Hinweise zum Glück
Kapitel 1
>Piep<
>Piep<
Schwach blinzelte Cam. Grelles Licht blendete seine Augen und bevor sich wieder ein schwarzer Schleier über ihn senkte.
>Piep<
>Piep<
Wie aus einer tiefen Ohnmacht schlug Cam schwach die Augen auf. Immer noch blendete ihn das Licht, doch hatte er nun die Kraft die Augen offen zu halten. Verwirrt versuchte er sich zu orientieren. Wo war er? Über ihm nur eine weiße Decke. Vorsichtig versuchte er sich zu drehen, doch wollte sein Körper ihm nicht gehorchen. Er war zu schwach auch nur den Kopf zu drehen. Da erschien von links eine Gestalt, Cam erkannte nur schemenhaft dunkle Haare und ein grünes Gewand, dann übermannte ihn wieder die Schwäche und er fiel abermals in ein tiefes Loch.
>Piep<
Als Cam das nächste mal die Augen aufschlug, fühlte er sich etwas klarer. Das Licht erschien ihm nicht mehr so grell, im Gegenteil es wirkte vorsichtig gedämpft. Nun erblickte er auch links von sich stehend eine Stange mit einer Infusion daran hängend, hatte er sie vorher gar nicht bemerkt? Langsam dämmerte Cam wo er sich befand, was das piepen um ihn herum zu bedeuten hatte. Er war im Krankenhaus. Aber warum? Vorsichtig versuchte er wieder sich ein bisschen umzusehen, doch als er die Arme zum aufstützen verwenden wollte durchfuhr ihn ein reißender Schmerz und sofort sackte er in seinen Polster zurück. „Bleiben Sie liegen!“, herrschte ihn auf einmal eine Stimme von seiner rechten an. Langsam schaffte er es seinen Kopf zu wenden, ignorierte dabei das dumpfe Ziehen in seiner Brust und erblickte eine Schwester in grüner Kleidung, ein neben ihm stehendes Bett machend. Mit geübten Fingern faltete sie die Decke, schwang sie über die Matratze, richtete eine Falte und trat zu Cam ans Bett. „Schön, dass Sie bereits munter sind. Aber ich muss Sie bitten, dass Sie liegen bleiben, Sie hatten großes Glück und müssen sich jetzt schonen.“ Während ihren Worten machte sie sich geschäftig daran eine Mappe an Cams Fußende hervorzuziehen und mit dieser hinter Cams Kopf zu verschwinden. Das war ihm zuviel auf einmal. Warum war er plötzlich so langsam? Oder war diese Frau so schnell? Gerade versuchte Cam seinen Kopf noch ein bisschen mehr zu wenden um sehen zu können, wo die Schwester nun hin verschwunden war, als sie schon wieder neben ihn huschte und die Mappe zurück ans Fußende brachte. „Ihre Werte werden schön langsam stabiler. Das gefällt mir sehr gut.“ Schnell schenkte sie ihm ein Lächeln und startete schon wieder Richtung Türe, als Cam sie mit einem krächzen aufhielt. Mist, eigentlich hatte er ihr nachrufen wollen, doch war sein Rachen so trocken, dass er keinen rechten Ton hervorbringen konnte. Beim Versuch sich zu räuspern, packte Cam ein starker Hustenreiz der seinen Körper durchschüttelte. Erschrocken kam die Schwester zu ihm zurück und drehte ihn mit flinken Händen auf die Seite, um ihm das Husten zu erleichtern. Als es endlich wieder ging lies sich Cam erschöpft in seinen Polster zurückfallen. Der Hustenreiz hatte neue Schmerzen verursacht und er fühlte sich elend. „Bitte geben Sie mir ein Glas Wasser…“, hauchte er matt. „Es tut mir Leid, die Narkose ist noch nicht so lange her und ihr Magen muss noch ein bisschen geschont werden, aber ich hänge ihnen gleich eine neue Infusion mit Flüssigkeit an, ja? Dann ist wenigstens das Durstgefühl weg, fein, ja?“ Cam unterdrückte schwach ein Knurren. „Dann sagen Sie mir bitte wenigstens, wo ich mir hier befinde. Und was um Gottes Willen ist passiert??“ Die Schwester warf ihm kurz einen scheinbar abschätzenden Blick zu. „Sie sind mit 2 Schussverletzungen hier eingeliefert worden, waren nicht bei Bewusstsein. Sie haben eine Notoperation hinter sich und befinden sich hier jetzt auf der Intensivstation. Woher Sie diese Verletzungen hatten wüssten wir selbst gerne. Was ich weiß, ist dass mit Ihnen 4 weitere Schwerverletzte eingeliefert wurden. Ansonsten müssen Sie selbst nachdenken.“ Gerade als Cam etwas erwidern wollte, erklang ein grelles Piepsen vom Gang und die Schwester rannte los. „Etwas um halb 11 wird die Visite zu Ihnen kommen. Der Herr Doktor kann Ihnen dann näheres erzählen“, und schon verschwand sie zur Tür hinaus. „Und wie spät ist es?“, doch niemand hörte Cam. Erschöpft stieß Cam einen Seufzer aus. Eine Schussverletzung? 4 weitere Verletzte? Was zum Teufel… doch da kam die Erinnerung mit einem Schlag zurück: DeCloud! Ben und er waren in eine Falle geraten! Und seine Familie! Mit einem Mal war Cam hellwach. DeCloud hatte seine Familie! Er musste etwas unternehmen, er musste hier raus, seine Kollegen informieren! Doch kaum richtete er sich auf durchfuhr ihn wieder ein stechender Schmerz. Aber er konnte jetzt nicht nachgeben, er musste sich durchbeissen. Sein Kopf begann zu pochen, doch Cam kämpfte sich weiter. Er versuchte sich von den zahlreichen Drähten die auf seiner Brust klebten oder über das Venflon unter seine Haut gingen nicht einschüchtern zu lassen und schob seine Beine über die Bettkante. Hinter ihm das Gerät begann bedrohlich schneller zu piepsen und ging in einen Alarm über. Gerade als seine Füße den Boden berührten und er sich vorschob wurde die Türe zu seinem Zimmer aufgerissen. Doch mit einem Mal verlor Cam das Bewusstsein und alles wurde wieder schwarz.
