True Love
3. Teil
True Love - dritter Teil
*reinsnuff*
Hi!
hier ist der dritte und letzte Teil! Holt schon mal die Taschentücher raus! ^.-
Viel Spaß damit!
Ach ja, und danke nochmal für die ganzen tollen Kommis! Hab mich echt gefreut drüber! *verbeug*
*knuddl u all*
+~+Ty's PoV+~+
Verwirrt blickte ich Kai an. Was zum Kuckuck tat er hier? In meinem Zimmer? Außer zum Wecken hatte er mein Zimmer noch nie betreten und jetzt platzte er hier einfach rein und schnauzte mich an, ich solle mich sofort wieder hinlegen! Was erlaubte sich dieser Typ eigentlich?
Aber ich war immer noch zu erschöpft, um mich über Kais unmöglichen Verhalten zu beschweren. Stattdessen ließ ich mich müde zurücksinken, als Kai mich in mein Bett zurückbugsierte und zudeckte und schloss die Augen.
Ich sah auf, als Kai mit dem Tablett aus der Küche zurückkam, sich einen Stuhl schnappte und diesen neben meinem Bett platzierte. Vorsichtig stellte der Silberhaarige das Tablett vor meiner Nase ab, und richtete mich stumm, durch seinen sanft stützenden Arm im Rücken, auf, damit ich essen konnte.
"Iss, das wird dir gut tun. Du brauchst diese Stärkung.", meinte Kai mit leiser, fast schon weicher Stimme, und begann, das Ei abzupulen, um mir kleine Stückchen in den Mund zu schieben. Ich ließ das kommentarlos geschehen, aber ein wenig peinlich war mir das Ganze schon. Und dann auch noch vor Kai, dem stolzen, harten Kai, der sonst jede Art von Schwäche verabscheute!
Wie ein Blitz durchzuckte die Erinnerung an das gestrige Geschehen meinen Kopf. Ich zuckte zurück, als Kai mir den Löffel vor die Nase hielt, und blickte ihn aus großen, vor Schrecken geweiteten Augen an.
Dieser schaute zurück, seine Augenbrauen waren fragend in die Höhe gezogen und seine roten Augen leuchteten verwirrt. Ich bekam plötzlich voll das schlechte Gewissen.
"Kai...ich... es tut mir leid, was ich gestern gesagt habe! Ich wollte dir nicht wehtun!", murmelte ich nach mehreren Anläufen mit fester stimme und sah dem Älteren stumm, aber ehrlich in die Augen.
Dieser ließ ungläubig den Löffel fallen. Begann am ganzen Körper leicht zu zittern, aber er merkte es nicht. Das einzige was er merkte, war meine Stimme, die immer wieder durch seinen Kopf flüsterte, ich habe ihm nicht wehtun wollen, und dass es mir leid tat.
Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, in der Kai stumm auf seinem Platz saß, seltsam in sich zusammengefallen, und aus trüben Augen zu Boden sah.
Schließlich, nach eigentlich nur wegen Minuten, hob Kai langsam den Kopf und blickte mir eiskalt wie immer in die Augen.
"Vergiss es, das von gestern war ein Ausrutscher gewesen. Ich nehme dir deine Worte nicht übel, aber du hast mich...an ein paar...nicht sehr schöne Dinge aus meiner Vergangenheit erinnert, und ich hab für einen Moment die Kontrolle verloren. Nimm das nicht zu ernst, ich hatte nicht vor, dir auch nur einen Bruchteil meiner wahren Gefühle zu zeigen.", knurrte Kai schließlich und stand auf. Ohne ein weiteres Wort verließ er das Zimmer.
Ich schaute ihm stumm hinterher.
