er weiter.
„Vorhin, da habe ich so ein Kreischen gehört. Deswegen bin ich los gelaufen, um die Quelle des Lärms zu finden, aber als ich an der Klippe war, ist ein Teil des Felsens abgebrochen und in die Schlucht gestürzt- und ich mit ihm. Was dann geschehen ist und wie ich hier wieder rauf gekommen bin ist mir auch rätselhaft. Es ist als hätte man diesen Teil meiner Erinnerungen aus meinem Gehirn gelöscht. Aber ich glaube, dann, als ich wieder hier Oben war, wurde ich Ohnmächtig“, erzählte sie ihm, ebenfalls so verwundert wie er. Er machte weiterhin ein sehr verdutztes Gesicht.
„Dann“, sagte er schließlich, „bleibt mir nichts anderes übrig, als dich zurück zu unserem Lager zu tragen“. Er nahm sie auf den Rücken und lief in angenehm schnellem Tempo zurück.
„Du Jáy“, sagte Jessica mit großen schmerzen und mulmigem Gefühl im Bauch.
„Ja, was ist denn, Jess?“, fragte er.
„Ich... nun ich habe vorhin, als ich weggelaufen bin, die Augen geschlossen und mich konzentriert und plötzlich wusste ich, wohin ich laufen musste; naja... eigentlich wussten nur meine Beine wo es lang ging, denn ich habe nicht gesehen wohin ich lief, aber trotzdem war ich auf dem richtigen Weg. Ich glaube durch meine Konzentration hat sich in mir eine Kraft gebildet, die sozusagen, meine Beine gelängt hat und mich zu meinem Ziel führen wollte- bis ich die Augen geöffnet hab und den Abgrund vor mir sah...“
Jáy überlegte, aber dann antwortete er ihr:„Das ist gut möglich. Vielleicht entwickelst du schon diese Kraft, von der dieser Mann gesprochen hatte oder vielleicht musst du sie nur wecken, vielleicht besitzt du schon eine Gabe“.
„Jáy, kannst du deine Fähigkeit immer einsetzen oder musst du dich dafür auch konzentrieren?“, fragte Jessica etwas besser gelaunter. Der Gedanke daran, dass sie etwas Besonderes war und etwas konnte, dass außer ihr vielleicht niemand schaffte erfreute sie sehr; doch sie wusste, dass sie an dieser Fähigkeit noch arbeiten musste, denn schließlich wäre sie beinahe mit geschlossenen Augen über die Klippe gesprungen und wäre wahrscheinlich tot!
„Nein, auch wie du muss ich mich sehr konzentrieren und alle anderen Gedanken vergessen, um lesen zu können, was andere Personen oder Tiere denken. Wenn man wütend ist, kann man oft auch seine Fähigkeit nutzen, aber du musst lernen dich zu konzentrieren, um deine Fähigkeit zu beherrschen! Durch Wut beherrscht sie dich und man kann sie nicht kontrollieren und stellt an Dinge, die man gar nicht tun will!“, antwortete er ihr belehrend.

Nach einer Weile kamen sie an ihrem Lager an. Jáy legte Jessica auf dem Boden neben dem Feuer ab. Er reichte ihr eine Schale mit etwas, das an dickflüssige Suppe erinnerte. Jáy hatte den Vogel gebraten, zerkleinert und mit zerhackten und gedünsteten Nüssen, Beeren, Früchten und Pilzen vermischt.
„Das ist wirklich gut! Wo hast du kochen gelernt?“, fragte Jessica verwundert darüber, dass ein Junge so etwas zubereiten konnte.
„Keine Ahnung. Ich musste es mir hier selber beibringen, damit ich nicht verhungerte“, antwortete er etwas stolz.
Nach dem Essen ging es ihr besser und sie war gestärkt. Jáy gab ihr ein paar Blätter, Fahne und Stroh auf dem sie es sich ver-suchte, so gut es ging, bequem zu machen. Er machte ihr einen Tee aus, laut ihm, wohltuenden und heilenden Kräutern, der aber nach nichts schmeckte und widerlich roch, schmierte ihr geprelltes Handgelenk und ihr gebrochenes Bein mit einer kühlenden, aber brennenden Salbe ein und wickelte darum lange, dünne, strapazier-fähige Blätter.
Sie legte sich hin und wollte schlafen, als sie etwas Hartes unter dem Stroh spürte. Sie schob es etwas beiseite und fand dort einen schmutzigen Stein.
Sie wischte die Ober-
fläche etwas mit ihrer Hand ab und sah eine Figur auf dem rechteckigen Stein. Es war ein Drache.
„Jáy, schau was hier gelegen hat! Ein Stein mit einem Drachenbild!“