„Er ist ein Kämpfer, das ist eindeutig. Aber wenn so etwas noch mal passiert, weiß ich nicht ob er noch mal so ein Glück haben wird. Ich habe ihm jetzt einmal leichte Beruhigungsmittel verabreicht, stärkere kann ich seinem geschwächten Organismus noch nicht zumuten, aber sollte er wieder unruhig werden, melden Sie das sofort.“ Mit einem stöhnen schlug Cam die Augen auf. Vor ihm stand die Schwester von vorher und scheinbar ein Arzt. Als dieser sah, dass Cam munter ist, kam er sofort auf ihn zu. „Mr. Brown, wie geht es Ihnen?“ Cam stöhnte auf. „Das kann ich mir vorstellen“, entgegnete der Arzt, ohne auf eine echte Antwort zu warten, „Ich lass Sie sich jetzt noch mal ausruhen.“ Doch noch mal wollte sich Cam nicht abspeisen lassen. „Warten Sie!“, brachte er mühsam hervor. “Ich muss mit jemandem reden! Meine Familie ist in Gefahr! Ich muss Verstärkung anfordern!“ Der Arzt warf ihm einen skeptischen Blick zu: „Sie haben 2 schwere Verletzungen hinter sich. Die eine Kugel hat nur knapp ihre Lungen verfehlt und mit der anderen hatten sie noch viel mehr Glück, sie ging durch ihren Hinterkopf, und verfehlte dabei nur knapp lebenswichtige Strukturen! Es ist ein Glück, dass Sie noch laufen, reden, ja dass Sie noch leben. Und als Sie vorher aufgestanden sind, hätten sie beinahe ihre Schulternaht aufgerissen und als Sie bewusstlos wurden sind Sie genau mit dem Hinterkopf wieder an die Bettkante aufgeschlagen. Sie haben einen wirklich fleißigen Schutzengel. Also bitte hören Sie auf mich und halten Sie jetzt Ruhe ein. Draußen sitzen Kollegen von Ihnen, die über den Tat Hergang reden wollen. Ich habe Ihnen gesagt, dass Sie noch Ruhe brauchen. Aber wenn Sie wollen bitte ich Sie, Ihre Familie zu verständigen.“ Cam schüttelte verärgert über die fehlende Einsicht des Arztes den Kopf, hielt jedoch sofort wieder inne, las er wieder diesen stechenden Schmerz spürte, kein Wunder, wenn da hinten eine Kugel gelandet war, dachte er erschrocken. „Dann schicken Sie mir meinen Kollegen rein, Ben Stone, er wird wissen was zu tun ist, und ich verspreche auch, nicht mehr aufzustehen.“ Der Arzt sah ihn ernst an. „Ich fürchte das kann ich nicht. Ihr Kollege, Detective Stone hatte leider nicht so großes Glück wie sie. Er hat zuviel Blut verloren und ist am OP-Tisch verstorben.“ Cam musste heftig schlucken, was kam heute noch auf ihn zu?? Langsam wurde das alles zu viel! Wegen einem dummen Fehler war nun sein Freund und treuer Partner gestorben! Ehe Cam noch etwas erwidern konnte, ging die Türe auf und eine Schwester huschte herein zum Arzt. „Doktor Johnstone, wenn Sie bitte kommen würden, die Herrn von der Polizei haben eben neues erfahren.“, schnell warf Sie Cam einen Blick zu, hielt seinem jedoch nicht stand und trat an den Arzt heran um ihm noch etwas zuzuflüstern. Der Arzt erbleichte. „Ich komm“, und schnell verschwanden beide wieder aus dem Raum. Die Schwester und Cam sahen Ihnen beunruhigt nach, was hatte das jetzt wieder zu bedeuten?