Drachengeist

Jeder hat eine dunkle Seite!

So, bis lang ist das das längste Kapitel, hoffe trotzdem, das es sich viele durchlesen! Würde mich über Kommis/ Tipps/ ... freuen^-^

Sechstes Kapitel:
„Jeder hat eine dunkle Seite!“

Nach einer halben Stunde setzte der Drache zur Landung an. Jessica hatte sich während des Flugs einen Namen für ihren Drachen überlegt: Sie wollte ihn Saphir nennen. Schließlich war es ihr Drache. Er war ein Teil ihrer Seele und somit waren sie aneinander gebunden.
Schon als kleines Mädchen hatte sie Drachen geliebt. Sie hatte sich immer gewünscht einen zu sehen, doch als sie älter wurde, hörte sie langsam auf an Drachen zu glauben. Schließlich waren sie nur Fabelwesen und existierten nicht- auf jeden Fall nicht auf der Erde. Doch hier, in dieser anderen Dimension in der sie sich befand, gab es Drachen.
Auf jeden Fall war ihr Tiergeist, von dem
sie vermutete, dass sie nur hier einen hatte oder freisetzen konnte ein Drache.
Der Drache wurde immer langsamer und flog auf den Boden zu. Er gleitete mit seinen Flügeln durch den Wind. Saphir streckte seine Beine aus und landete unsanft auf der Erde. Er lief noch ein kleines Stück um die Geschwindigkeit des Flugs abzubremsen und klappte seine dünnen Schwingen ein. Er hielt an und stand still da. Wohin mussten sie jetzt? „Natürlich! Als ich mir Saphirs Namen überlegt habe, habe ich nicht mehr an Jáy gedacht und die Spur verloren. Wahrscheinlich war Saphir deswegen gelandet. Er weiß ja nur durch mich, wohin er fliegen muss!“ Sie versuchte sich wieder zu konzentrieren.
Plötzlich schoss etwas auf Jessicas Bein zu, verfehlte es aber und bohre sich in das Bein des Drachen. Er gab ein leises grummen von sich und stürzte ab. Hart schlug er auf dem Boden auf und rutschte noch ein, zwei Meter weiter. Dann blieb er schniefend und leise jaulend liegen. Jessica war von seinem Rücken gefallen und lag nicht weit von ihm entfernt. Ein Speer hatte seinen Hinterlauf durch-bohrt. Dunkles, dickflüssiges Blut lief hinunter und tropfte auf den Boden. Jessica war nicht viel passiert, aber sie spürte einen stechenden Schmerz in ihrem Bein. Es schmerzte nicht, weil es gebrochen war; das wurde ihr bald klar. Natürlich verspürte sie auch schmerzen, wenn Saphir etwas passierte. Er war doch ein Teil von ihr! Er verspürte dann auch schmerzen, wenn ihr etwas passierte!