Das was er gesagt hatte, das hatte er nicht ernst gemeint, das war mir klar. Alle sagen zwar immer, ich sei total dumm, weil ich Kais tötende Blicke einfach erwiderte, aber das stimmte nicht. In solchen Momenten versuchte ich die wahren Gefühle meiner Mitmenschen zu erkunden, so wie eben. Und trotz der furchtbaren Kälte, die in Kais Augen gestanden hatte, war ich tiefer gedrungen. Und zwar bis an den Rand seiner Seele. Und was ich dort gesehen hatte, war ein Wunsch. Ein verzweifelter Wunsch nach Geborgenheit und Schutz.
"Ach Kai, warum machst du es dir nur immer so schwer?", murmelte ich bedrückt vor mich hin, und legte mich wieder in mein Kissen zurück. Das Tablett, welches noch immer neben mir stand, vergaß ich plötzlich. Meine einzigen Gedanken galten nur noch Kai, dem furchtlosen, stolzen Kai, den ich im Grunde meines Herzens liebte. Noch wusste ich es nicht, aber das Gefühl, eine Andeutung davon war bereits da. Denn ich fühlte mich in Kais Nähe immer total wohl, auch wenn er mich öfters auf die Palme brachte, und ich war sogar sehr gern in seiner Nähe. Wenn er mich mit seinen kalten Augen anblickte, dann wurde mir immer zugleich heiß und kalt, ich fühlte mich wie in einem Nebel, der alles um mich herum verbarg, nur Kais starke Kontur noch mehr betonte.
Ich seufzte leise und schlief ein.
+~+Kais PoV+~+
Total fertig ließ ich mich auf mein Bett fallen.
//Das kann nicht sein! Er hat es getan, er hat meine Gedanken ergründet! Und das mit nur einem einzigen Blick in meine Augen! Bin ich so durchschaubar? Verdammt...//
Mit den Nerven am Ende schmiss ich das Kissen quer durchs Zimmer an die Tür, wo es mit einem weichen Laut zu Boden ging. Aber dies beachtete ich nicht. Ich drehte mich auf den Bauch, verschränkte die Arme unter dem Kinn und winkelte ein Bein an. So verharrte ich am liebsten, wenn ich nachdenken musste, und jetzt hatte ich wirklich einen dringenden Grund dafür.
//Auch wenn es jetzt bestimmt nicht seine Absicht war, aber er hat mir wieder wehgetan...ich würde ihm ja so gern vertrauen, meine Vergangenheit hinter mir lassen und darüber reden, aber was mach ich? Ich tue nichts dergleichen, denn ich bin feige, verstecke mich vor meinen Gefühlen und lass andere glauben, mir geht es gut! Ich hasse es!//
Traurig drehte ich mich auf die Seite und schloss die Augen. Ich wollte jetzt nur noch alleine sein, meine schlechten Gedanken vergessen und in einen ewigen Schlaf fallen, aus dem ich nie wieder aufwachte. Einem Schlaf, der mir Erlösung brachte, dass ich nie wieder leiden oder gar weinen musste.
Doch das geschah natürlich nicht. Denn nach ein paar Minuten der Ruhe nickte ich schon weg, und schlief ein.
Aber es war kein erholsamer Schlaf. Immer wieder in der Nacht wachte ich auf, schweißgebadet, manchmal sogar schreiend, von Alpträumen aus der Kindheit geplagt, schlief wieder ein, wachte wieder auf, und so ging es die ganze Nacht weiter. Bis zum nächsten Morgen durch, bis mein Wecker klingelte, und mich aus knapp einer Stunde endlich mal ruhigem Schlaf zerrte.
Grummelnd verpasste ich dem Wecker einen ordentlichen Schlag, der ihn zu Boden beförderte und in seine Einzelteile zerspringen ließ, und drehte mich auf den Bauch, um die Decke über meinen Kopf zu ziehen.
Aber ich konnte nicht mehr einschlafen, obwohl ich noch hundemüde war.
