Herzblut trinkt man nicht

Wald des Schreckens

Langsam und bedacht darauf jeden Schritt beinahe lautlos zu setzten ging der junge Shinobi auf das Dreierteam zu. Aimi drückte das Kunai an den Hals des hilflosen Jungen, dabei schnitt sie versehentlich. Als er den Schmerz und das warme Blut auf der haut spürte, schrie er au Sein Kamerad blieb wie angewurzelt stehen.
Erschrocken riss das Mädchen die Augen auf. Kai setzte sich in Bewegung, direkt auf das aufgeschreckte Mädchen zu. „Na? Wie steht’s mit der Rolle?“ Seufzend senkte sie den Kopf. „Na gut …“ meinte sie und ihr Teamkamerad sah sie vorwurfsvoll an. Giftig blickte sie zurück. Sie lange in eine ihrer Taschen, holte eine Schriftrolle heraus. Kai nahm sie und ging zurück zu Neyo und Aimi, die gerade den verletzten Jungen losließ. Hastig stolperte er zu seinem Team zurück.
Aimi seufzte. Noch eine Himmelsschriftrolle …
Kai und Neyo ließen sich nichts anmerken. Sie rauschten davon und Aimi folgte ihnen. Neyo steckte im Rennen die Rolle in und lief weiter. „Das gibt’s doch nicht!“ fluchte Kai laut. Er hörte jemandes Schritte und blieb stehen. „Ich mach.“ Meinte er und die anderen zwei liefen weiter.
Es war Tentens Team. Kai lächelte. „Ihr hab eine Erdschriftrolle, nicht wahr?“ fragte Kai sicher. Verwirrt blickten die Drei ihn an. „Ihr wundert euch, woher ich das weiß, oder?“ Ein verblüfftes Nicken. „Ich weiß es halt. Ich frage mich …“ Er zog seine Himmelsrolle aus der Tasche. „Soll ich euch eure abknöpfen, oder meine hergeben?“ Neji funkelte ihn böse an.
Kai hatte schlechte Vorahnungen. „Hier!“ er warf Tenten seine Rolle zu. Perplex fing sie und sah ihm nach, als er im Gebüsch verschwand. Hastig holte er Neyo und Aimi ein. „Hatte keine Lust.“ Meinte er.
„Das heißt, wir haben nur noch zwei Rollen?“ fragte Aimi und Kai nickte nur.
Neyo zuckte mit den Schultern. Ihm war es egal, wie viele sie von jeder Sorte hatten, er wollte nur bestehen. Plötzlich bog er nach links ab. Er wurde schneller und blieb so abrupt vor einem Genin-Team stehen, dass Aimi in ihn rein lief. „Ups …“ murmelte sie und wich zurück. Kai blieb neben ihr stehen. „Erdrolle her!“ forderte Neyo kalt.
„Der Junge, der am Boden saß, stand auf. „Niemals.“ Sagte er entschlossen. Neyo warf ein Kunai nach ihm, das ihn, obwohl er auswich, an der Schulter verletzte. Kai schloss die Augen und fabrizierte blitzschnell eine Illusion, als er die Augen wieder aufschlug, beobachteten die Drei, die noch fast Kinder waren, ihren Tod und den ihrer Kameraden.
Kaum war die Illusion beendet, rannten die Shinobi. Einer von ihnen warf Neyo die Schriftrolle zu, der lächelte zufrieden und überreichte das wertvolle Schriftstück an Aimi. Schnell vergrub sie es in einer Tasche.
„Jetzt nur noch zum Tu …“ plötzlich wurde Kai in seinem Satz unterbrochen. Er war ganz still, dann passierte es wieder. Die Erde bebte. Er kurz und kaum merklich, dann heftiger und länger. Lautlos lauschten sie. Bis der Boden splitterte, aus dem trockenen Boden brach etwas hervor. Neyo sprang zurück und zog die anderen mit sich.
Zuerst sah Kai die riesigen Fangzähne, dann bemerkte er die leuchtend grünen Augen. Rest danach besah er sich den Rest des Körper, von dem Wahnsinnsvieh.