Sie hörte Schritte. Jemand oder Etwas, dass den Speer wahrscheinlich geworfen hatte, kam auf sie zu. Sie wollte fliehen konnte aber nicht laufen; noch nicht einmal aufstehen.
Der Schmerz in ihrem Bein wurde immer größer. Saphir lag regungslos da. Sein Atem ging rasselnd. Immer mehr Blut lief aus der Wunde.
Plötzlich hörten die Schritte auf und Etwas stand über ihrem Kopf, aber so, dass sie es nicht sehen konnte. Zwei grün-graue Krallen packten sie an den Armen und zogen sie hoch. Das Geschöpf verbannt ihr die Augen und schleifte sie hinter sich her.
Sie wusste nicht, wie viel Zeit ver-gangen war, aber irgendwann ließ sie das Wesen los und sie sank zu Boden. Sie hörte Geräusche. Sie kamen ihr bekannt vor und plötzlich viel es ihr wieder ein: Sie hatte solche Geräusche schon gehört, als sie zum ersten Mal ihren Tiergeist eingesetzt hatte. Es war dieses dröhnende Geräusch als wenn man auf Metal herum kratzte.
Sie blieb liegen und versuchte so gut wie es jetzt ging ruhig zu bleiben. Wo war Saphir? Wo war Jáy? Was würden diese Geschöpfe mit ihr machen?
Nach kurzer Zeit richteten sie Jessica auf. Ihre Hände wurden mit einem merk-würdigen Strick zusammen gebunden und irgendwo befestigt. Man nahm ihr das Tuch oder was auch immer es war, von den Augen. Sie sah, etwas unter sich den Boden. Sie hing in der Luft! Jetzt sah sie, was sie entführt hatte: Es war ein dreckig grünes Geschöpf mit eingerissenen Flügeln, einem dünnen Schwanz, an dessen Ende sich ein Stachel befand, spitzen, gelben Zähnen, langen Krallen, leuchtend giftgrünen Augen und nach hinten geknickten Beinen. An den Ellenbogen und Knien hatte es Stacheln und seine Wirbelsäule stand hervor.
Mehr als Hundert von ihnen liefen in einer Art großem Raum herum, dessen Felswände viele Gänge säumten Jessica nahm an, dass
sie sich in einer Höhle befand und versuchte Saphir auszumachen. Er lag inmitten der vielen gleich aussehenden und auch mehr oder weniger gleich großen Geschöpfe. .
Sie gaben ständig dieses kratzende Geräusch von sich und transportierten Sachen, umher.
Viele standen um den Drachen herum und betrachteten ihn. Eines der Ungeheuer packte den Speer und zog ihn mit einem Ruck heraus. Jessica schrie auf vor Schmerz. Auch Saphir konnte man anmerken, dass er Schmerzen hatte, aber ihm fehlte die Kraft zum Schreien. Jessica versuchte den letzten Rest ihrer Kraft zu konzentrieren. Etwas konnte sie ansammeln. Sie versuchte Saphir wieder in einen Teil ihrer Seele zu verwandeln. Sie sah, dass der Drache begann, durchsichtig zu werden. Nach ein paar Sekunden war von ihm nur noch eine Wolke übrig, die zu ihr hinauf schwebte und in sie eindrang. Sie überkam wieder dieses Gefühl. Die Ungeheuer blickten fassungslos zu ihr hinauf. Sie wandten sich wieder ab und taten so, als ob nichts gewesen wäre.
Etwas später überkam die Wesen eine Hektik und sie liefen umher. Ein größeres, aber sonst gleich aussehendes Geschöpf kam durch einen dieser Gänge herein. Die anderen schmissen sich auf den Boden und schienen es zu verehren. Stille kehrte ein und das Geschöpf, das wahrscheinlich ihr König oder etwas Ähnliches war, sprach mit tiefer Stimme zu ihnen. Das dumpfe, kratzende Geräusch dröhnte Jessica in den Ohren. Sie hatte fast keine Kraft mehr und hing leblos in der Luft. Müdigkeit machte sich in ihr breit. Nur ein paar Minuten vergingen und sie schlief ein.