//verdammt noch Mal...ich will gar nicht wissen wie wenig ich geschlafen habe...ich fühl mich echt wie gerädert! Und dann auch noch vier Stunden Training...und auf Tyson aufpassen muss ich ja auch noch! Verdammt, den hab ich ja total vergessen!//
+~+Normal PoV+~+
Hastig sprang Kai auf, sprintete ins Badezimmer und unterzog sich einer kurzen Dusche, bevor er sich einkleidete und langsam runter ging in die Küche. Wie auch nicht anders zu erwarten war um 7.30 Uhr Morgens noch kein Mensch wach, außer natürlich Kai. Er setzte sich stumm an den Tisch, machte sich seinen Kaffe und dachte nach. Mal wieder, wie in letzter Zeit so oft, über seine Gefühle.
//Warum macht Tyson mich immer so verrückt? In seiner Gegenwart bin ich immer richtig zuvorkommend und freundlich, ich weiß selbst nicht wieso. Empfinde ich etwa etwas für diesen stürmischen Bengel? Aber selbst wenn, wieso? Er ist praktisch das genaue Gegenteil von mir. Stürmisch, immer offen und ehrlich mit seinen Gefühlen, warmherzig, kontaktfreudig, aber in seltenen Momenten kann er auch sehr ernst sein und sich mal richtig auf etwas konzentrieren. Und ich bin stur, in mich zurückgezogen, einzelgängerisch, kalt und egoistisch. Wir passen überhaupt nicht zueinander! Und außerdem ist er ein Junge!//
Verwirrt schüttelte Kai den Kopf und trank seine erste Tasse aus. Er wollte nicht mehr nachdenken, denn diese Gedanken gingen eh immer nur im Kreis, also ging er ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher an. Aber auch dieser brachte ihm keine Ablenkungen, es liefen nur Nachrichten, die jeden noch so Medieninteressierten Menschen zum Einschlafen brachten und morgendliche Fitness- und Einkaufsprogramme. Also nichts Interessantes.
Kai wurde aus seinen Gedanken gerissen, als von der Treppe her leise Schritte ertönten. Im nächsten Moment schlich Tyson um die Ecke, äugte misstrauisch ins Zimmer, ob sich auch ja keiner dort aufhielt, aber Kais grauen Haarschopf schien er tatsächlich zu übersehen, denn er schlich rüber in die Küche, auf Zehenspitzen, nur kein Geräusch verursachend.
//was macht der denn schon wieder hier? Und das auch noch um diese Uhrzeit! Wäre er nicht wirklich krank würde ich annehmen er wäre todkrank! Tyson und wach, und das um Acht Uhr morgens! Ich glaub ich werd ihn mal ein wenig ärgern.//
Schadenfroh grinsend schlich Kai dem Blauhaarigen hinterher, ebenfalls so leise wie möglich, und beobachtete den Jüngeren dabei, wie er sich in der Küche ein kleines Frühstücksbüffet zubereitete.
//Na holla, der kann ja tatsächlich Brote schmieren! Wenn Ray das wüsste, würde er ihm garantiert nicht jeden Tag die Sandwichs machen! Wer hätte das denn gedacht...//
Nun war Tyson fertig mit seiner Arbeit und drehte sich um, um ein Tablett vom Schrank zu holen. Aber als er dann Kai sah, der ihn genervt anfunkelte, erfror seine Bewegung in einer Zehntelsekunde, stand da wie eine Statue.
“Hey, solltest du nicht im Bett sein? Nur mal so ganz nebenbei, es ist Acht Uhr morgens, Tyson. Normalerweise sieht man dich doch nicht vor um Elf, oder verwechsle ich da was? Und seit wann kannst du bitte schön Brote schmieren? Wenn ich das Ray sage, der kippt aus den Latschen...”, knurrte Kai verwirrt, Tysons Gesicht verzog sich bekümmert.
“Entschuldige, ich konnte nicht mehr schlafen. Ich hab so großen Hunger gehabt...Du sagst aber nicht Ray was davon, oder?”
Tyson traute sich nicht, zu Kai aufzusehen, aber dieser verstand schon. Er gab nur ein abwertendes Geräusch von sich, schnappte sich das Tablett und begann dieses die Treppe