Ein neues Leben,eine neue Liebe!
Ein gefährliches Spiel wird aus der romantischen Begegnung
“Lass sie endlich los! Hast du nicht gehört, was sie sagt?”
Ich falle und bin schnell am Boden. Mein Hals schmerzt und ich kann kaum noch was sagen. Aus Furcht und Schreck kann ich mich kaum bewegen. Hinter mir höre ich lautes Gebrüll und dann dumpfe Schläge. Als ich versuche aufzustehen und mich umzudrehen, schaffe ich es nicht und falle auf die Knie. Plötzlich ist alles wieder dunkel. Nur noch ein paar Geräusche um mich herum, die ich wahrnehme und dann...
“Yuzuki? Was machst du hier in dem Chemieraum?”
Yuzuki steht vor mir und schaut mich erschrocken an. Er versteckt etwas hinter seinem Rücken und schaut mich etwas überrascht an.
“Ähm... Hallo, Yukari. Ich...”
Er fängt an zu stottern, aber wieso? Ich merke, dass er etwas versucht vor mir zu verstecken und ich versuche um ihn rumzugehen. Aber er stellt sich immer wieder vor mich.
“Was soll das?”, schaue ich ihn mit einem schiefgelegten Kopf und einem Schmollmund an.
“Was versteckst du da vor mir?! Na los! Zeig es mir. Ich bin doch deine beste Freundin, oder hast du Angst?”
Er schaut mich nur etwas leicht grinsend an und wird etwas rot um die Nase.
“Du brauchst doch nicht alles wissen, bloß weil wir Freunde sind! Aber eins musst du wissen...”
Er schweigt und wir sind auf der Klippe. Er geht ein Stück zurück, noch ein Stück und noch ein wenig. Ich schaue ihn an und er lächelt mich mit einem Gesicht, dass voller Zweifel, Trauer und Angst ist.
“Yuzuki, warte!”, schreie ich, aber er geht weiter zurück und dann stürzt er. Das letzte, was ich sehe sind seine Fingerspitzen.
“Neeeiiiiiiin!!!!”, schreie ich auf.
“Endlich bist du wach. Keine Angst. Es war wohl nur ein Albtraum. Beruhige dich, ja? Du bist im Schulkrankenzimmer. Du bist ohnmächtig geworden, als dich Mike von hinten umarmt hat.”
Kakyo sitzt neben dem Bett auf einem Stuhl und blutet leicht an der Lippe. Mike war es also doch, der mich angegriffen hat. Aber Kakyo behauptet, er hätte mich nur von hinten umarmt.
“Was willst du hier überhaupt?!”, frage ich ihn mit einem bösen Blick.
“Er hat dich vor Mike beschützt. Na, komm her, mein Kleiner! Jetzt verarzten wir erst mal dich!”, schaltet sich in dem Moment die Schulschwester ein.
“Nein, nicht! Ich will nicht. Loslassen habe ich gesagt!”, wehrt er sich gegen die Verarztung der Schulschwester. Ich schaue ihn an und lächele nur leicht. Das ist das erste Mal, wo ich seit so langem endlich mal lächeln kann, ohne dass es ein verstelltes Lächeln ist. Die Schulschwester schaut mich an und fragt, ob sie den Rotzbengel weiterhin quälen soll. Ich lehne ab und schaue ihn an. Seine hellblauen Augen scheinen dem Meer gleich zu sein und seine Haare sind wie das Licht. Er schaut mich ebenfalls an und grinst. Gleich darauf hört er auf, weil seine Lippe schmerzt und er sie nicht zerren kann.
“Wieso hast du das getan?”, flüstere ich und schaue auf die Bettdecke, die über mich gelegt wurde. Ich bete, dass er es nicht aus Mitleid getan hat, aber er meint was ganz anderes zu mir.
“Ich war da und kein anderer. Also musste ich wohl oder übel ran. Das hätte jeder machen können, der als nächstes reinplatzte.”