Neyo zog die Schwerter aus den Halterungen. „Geht schon mal vor, ich komme nach!“ sagte er und stürmte auf die riesige Schlange zu. Im Sprung warf er Kai die zweite Himmelsrolle zu. „Geht!“ formte er lautlos mit den Lippen.
Kai verschwand und zog, die völlig erstarrte Aimi mit sich.
Wortlos sprang sie ihm, von Baum zu Baum nach. Kai landete auf einer Lichtung und Aimi blieb neben ihm stehen. „Was ist los, Aimi?“ fragte Kai besorgt. Er legte ihr eine Hand auf die Schulter.
„Kai! Da!“ meinte sie nur und zeigte hinter Kai, er wirbelte herum. Vor ihm stand der, den Neyo als einzigen der Chuunin-Anwärter, als gefährlich bezeichnet hatte. „Gaara Sabaku no!“ Flüsterte Kai. Aimi nickte. °Mit dem will ich mich jetzt wirklich nicht anlegen, hoffen wir, er braucht eine Himmelsschriftrolle …° dachte Kai und beobachtete Gaara und seine Geschwister misstrauisch.
„Habt ihr eine Erdschriftrolle?“ fragte Gaaras Bruder, deren Namen Kai schon wieder vergessen hatte. Gerade wollte Kai ‚Nein!’ sagen, da griff Aimi schützend in ihre Tasche. Das war das dümmste was sie nun nur hatte tun können. So was tat sie sonst doch auch nie … „Aimi, du Idiot!“ schimpfte Kai und ein Lächeln, das Kai die Nackenhaare zu Berge stehen ließ, huschte über Gaaras Lippen.
Mit einem Wink seines Arms, erklang ein leises Quietschen, kurz darauf fiel etwas Kleines zu Boden. Der Korken von der Flasche, die an Gaaras Rücken hing. Ein dünner Streifen von Etwas flog daraus, wie eine tanzende Schlange. Bei dem Gedanke musste Kai an Neyo denken, der sich gerade mit einem überdimensionalen Vertreter dieser Art rumschlug.
Kampfbereit zog Kai sein Schwert. Aimi spannte ihren Bogen und legte einen Pfeil auf. Gaara lachte nur, was Kai unverständlich erschien.
„Wo ist Neyo?“ fragte Temari unerwartet.
„Der wird gerade von einem Riesengecko gefressen!“ entgegnete Aimi unfreundlich und nicht weniger sarkastisch. Kai lächelte unsicher. Er rannte auf Gaara zu und Aimi schoss einen Pfeil auf Temari ab.
Diese zog den Fächer von ihrem Rücken und lenkte den Pfeil mit einem seichten Windstoß in eine andere Richtung. Kai kam Gaara nah genug, um zu erkennen, dass die unbekannte Substanz, Sand war. °Na klar … Sabaku no … aus der Wüste … Wir haben so gut, wie Null Chance, solange Neyo nicht da ist.“ Dachte Kai, während er von einer Sandwoge gegen einen Baum gepfeffert wurde.
Klauen aus Sand griffen immer wieder nach Kai und Aimi, doch bevor einer von ihnen verletzt werden konnte, wichen sie schnell aus. Die Geschwister der Angreifers hatten sich inzwischen an einen Baum gelehnt und sahen vergnügt zu. Kai landete auf dem Boden und keuchte vor Erschöpfung. Hinter ihm, hörte er, wie Aimi in die Knie ging. Er richtete sich auf. „bekommen wir nun die Rolle?“ fragte Gaara gehässig. „Nicht solange ich noch einen Funken Leben in mir habe …“ erwiderte Kai und schloss die Augen, in diesem Moment vergas er alles um sich herum.
Als er die Augen öffnete, richtete er die Illusion nicht gegen Gaara, sondern gegen seine Geschwister. Wenn er Gaara physisch nicht kriegen konnte, würde er ihn durch seine Geschwister zu Fall bringen.
Doch leider, schien es Gaara völlig egal zu sein, wie laut seine Schwester schrie, oder wie sehr sein Bruder litt. Noch bevor Kai die Illusion beenden konnte, schoss eine Hand aus Sand auf ihn zu. Er sprang zur Seite.
