One Piece - One Shots on air ^^
One Piece - Dein Lebenstraum
Die letzten Monate waren hart gewesen. Lillia stellte das Bügeleisen auf die höchste Stufe und setzte es auf ihrem ziemlich verschlissenen Bügelbrett ab. Wenn das so weiter geht, dann muss ich bald schließen. Sie seufzte leise auf. Dabei hatte sie so viel vorgehabt. Als sie vor zehn Monaten ihren Laden eröffnet hatte war sie noch voller Optimismus gewesen. Sie hatte geglaubt, dass die Kunden ihr förmlich die Tür einrennen würden. Doch die Realität hatte ganz anders ausgesehen. In den ersten zwei Monaten hatte sie nur drei Kunden gehabt. Kleinere Reparaturen an der Kleidung und ein Auftrag zum Bügeln eines extrem empfindlichen Stoffes. Nur Bügeln, nicht weiter verarbeiten. Die junge Frau seufzte abermals beim Gedanken an ihre Anfangszeit. Viel hatte sich seitdem nicht verändert. Die Kunden blieben auch weiterhin aus. Natürlich, ihre kleine Schneiderei lag ziemlich am Rande der Stadt. Kaum jemand verirrte sich freiwillig hier her. Hier, wo nur Tagelöhner, Arbeitslose und Obdachlose lebten. Doch die Miete war die einzige gewesen, die Lillia sich hatte leisten können. Mit geübtem Griff legte sie das Hemd in die Richtige Position, um jeder Falte ohne Mühe den Gar ausmachen zu können. Das Eisen dampfte und mahnte zur Vorsicht. Während sie mit ihren schönen schlanken Fingern über den Stoff des Hemdes strich blickte sie Gedanken verloren auf ihren Schreibtisch. Die Rechnungen stapelten sich schon seit Monaten und ließen ihr kaum noch eine ruhige Nacht. Das Bügeleisen zischte gefährlich, als es in Kontakt mit dem Hemd kam. Lillia ignorierte das deutliche Zeichen einer Überhitzung des Eisens und ließ es langsam über den Stoff gleiten. Die Türglocke erklang. Die junge Frau schreckte auf. Schließlich war dieses Geräusch in diesem Geschäft eher selten zu vernehmen. Sie wollte sich gerade umdrehen und in den Verkaufsraum gehen, als ihr Blick wieder auf das Hemd fiel. „Einen Moment bitte, ich bin hier gleich fertig!“ Nach wenigen Sekunden hörte sie Schritte. Na toll, wieder ein Kunde weniger. Sie seufzte. Mist. Schnell stellte sie das Eisen aufrecht auf dem Bügelbrett ab und eilte in ihren Verkaufsraum. „Hi, bist du fertig?“ Sie zuckte zusammen. „Oh, ähm, ja. Entschuldigen Sie bitte. Ich hatte angenommen, dass Sie wieder gegangen wären.“ Der Mann, der vor wenigen Minuten die Schneiderei betreten hatte schaute sie fragend an. „Hm? Wieso denn? Du hast doch gesagt ich soll warten.“ Lillia lächelte. „Egal. Also, wie kann ich Ihnen helfen?“ Er schob den Stuhl, auf dem er saß nach hinten, stand auf und kam an den Tresen. „Also.“ Ein wohliger Schauer lief ihr über den Rücken. Diese Stimme. Sie schollt sich innerlich. Schließlich war er ein Kunde. Zuhören!!! „Ich brauche ein neues Hemd. Meins ist ziemlich kaputt. Siehst du ja.“ Lillia nickte. „Ich brauche es so schnell wie möglich. Kannst du das machen?“ Wieder ein Nicken. „Wenn Sie sich noch einen Moment gedulden, dann mache ich schnell meine Bügelarbeit im Hinterraum fertig und dann nehme ich Maß. Das Hemd könnte ich dann sofort anfertigen.“ Er lächelte.