Als sie wieder aufwachte hing sie nicht mehr in der Luft, sondern lag auf dem Boden. Man hatte ihr Bein geschient und ihr die Fesseln abgenommen.
Sie setzte sich auf und stand auf. Durch die kompliziert aussehende, aber nur aus Ästen und Blättern bestehende Schiene konnte sie aufstehen. Durch den Schlaf hatte sie wieder Kräfte gesammelt, doch sie wusste nicht was sie jetzt machen sollte.
„Warum haben diese Geschöpfe mein Bein geschient? Warum haben sie mich erst ´aufgehängt´ und dann wieder herunter geholt? Warum haben sie mich hierher gebracht?“ Sie überlegte, was nun passieren würde, als sie eine Stimme hörte- eine menschliche Stimme. Sie näherte sich und wurde lauter. Das konnte doch nicht sein. Jáy! Sie hörte Jáys Stimme! Sie war glücklich, dass sie ihm begegnete.
„Wahrscheinlich“, überlegte sie, „haben sie Jáy auch gefangen!“
Er kam durch einen der Gänge herein, gefolgt von mehreren Ungeheuern. Er erblickte sie und ging auf sie zu. Etwas kam Jessica komisch vor. Sonst waren Jáys Augen klar und freundlich gewesen, doch jetzt schaute er eiskalt und grinste leicht.
„Ah, Jessica, wie geht es dir?“, fragte er hämisch.
„Wie es mir geht?! Diese Biester haben mich gefangen und mich aufgehängt! Ich hing hilflos in der Luft und da fragst du wie es mir geht!? Warum läufst du eigentlich hier herum? Wenn sie dich doch auch gefangen haben, warum lassen sie dich hier herumwandern?!“, antwortete sie wütend und schrie ihn an.
„Nun, diese Biester, wie du sie genant hast, sind Gargouille, sie sind mit Drachen verwandt, können aber wie Menschen mit Waffen und Werkzeugen umgehen. Früher Lebten Menschen und Gargoille zusammen und daher können sie Medizin herstellen, Waffen und Werkzeuge machen und benutzen. Sie sind gute Jäger, wie dir ja schon demonstriert wurde“, er machte eine kurze Pause und sprach weiter, „und sie suchen nach Macht. Deswegen brau-chen sie dich!“
Jessica konnte ihren Ohren nicht trauen. Was hatte Jáy da gesagt? Wie hat er das erfahren, denn sie werden ja nicht ständig daran denken, oder?
Sie fing sich wieder und fragte ihn verwirrt:„Und woher weißt du das alles?“
Er sprach weiter, ohne ihre Frage zu beachten:„Denn du, Jessica, kannst die ´7 Drachengeist-Kristalle´ finden; und zwar nur du. Sie haben unvorstellbare Macht und deswegen wollen die Gargoille sie. Was sie damit machen wollen weiß ich nicht und es ist mir auch egal, aber“, er ging näher auf sie zu, „sie bekommen was sie wollen. Ich habe einen Deal mit ihnen geschlossen: Sie kriegen dich und ich bekomme Kraft. Denn mein jetziger Körper ist geschwächt und eigentlich sehr alt. Ich bin schon lange hier und es würde mir nichts nützen, wieder auf die Erde zu kommen. Deswegen brauche ich die Diamanten nicht. Ich arbeite mit ihnen zusammen und dafür, dass ich etwas bekomme, haben sie dich. Ach, du willst noch wissen, warum ich weiß, was sie wollen? Hast du es schon wieder vergessen: Ich kann Gedanken lesen“, er schwieg und überlegte.
Jessica konnte es nicht fassen. War es wirklich der Jáy den sie kannte, der, mit dem sie viele Tage unterwegs gewesen war, der, der sie getragen hatte, weil ihr Bein gebrochen war? Nein, das war für sie unmöglich. Zwar hatte er sich in den letzten Tagen verändert gehabt, doch er war immer der aufgeweckte, lustige Junge und Begleiter für sie gewesen. Zwar hatte sie bis sie in diese Dimension gekommen war, nicht viel mit Jungen zutun gehabt und ist ihnen auch aus dem Weg gegangen, doch seid sie Jáy kannte, hatte sich ihr Verhalten geändert. Sie war gerne mit ihm gereist, auch wenn es nicht immer einfach war, mit ihm klar zukommen, hatte sie geglaubt, sie seien Freunde; gute Freunde. Doch jetzt kam er ihr verräterisch vor, so, als wenn er noch nie freundlich gewesen wäre.
„Was war, als ich die Laute dieser Gargoille, oder wie sie heißen, gehört habe und von der Klippe gestürzt bin?“, fragte Jess bestürzt.
„Ah, schon bevor du in diese Welt gekommen bist habe ich mit ihnen diesen Vertrag gehabt. Sie wollten dich schon damals fangen,