Die Klaue änderte minimal die Flugrichtung und raste nun auf Aimi zu. Sie wollte sich zu Seite rollen, doch gerade in diesem unglücklichen Moment, zuckte ein heftiger Krampf durch ihr linkes Bein.
Unfreiwillig, blieb Aimi genau da wo sie war. Mit voller Geschwindigkeit rammte sich die Sandwaffe in ihre Seite. Sie schrie auf und als sich der Sand entfernte, zierte eine breite, blutende Wunde, die dazu noch ziemlich von Sand verdreckt war, Aimis rechte Seite. Kai lief zu ihr hin. „Aimi!“ Er kniete neben sie.
Ein ermüdeter und qualvoller Seufzer entwich ihrer trockenen Kehle und sie kippte nach links, Kai fing sie, bevor sie auf dem Boden aufschlug. Behutsam legte er sie auf den Boden.
„Hey! Spinnst du?“ schrie Kai den Jungen aus Suna-Gakure an. Kai richtete sich auf, warf einen besorgten Blick auf Aimi und richtete seine Schwertspitze auf Gaara. „Dafür bezahlst du …“ sagte Kai drohend. Ein schallendes Gelächter erfüllte den Wald und ließ Kai schaudern. Als Gaaras Lachen verstummte, flatterte ein Vogel erschreckt gen Himmel.
Kai wirbelte herum, als er einen dumpfen Aufschlag hinter sich vernahm. Er blickte zu Neyo, der sich besorgt über Aimi beugte. Zahlreiche Schrammen zierten seinen Körper. Ganz kurz meinte Kai sogar einen Schlangenbiss in seinem Nacken erkennen zu können. Dann verwarf er den Gedanken.
„Wer?“ fragte Neyo und seine Stimme klirrte förmlich. Mit leerem Blick und sogar noch blasser als sonst, richtete er sich auf und richtete seinen Blick automatisch auf Gaara.
Als Kai dann auch noch in dessen Richtung zeigte, war Neyo wie entfesselt. Wütend stapfte er auf Gaara zu. Zog im gehen eines seiner Schwerter. Sofort stellte sich, wie gewohnt, eine Sandwand vor dem rothaarigen Jungen auf. Wie durch Butter, schnitt Neyo durch den harten Sand.
Erschrocken wich Gaara zurück. Hinter ihm, richtete sich, nach Luft schnappend Temari wieder auf und zog Kankuro mit sich hoch. Als Neyos Schwert Gaaras Backe leicht streifte, weiteten sich seine Augen. Dans sammelte sich an der stelle. Gaara stolperte zurück zu Temari und Kankuro. Hilfesuchend nahm er die Hand seiner Schwester und packte seinen Bruder am Hemd. Floh, die beiden hinter sich herziehend. Schnaubend sah Neyo ihnen hinterher.
Inzwischen hatte Aimi sich wieder aufgesetzt und Kai hatte ihr einen dicken Verband um die Taille geschnürt, der sich schon leicht rosa färbte. „Aimi?“ fragte Neyo unsicher und seine ganze Aggressivität war wie weggeblasen.
Ein leises Seufzen war die Antwort. Kai half ihr behutsam hoch. „Ich schaff schon …“ sagte Aimi schwach und stieß Kai sachte weg. „Aimi …“ fing Neyo warnend an. „Neyo … ich bin froh, dass du wieder da bist …“ Neyo senkte den Kopf und die Stimme. „Ich hätte euch nicht allein lassen sollen …“ keiner sagte mehr etwas, Aimi keuchte leise und sie setzten sich langsam in Bewegung. Aimi hielt tapfer durch. Trotz der riesigen, fast unerträglichen schmerzen, ging sie aufrecht hinter Kai und Neyo her.
Keiner der Jungen, fragte, wie es ihr ging. Sie hätte nur abgewinkt und gesagt, alles wäre prima. Was aber so ganz und gar nicht stimmte. Mit besorgten Mienen bahnten sie sich lieber den Weg durch das Gebüsch.
Als Kai den Turm, nach einigen Stunden