Tränen

One-Shot

One-Shot

Erster, letzter und einziger Teil

Ich fühle mich leer. So unglaublich leer.
Und tot.
Irgendwie nicht mehr da. Unwirklich.
Ich finde es unwirklich, mein Herz schlagen zu spüren, zu hören, wie es in meiner Brust pocht.
Langsam drehe ich meinen Kopf. Dein Anblick sticht in meinem Herzen. Deine braunen Augen starren traurig an die Decke. Wir haben uns in all diesen Jahren schon oft gestritten, aber nie so.
All die Worte, die wir gesagt haben, die ich gesagt habe, tun mir Leid. So unendlich Leid. Ich wollte dir nie weh tun.
Niemals.
Ich weiß nicht mehr, ob ich jemals noch etwas sagen würde.
Wo ist unsere Liebe hin? Haben wir uns nicht geschworen, gemeinsam alt zu werden? Ist all das erloschen, wie die Kerze, deren Docht noch sachte Rauch entlässt? Alles weg? Ich will es nicht glauben. Irgendwo in dir und mir muss doch noch irgendetwas von dem anderen sein. Ein Kribbeln oder auch nur ein seichter Atemzug.

Ich fühle mich so schlecht. Am liebsten würde ich jetzt sterben, oder sonst irgendwas. Ich spüre, dass es dir nicht anders ergeht. War das wirklich schon alles? Deine Anwesenheit ist unerträglich und doch angenehm. Ich will nirgends wo anders sein und doch so viele Meilen weg, wie es nur geht. Was soll ich nur ohne dich machen? Wenn du mich jetzt hasst? Ich werde nie wieder meine Augen schließen können, wenn ich doch weiß, dass du hinter meinen Lidern auf mich wartest.

Die Wolken verdunkeln den Himmel wie unsere Gedanken. Die ersten Tropfen fallen auf uns nieder, durchnässen dein Haar, deine Sachen. Ich sehe, wie du zitterst, ob von der Kälte vom Regen, oder von der, die sich in dir ausbreitet, ich weiß es nicht. Und dann sehe ich sie. Ich weiß es nicht, sind es wirklich Tränen, oder sind es nur die Regentropfen, die auf deinen Wangen glitzern? Weinst du? Zeigst du das, was ich versuche zu verhindern, obwohl jede Faser meines Körpers danach schreit?
Es schmerzt, dich so zu sehen.
Obwohl ich dich vor ein paar Stunden noch angeschrieen habe, wir beide unserem Ärger Luft gemacht haben und du mich geohrfeigt hast, würde ich nichts lieber machen, als dich wieder in meinen Armen zu haben. Ich will alles wieder. Wie vor ein paar Tagen. Ich will, dass du wieder glücklich bist, und dich lächelnd an mich schmiegst. Alles, was ich gesagt habe, was mich an dir stört, ist dass, was dich ausmacht, was ich so sehr an dir liebe.

Eilig läuft ein Tropfen an deinem Gesicht hinab. Bleibt an deiner Nasenspitze stehen, fällt und zerplatzt auf deinem Schoß. Zerplatzt wie meine Welt. Und dann ist alles wieder weg. Es ist mir alles egal. Ich kann nichts rückgängig machen, aber ich kann machen, dass du weißt, dass ich dich trotzdem noch liebe. Vorsichtig beuge ich mich vor. Nehme dein sanftes Gesicht in meine Hände. Mit deinen Haselnuss-Augen siehst du mich an, und ich weiß nicht, warum ich all das vorhin zu dir gesagt habe.
„Zorro…“
Ich verstehe kaum dein Schluchzen, doch Worte sind mir jetzt egal. Zu viele Worte sind heute gefallen. Und zu viele Tränen deswegen geflossen. Denn dessen bin ich mir jetzt sicher. Du weinst. Langsam streiche ich dir deine orangen Haare aus dem Gesicht. Dein trauriges Schniefen macht mich entschlossener. Sachte wische ich mit dem Daumen über die Spuren des Regens und deines Weinens. Und küsse sanft die Tropfen weg. Spüre den salzigen Geschmack. Und es tut mir alles so Leid.
Ich öffne meine Augen wieder. Du sitzt vor mir, doch wie du mich ansiehst, macht mir wieder eine Gänsehaut.
„Ich wollte es nicht sagen…Es war nicht so gemeint…Ich…Zorro…Ich liebe dich doch…Es tut mir so leid…“ Deine Oberlippe zittert. Ein letzter Tropfen verharrte darauf.
Ich lass dich meine Antwort spüren. Ich weiß, dass du mich verstanden hast, als du meinen Kuss erwiderst. Ja Nami, ich liebe dich auch.

((Ich sag doch, es ist wirr...^-^))