Fanfic: Wenn Träume wahr werden … I

Kapitel: Wenn Träume wahr werden … I

Wenn Träume wahr werden … I
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Leise wehte der Wind durch die großen Bäume, die den kleinen Weg umsäumten, und brachte sie zum Rauschen. Vereinzelt konnte das junge Mädchen, welches ruhig den sandigen Pfad entlanglief, fröhliches Vogelgezwitscher vernehmen, doch auch dadurch bildete sich kein Lächeln auf ihren Lippen.
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Die schweren Schritte verlangsamten immer mehr und als das Mädchen an einem kleinen Bach angekommen war, hockte sie sich vorsichtig nieder und betrachtete ihr Spiegelbild in dem seichten Wasser. Das fröhliche Lächeln, welches sonst ihre zarten Lippen umspielte, war verschwunden und auch die warmen braunen Augen strahlten keine Freude aus. Durch das kurze schwarz-blaue Haar wehte immer noch der Wind, so dass einzelne Haarsträhnen in ihr Gesicht fielen und ihre Augen verdeckt wurden.
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Mit einem Seufzer beobachtete sie kleinen Wellen, die sich um einen Stein schlugen und die winzigen Wassertropfen, die in der Luft umhergewirbelt wurden und sich erst nach kurzer Zeit wieder auf den Bach legten. Zaghaft strich Akane mit der Fingerspitze an der Wasseroberfläche entlang und eine kleine Träne rann an ihrem Gesicht herunter. Ohne, dass sie etwas dagegen tun konnte, bildete sich in dem Wasser des Baches das verschwommene Spiegelbild von Ranma, welches sie fröhlich anlachte, doch so schnell es auch gekommen war, so schnell verschwand es auch wieder. Akane war allein, allein mit ihren Gedanken und ihren Gefühlen, allein an dem kleinen unruhigen Bach, der vor ihren Füßen entlanglief und doch hatte sie das eigenartige Gefühl, als ob sie jemand beobachten würde.
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Als der blaue Himmel sich langsam grau färbte und die Sonne ihrem Untergang entgegenlief, machte sich Akane schließlich auf den Heimweg. Tief durchatmend setzt sie einen Schritt vor den nächsten, immer darum bemüht ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten, denn jeder Schritt brachte sie näher zu dem Dojo ihres Vaters und somit auch zu Ranma. Der erste Stern blinkte zwischen den aufgezogenen Wolken hervor und als sich kalte Regentropfen auf den Weg zur Erde machten, betrat Akane leise das Haus. Mit einem Knarren öffnete sich die Tür, so dass Akane sogleich erschauderte und sie sich unsicher umsah. Laute Stimmen waren aus der Küche zu vernehmen, da Kasumi gerade mit Soun schimpfte, der etwas von ihrem Essen naschen wollte. Erleichtert stellte Akane fest, dass sonst niemand zu sehen war und sie schlich sich die Treppe hinauf, auf dem Weg zu ihrem Zimmer.
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Doch erst als sie ihre Zimmertür fest hinter sich verschlossen hatte und Akane sich erleichtert dagegen lehnte, konnte sie wieder Luft holen und etwas entspannen.
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Allerdings hatte sie nicht gemerkt, wie Ranma ihr ungewöhnliches Eintreten beobachtet hatte und sich nun den Flur entlang schlich und mit klopfendem Herzen an ihrer Tür lauschte. Sofort hatte er gemerkt, dass mit Akane etwas nicht in Ordnung war und hatte nun eigentlich vor ein wenig mit ihr zu reden, doch in seinem Inneren hielt ihn etwas davon ab. Vor seinen Augen erschien der traurige Ausdruck von Akanes Augen doch zugleich stellte er sich auch vor, dass Akane wieder sauer auf ihn werden würde. Dieser Gedanke schreckte Ranma am Ende dann doch ab zu seiner Verlobten ins Zimmer zu gehen und sie zu trösten und so machte er sich stattdessen auf den Weg in sein eigenes Zimmer.
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Am nächsten Morgen hetzten Akane und Ranma zusammen die Straße entlang in der Hoffnung, dass sie es vielleicht diesmal schaffen würden rechtzeitig zur Schule zu kommen. Belustigt schaute Ranma auf Akane herab, die neben ihm den Weg entlang lief, während er auf dem Zaun balancierte. Frech streckte er ihr die Zunge heraus und rief: „Akane hat heute verschlafen, Akane ist eine riesige Schlafmütze!“ Lachend sprang er vom Zaum herunter und stellte sich Akane in den Weg. Erstarrt blieb Akane stehen und sah Ranma grimmig entgegen, doch dieser beugte sich nur lächelnd nach vorne und flüsterte ihr ins Ohr: „Weißt du was Akane? Als ich dich heute geweckt habe, da hast du geschnarcht wie ein Dampfer!“
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Fassungslos blickte Akane in die strahlenden blauen Augen vor ihr und schluckte ihre aufsteigenden Tränen hinunter. Wütend umfasste sie ihre Tasche noch ein wenig fester und holte dann mit viel Schwung aus und versuchte Ranma zu treffen. „Ranma, du bist ja so ein Trottel!“ schrie sie ihn an und versuchte dabei immer wieder ihn zu schlagen, doch Ranma wich ihr lachend aus und sprang auf den Zaun. Dort verschränkte er die Hände hinter dem Kopf und streckte Akane noch ein weiteres Mal die Zunge heraus.
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Wütend drehte sie sich um und stampfte davon, doch schon nach kurzer Zeit fing sie an zu laufen. Ihr ganzer Körper zitterte und sie presste ihre Augen zusammen, doch auch dadurch konnte sie die Tränen nicht mehr zurückhalten. Schluchzend rannte sie weiter, so dass ihre Tränen durch den Wind verwischt wurden und langsam in der Luft verwehten.