Für diese Antwort danke ich ihm innerlich. Jetzt ist meine ganze Laune in den Keller gegangen und meine Vorurteile kamen wieder hoch. Wieder habe ich mich geirrt und er macht sich über mich lustig. Ich drehe meinen Kopf von ihm weg und schaue aus dem Fenster. Meine Augen schmerzen ziemlich. Wieso, weiß ich nicht, aber ich spürte, dass ich gleich anfangen werde zu weinen. Ich beiße mir ganz fest auf die Unterlippe und unterdrücke ein Schluchzen.
“Also dann. Dir geht es anscheinend wieder besser. Ich geh dann mal.”
Ich blicke ihn nicht an und sage auch nichts. Schweigen bricht wieder in den Raum ein und er geht zur Tür. Sobald sich die Tür schließt, werden meine Augen voller Tränen sein, die an meinen Wangen hinunterlaufen. Zum ersten Mal empfinde ich etwas wie Sehnsucht nach starker Freundschaft. Zum ersten Mal nach so vielen Monaten, aber diese Sehnsucht wird nie erfüllt werden, weil er mich auslacht und nie normal mit mir reden wird. Kakyo...
Die Tür geht zu und meine Tränen strömen wie verrückt über meine Wangen. Ich schluchze nicht und sage auch weiterhin keinen Ton, aber mein Herz schreit. Aus Wut, aus Trauer, aus Angst. Aus allem, was ich im Moment empfinde. Es schreit nach Yuzuki. Und es schreit nach Kakyo.
Ich bleibe noch ein paar Minuten liegen und als die Schulschwester kurz rausgeht, springe ich aus dem Bett. Ich nehme meine Sachen und schleiche vorsichtig in den Flur hinaus. Sowohl rechts, als auch links ist niemand zu sehen. Als ich mit stillen Schritten zum Ausgang schleiche, sehe ich Kakyo auf dem Gang.
“Verdammt. Was macht er denn hier?!”, frage ich mich leicht flüsternd und kriege Panik, dass ich nicht vorbeikommen kann. Aber dann sehe ich, dass er wieder reingeht und ich renne vorbei an das Klassenzimmer. Draußen scheint mir die helle Sonne auf meine Haut. Ich fühle sofort die enorme Hitze, die zu dieser Zeit eher selten ist. Es ist niemand zu sehen und ich renne schnell vom Schulgelände. Es hat mich wohl niemand gesehen. Hoffe ich jedenfalls. Eigentlich sollte ich mich vorher abmelden, aber ich habe keine Lust Kakyo zu begegnen. Ich mag ihn nicht. Ich hasse ihn, trifft wohl eher zu. Ich schleiche mit sehr langsamen Schritten voran. Hinter mir höre ich schnelle Schritte, die ich aber ignoriere.
“Aua!!”, schreie ich und drehe mich um. Irgendjemand hat mich am Arm gepackt und hält mich fest.
“Yuzuki?”, flüstere ich ungläubig. Beim näherem Hinsehen sehe ich, dass es nur Kakyo ist. Er grinst mich an und lässt mich langsam los.
“Yuzuki, hm? Da muss ich dich enttäuschen, aber ich bin nicht Yuzuki!”, sagt er höhnisch. Ich knurre ihn nur an und reise mich von ihm los. Ich drehe mich prompt um und will weitergehen, doch er versucht mich aufzuhalten.
“Hey, warte doch mal! Wo willst du überhaupt jetzt hin?!”
“Na hause, wo denn sonst?!”, antworte ich genervt.
“Dein Hause... Ist es etwa am Strand? Du steuerst glatt auf die Klippen zu!”
Als ich hochsehe, bemerke ich erst jetzt die Klippen. Ich war an dem Ort, wo Yuzuki damals gestorben ist. Ich schaue zwischen den Klippen und Kakyo hin und her. In meinem Kopf hämmert es und in meinem Blick muss Verwirrtheit sein, da Kakyo fragt was mit mir los ist.
“Ja, alles ist gut! Mir geht`s bestens!”, entgegne ich leicht gereizt und stampfe an ihm vorbei. Weshalb ich gerade hierher gekommen bin, weiß ich nicht so recht. Ich muss wohl in meinen Gedanken den Weg einfach eingeschlagen haben.