Nachdem die junge Frau das Hemd fertig gebügelt und den Eisen abgestellt hatte ging sie zurück in den Verkaufsraum, wo sie fasziniert im Türrahmen stehen blieb und ihren Kunden beobachtete. Er saß wieder auf dem klapprigen Holzstuhl, wippte mit den Beinen vor und zurück, und schlief. Sie nutzte die Gunst des Augenblicks und sah sich den Mann etwas genauer an. Sein Gesicht hatte sehr harte Züge, die von den kurzen Haaren noch unterstrichen wurden. Das zerschlissene Hemd musste einmal weiß gewesen sein, war jetzt aber von Dreck und Flecken übersät. Er trug eine grüne Bauchbinde und schwarze, lange Hosen. Die schwarzen Schuhe sahen aus, als hätte er sie im Schlamm gewälzt. Und trotzdem…, Lillia konnte ihren Blick einfach nicht von ihm abwenden. Er hatte irgendetwas an sich, was sie schwindelig werden ließ. Vor Glück, diesen Mann hier zu haben. Für diesen Moment. Nur für sich allein. Erst jetzt vielen ihr die drei Schwerter auf, die er auf der rechten Seite seiner Taille trug. Ein Schwertkämpfer also. Drei Schwerter. Sie grübelte. Irgendwo hatte sie schon einmal über jemanden gelesen, der mit drei Schwertern kämpfte.
„Sie müssen das Hemd ausziehen. Okay?“ Einwände blieben aus. „Ich nehme gern Maß, wenn mir keine Kleidung im Weg ist und irgendwas verfälscht.“ Sie lächelte. Der Schwertkämpfer zog das Hemd über seinen Kopf und hielt es ihr hin. „Hier, ich will was Ähnliches wie das. Der Stoff muss was aushalten können und ich muss mich in dem Hemd gut bewegen können.“ Lillia strich sich eine Strähne ihres kastanienbraunen Haares aus dem Gesicht und nickte. „Hm, darf ich sie mal was fragen?“ Zustimmendes Brummen. „Sie tragen drei Schwerter. Und ich weiß ganz genau, dass ich schon mal was über sie gelesen habe. Sind sie ein Pirat?“ Wieder zustimmendes Gebrumme. Lillia lächelte. Also hatte sie doch richtig gelegen. „Zorro.“ Sie schaute verwirrt auf. „Hm?“ – „Ich heiße Zorro.“ Er lächelte. Sie wurde rot. „Oh, ja, ähm…“ Reiß dich zusammen! „Lillia. Mein Name ist Lillia.“ Der junge Mann grinste sie an. Wenige Minuten später begann sie seine Maße zu nehmen. Während er still mit ausgebreiteten Armen im Raum stand sah er sich die Kleider an, die im Schaufenster standen. „Hast du das gemacht?“ Lillia nickte. „Die Sachen sind wirklich schön. Du hast bestimmt viele gut zahlende Kunden.“ Ein ersticktes Lachen belehrte ihn eines Besseren. „Danke. Ich weiß das Kompliment sehr zu schätzen. Die Leute hier kaufen meine Sachen nicht. Ich weiß nicht, ob sie ihnen nicht gefallen, oder ob sie zu teuer sind. Es ist einfach blöd gelaufen hier. Ich werde meinen Laden wohl bald schließen müssen. Es gibt viel zu viele Schneidereien hier in Pincushiion. Na ja, die anderen haben ihre Geschäfte wenigstens in der Stadt aber ich…“ Sie seufzte leise. „Egal.“ Beide schwiegen. Zorro bemerkte, dass sie ihn während des Messens kaum berührte. Doch wenn ihre Finger einen kurzen Augenblick auf seine Haut auftrafen so war es für ihn ein unglaublich schönes, ein warmes Gefühl, dass seinen ganzen Körper durchfuhr. Der jungen Schneiderin ging es nicht anders. Sobald sie ihn berührte kribbelte es in ihr und sie hatte wieder dieses Gefühl des vollkommenen Glücks. Bloß nichts anmerken lassen! Gerade maß sie den Umfang seiner Oberarme. „Äh, ich weiß nicht, brauchst du auch den Umfang, wenn ich mich anstrenge?