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Glitzernd flogen die Tränen dahin, bis sie auf einmal einem kleinen weißen Vogel ins Gesicht tropften. Er schien Akane interessiert gefolgt zu sein, doch als die kleinen Tränen auf das sanfte Gefieder auftrafen, schüttelte sich die Vogel erschreckt auf und setzte sich auf einen nahe gelegenen Baum. Mit einem schrägen Blick begann der zierliche weiße Vogel zu putzten und beobachtete dabei aus den Augenwinkeln, wie Ranma verunsichert den Weg zur Schule entlang ging. In seinem Gesicht spiegelten sich Fassungslosigkeit und Besorgnis wider und das Strahlen in seinen Augen war spurlos verschwunden.
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Erst als Ranma auf einmal von weitem die Schulklingel hörte, rannte er wieder los und versuchte so schnell wie möglich zur Schule zu kommen. Doch für ihn war es wieder einmal zu spät und so wurde er, mit einem Eimer Wasser bewaffnet, vor die Tür geschickt. Als ihn der Lehrer zur Tür heraus schob, warf er noch einen letzten Blick auf Akane, die regungslos zum Fenster hinausschaute. Sein Herz verkrampfte sich, denn genauso hatte Akane am gestrigen Abend auch geschaut und schon wieder konnte er nicht zu ihr gehen.
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Nach der ersten Stunde wurde Ranma wieder in den Klassenraum gelassen und so betrat er zögernd den Raum. Verstohlen blickte er zu Akane hinüber, doch immer noch starrte sie ohne jegliche Regung zum Fenster hinaus. Schluckend ging er auf ihren Tisch zu, doch auch als er sich vor diesem niederkniete und schüchtern nach Akanes Hand griff, richtete Akane ihre Aufmerksamkeit nicht auf ihn. Stumm blickte sie zum Fenster hinaus und versuchte ihre Trauer zu verbergen, was ihr in diesem Moment allerdings gar nicht so leicht viel.
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Doch schließlich zog Ranma sich wieder zurück und setzte sich frustriert auf seinen Platz.
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Als die Schule zu Ende war, machte sich Akane schnell auf den Weg nach Hause, sogar auf Ranmas Rufe hörte sie nicht. Sie lief und lief, bis sie endlich völlig aus der Puste beim Dojo ankam. Keuchend stieg sie die Treppe zu ihrem Zimmer hinauf und kramte ihren Kampfanzug aus ihrem Schrank. Schon nach kurzer Zeit hatte sie sich umgezogen und lief nun wieder in Richtung Dojo, wo sie auch zugleich anfing sich aufzuwärmen. Schließlich begann sie gegen auf eine Strohpuppe einzuschlagen und zu treten, wobei sie auch immer wieder laut aufschrie. Ihren ganzen Frust und ihre gesamte Trauer konnte sie bei diesem Training herauslassen und so schlug sie wie eine verrückte immer wieder und wieder auf die Kampfpuppe ein.
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Kleine Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn und liefen an ihren Schläfen hinab, doch dadurch lies Akane sich nicht stören. Mit einem letzten Aufschrei wirbelte sie herum und schlug mit einem gezielten Tritt den Kopf der Puppe auf den Boden.
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Mit den Armen vor der Brust verschränkt lehnte sich Ranma gegen die Tür des Dojos und blickte Akane an, die inzwischen keuchend auf dem Boden hockte. Eigentlich wollte er sich gerade bei ihr entschuldigen, doch als er sah, wie brutal Akane auf die arme Kampfpuppe einschlug, wunderte er sich über seine eigenen Gedanken. Er hatte doch wirklich gedacht, dass Akane traurig war, dass sie sich wie ein richtiges Mädchen verhalten konnte, doch diese Szene zerstörte seine ganzen Vorstellungen.
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Seufzend drückte er sich von der Wand ab und verließ ohne ein Wort das Dojo.
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Verwundert blickte Akane sich um und ging mit langsamen Schritten zum Dojo heraus. Gerade eben hatte sie noch das Gefühl gehabt, dass jemand sie beobachtete, doch auch im Garten war niemand zu sehen, außer eine kleiner weißer Vogel, der unruhig auf einem Ast hin und hertänzelte.
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Spät am Abend setzte sich Akane auf ihr Bett und schaute gedankenverloren zum Fenster heraus. Es war schon dunkel und fahles Mondlicht warf Schatten auf ihr trauriges Gesicht. Plötzlich vernahm Akane ein leises Geräusch am Fenster und als sie genauer hinschaute, konnte Akane einen kleinen weißen Vogel entdecken. Verzweifelt versuchte er mit seinen Krallen das Fenster zu öffnen, doch als er bemerkte, dass sein Bemühen umsonst war, piepste er empört auf.
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Lächelnd stand Akane auf und öffnete das Fenster einen Spalt, so dass der Vogel sich hindurchquetschen konnte. Fröhlich zwitschernd flog der weiße Vogel einen großen Bogen im Raum herum flog dann vor Akanes Gesicht hin und her.
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Auf einmal erstrahlte ein weißes Licht um ihn herum, so dass Akane schützend die Hände hob, doch schon bald blinzelte sie neugierig durch ihre Hände hindurch. Fassungslos stolperte sie ein paar Schritte zurück und setzte sich auf ihr Bett. Ihre Augen waren weit geöffnet und ihr Mund stand offen, als sie das kleine glitzernde Wesen anschaute, welches sich vor ihr in der Luft räkelte.
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Lachend sah das Wesen Akane an und flog auf sie zu. Mit einem kleinem Stupser auf die Nasenspitze sagte es mit einer hellen und warmen Stimme: „Aber was starrst