“Jetzt warte doch, verdammt noch mal!”, schreit mich Kakyo an. Ich drehe mich ganz schnell um und schau ihn an. Er geht langsam auf die Klippen zu.
“Was... Was tust du da?”, frage ich panisch.
“Was wäre, wenn ich mich jetzt hinunterstürze?”, ignoriert er meine Frage und stellt selbst eine. Ich schaue ihn nur mit weit aufgerissenem Mund an und bringe kein Ton heraus. Doch dann sehe ich, dass er immer weiter zurückgeht und ich kann nichts anderes machen, als ihn aufzuhalten. Aber Yuzuki hat doch auch nicht auf mich gehört. Ich kann nicht noch jemanden sterben sehen. Nicht an diesem Ort! Diesen Ort möchte ich nie wiedersehen. Nie wieder!!!
“Mach doch, was du willst, du Spinner!!! Was ist es dir denn Wert, wenn du dich in den Tod stürzst?! Als würde jemand Hurra schreien! Ha, das ich nicht lache! Du bist doch ein totaler Idiot! Und wenn es dir Spaß macht zu sterben, dann mach es doch!”
Ich drehe mich um und schon wieder heule ich. Ich muss echt bescheuert sein, hier zu heulen. Immer muss ich heulen. Ich bin so eine Heulsuse, wie noch niemand zuvor.
“Es tut mir Leid... Yukari!?”, höre ich Kakyo hinter mir sagen. Ich spüre plötzlich seine Wange an meiner und sein Atem dringt bis in meine Seele, denn von seiner Nähe bekomme ich eine seltsame Gänsehaut. Ich schließe nur die Augen und versuche meine Tränen zu unterdrücken. Dann versuche ich all meine Kraft zusammenzubündeln und mich loszureisen, aber er hält mich so fest, dass ich doch in seinen Armen bleiben muss.
“Bitte, Yukari. Verzeih mir doch endlich. Ich wollte dich ganz und gar nicht verärgern. Glaub mir... Bitte”
Ich höre seine zittrige Stimme und lehne mich an ihn. Ich werde ihn lassen. Er kann mich ruhig trösten, denn ich fühle mich so wohl in seinen Armen.
“Schon gut.”, flüstere ich und lächele. Ich glaube, als er sich entschuldigte lag etwas so trauriges in seiner Stimme und ich glaube, dass es eine aufrichtige Entschuldigung ist.
“Verzeih mir, Yuzuki... Ich möchte nur für einen kurzen Moment wieder einem nah sein. Es tut mir Leid, aber ich liebe nur dich, Yuzuki und das weißt du!”, entschuldige ich mich bei Yuzuki in meinem Gedanken. Kakyo und ich standen ca. drei Minuten so, aber es kommt mir so vor, als wäre es eine Ewigkeit und als er mich losließ habe ich mich umgedreht. Jetzt steht er da und lächelt mich mit einem schiefen Kopf an.
“Und wieder alles in Ordnung?”, fragt er unschuldig, als wäre nichts geschehen. Ich fasse es nicht, dass er so tut, als wäre nichts! Typisch Mann! Kaum lässt man ihnen eine Umarmung, schon vergessen sie das! Das gibt es doch nicht! Mit keinem weiterem Ton verlasse ich die Klippen und renne nachhause. Erst da drehe ich mich um und schaue nach, ob er mir wieder gefolgt ist, aber keine Spur von Kakyo. Eine Erleichterung übergibt mich, aber ich bin auch enttäuscht, dass er mir nicht gefolgt ist.
“Was soll`s!”, sage ich etwas lauter und aufmunternder. Mit einem Lächeln betrete ich das Haus und schaue mich um.
“Hallo! Bin wieder da!”, brülle ich schon rein, doch niemand antwortet. Womöglich sind sie alle aus dem Haus. Auch gut. Dann habe ich wenigstens meine Ruhe. Aber was soll ich denn machen?
“Hm?!”, wundere ich mich, als ich das Telefon klingeln höre. Ich schaue sofort auf