“ Er schaute ein wenig schüchtern, als ob ihm die Frag unangenehm wäre. „Wie meinen Sie das?“ Er hustete. „Na ja, ich trag das Hemd ja, wenn wir unterwegs sind, also auch bei Kämpfen und so. Und es soll ja nicht so schnell wieder kaputt gehen. Also, entweder du hast einen sehr dehnbaren Stoff oder du musst die Ärmel weiter machen.“ Jetzt hatte er sie neugierig gemacht. „Wie dick wird denn ihr Bizeps? Damit ich weiß ob einfach nur guter Stoff reicht. Oder auch nicht.“ Zorro spannte seinen Arm an und ließ für einen Augenblick die Muskeln spielen. „Wow.“, entfuhr es Lillia. Sie nahm erneut Maß, schrieb den neuen Wert auf und pfiff anerkennend. „Tja, da muss ich mir wohl was einfallen lassen. Am besten ich gehe gleich einmal in mein Lager und schau ob ich einen robusten, aber auch so extrem dehnbaren Stoff finde. Sie können sich so lang wieder anziehen.“ Der Schwertkämpfer nickte. „Hast du eine Teleschnecke?“
Als die Schneiderin eine viertel Stunde später wieder aus dem Lager kam, saß Zorro schon wieder schlafend in dem alten Stuhl. Vorsichtig legte sie die verschiedenen Stoffballen ab, die sie sich herausgesucht hatte und zog sich ein paar Blätter Papier unter dem Tisch hervor. Ohne viel Aufwand skizzierte sie verschiedene Schnitte. Doch erst nach einer Stunde war sie mit ihrem Muster zufrieden. Die Türglocke ertönte ein zweites Mal an diesem Tag. „Eh, Zorro!“ Der Schwertkämpfer gähnte und streckte die Arme weit aus. „Ah, da seid ihr ja.“ Er blickte zufrieden in die Runde. Sie waren alle gekommen. Ruffy, Nami, Chopper, Nico Robin, Lysop, Sanji und Frankie. „Du hast gesagt hier wär was für mein Nami-Mäuschen? Und meine süüüße Robin?“ Der blonde Smutje blickte sich verwirrt in dem fast leeren Raum um. Ein begeistertes „Wahnsinn!“ machte eine Antwort unnötig. Nami nahm sich gerade eines der Kleider aus dem Schaufenster und hielt es an sich. „Darf ich das mal anprobieren?“ Sie blickte Lillia mit einem süßen, mädchenhaften Lächeln an. Die junge Frau war total verwirrt und deutete wortlos auf ihr Hinterzimmer. Zorro grinste. Sein Plan war aufgegangen.
Die hübsche Navigatorin hatte sich für ein Kleid, zwei Röcke und ein Shirt entschieden. Nico Robin hatte für sich einen Zweiteiler, bestehend aus einer schwarzen Hose aus satinartigem Stoff und einem goldenen Top aus Seide gefunden. Die drei Frauen hatten sich sofort gut verstanden und Nami hatte entschieden, dass Lillia noch einige Sachen für sie anfertigen sollte. „Also, du schaffst das bis morgen?“ Die Schneiderin nickte. „Sie können die Entwürfe schon morgen Mittag ansehen. Oder ich bringe ihnen die Mappe morgen Abend kurz vorbei.“ Die sechs Männer blickten fragend auf ihre Navigatorin. „Bring alles morgen Abend zu uns. Wir sind im Wirtshaus ‚Porcupine’ abgestiegen. Dann können wir alles bei einem schönen Abendessen besprechen. Ich bin schon gespannt auf deine Entwürfe. Aber wir sind nur noch zwei Tage in der Stadt. Also vergiss uns nicht.“
„Seit wann bist du eigentlich so besorgt um die Zukunft eines Fremden?“ Sanji puffte den Schwertkämpfer in die Seite. Der warf ihm einen giftigen Blick zu bevor er antwortete: „Wir alle haben einen Traum. Aber niemand von uns muss seinen Traum vom Geld oder von anderen abhängig machen. Lillia schon. Ihr größter Traum ist ihr Geschäft. Und