Avatar - Im Zeichen der Freiheit
Konfrontation
Eine leise Melodie klang durch das Wäldchen, indem unsere Freunde rasteten.Es war das Lied, das Katara jeden Abend von ihrer Mutter vorgesungen bekam, bevor sie zu Bett ging.Dieses Lied erweckte verschwommene, dennoch schöne Erinnerungen an früher, als an den Krieg noch gar nicht zu denken war.Bis jetzt hatte die junge Wasserbändigerin die Zeit mit kleinen Spielchen in ihrem Element verbracht.In gewissen Abständen konnte man ein dumpfes Aufklatschen des Wassers wahrnehmen, das sowohl die Tiere des Waldes als auch der junge Zuko mitbekamen.Zuerst wurde den Geräuschen keine Aufmerksamkeit geschenkt, da sich der ehemalige Prinz in Gedanken vertieft hatte.Schon seit einer Weile achtete Zuko nicht mehr auf seinen Weg.Seine derzeitige Priorität lag darin, dass er etwas Abstand von seinem Onkel hatte.Erst als Zuko einen dickeren Ast in zwei Teile zertrat, erwachte er aus seinen Gedanken und sah sich etwas desorientiert um.Das Knacken war gut hörbar, so dass Katara zurückschreckte.Auch sie war gerade in Gedanken vertieft, dabei drehte sich die meisten um den letzten Traum.Eine unbekannte Stille war eingetreten.Kein Vogel zwitscherte, nichts.Zuko konnte zwischen den Büschen und Bäumen eine kleine Schildkrötenente-Familie in den Fluss huschen sehen.Auch Katara blieb dieser Anblick nicht verwehrt.Sie mochte diese Tiere, doch zunahe wollte sie ihnen nicht treten, wenn die Mutter Angst um ihre Brut bekam.Mütter waren etwas tolles und Katara fragte sich, ob sie später auch eine stolze Mutter sein würde.Als ein kleines Schildkrötenküken das andere anstupste, konnte sie sich ein kleines Kichern nicht verkneifen.Das Bild erinnerte sie an sich und Sokka.Das Kichern blieb Zukos Ohren nicht verwehrt und so duckte er sich reflexartig und schlich zum nächstgelegenen Busch.Sein Blick suchte nach dem Wesen, das diesen Laut ausgestoßen hatte.Aus Zukos Standpunkt konnte er Katara nicht entdecken, er hätte aufstehen und über den Busch hinüberblicken müssen."Wer ist das?Hört sich wie ein Mädchen an...Sie ist im Wasser.Und jetzt?", dachte Zuko angestrengt und verweilte weiterhin hinter dem Busch.Katara wusch sich ihr Gesicht, als sie merkte, dass, wenn sie länger im Wasser bleiben würde, ihre Haut anfangen würde schrumpelig zu werden.Nicht einmal bei Wasserbändigern war das eine Ausnahme.Kurze Zeit später griff Katara nach ihren Anziehsachen und zog sich an.Als sie ein paar Schritte lief, entdeckte sie den Busch, hinter dem noch immer Zuko hockte.Es war ein Mammutbeeren-Busch, stellte Katara fest und so ließ sie es sich nicht nehmen, ein paar Beeren zu pflücken.Ein Schrecken durchfuhr den ehemaligen Prinzen, als Katara nicht unsanft das Obst pflückte, und so drehte er sich augenblicklich um.Nun konnte Zuko durch ein schmales "Loch" im Busch ein Teil Kataras erspähen und einige Augenblicke später, starrten sie sich ungewollt, jedoch neugierig in die Augen.Ein kurzer Schrei der Überraschung entwich Katara, die die gesammelten Beeren in sämtliche Himmelrichtungen fliegen ließ.Zuko wich etwas zurück.Ein Ruf unterbrach das ganze Geschehen:"Kataraaaaaaa?Ich hab' dich gesehen und du kannst dich jetzt nicht mehr vor deinen Pflichten verstecken!Du musst mir bei diesem Fisch helfen!Du kannst doch so toll Wasser bändigen!Schnell!Bevor er mir wieder entwischt!"Es war Sokka, der seit einer gewissen Zeit in der Nähe von ihr angelte."Katara, wo bleibst du denn?!", kam es nun leicht gereizt von Sokka.Katara blickte vom Busch zu ihrem etwas entfernten Bruder."Ja, ich komme ja schon!, gab Katara genauso gereizt zurück.
Ein wenig später konnte man dem erneut entfachten Streit zwischen den Geschwistern lauschen:"Du hast doch sonst eine so große Klappe, Sokka!Jetzt schaffst du es nicht einmal einen Fisch zu fangen!", keifte Katara."Warum bsit du denn so wütend?Ist dir 'ne Laus über die Leber gelaufen, oder was?", fragte Sokka wirklich interessiert.Es schien das Ungewisse zu sein, was Katara so gefühlsmäßig verstimmte.Als sich ihre Blicke trafen, fühlte Katara eine gewisse Wärme und Neugierde in sich, die ihr fremd waren.Im selben Moment dachte sie an ihren Traum, indem der junge Mann vorkam, dem sie Nähe schenken wollte.Wer war das gewesen?
An "Kataras Badestelle" war jetzt weder Zuko noch Katara.Der Feuerbändiger hatte noch etwas hinter dem Mammutbeeren-Busch verweilt, bis er ging.Unbehagen stieg in ihm auf.Hatte er gerade der einen Freundin des Avatars ohne Sinn und Verstand in die Augen gesehen, ohne sie zu ergreifen und den Avatar durch Geiselnahme fangen?Das Schlimmere, was noch hinzukam, war, dass er ihre Augen faszinierend und unergründet fand.Zuko stampfte zurück zu seinem Onkel und achtete dabei nicht auf seine Umwelt.Er riss manches Gestrüpp einfach beiseite und zertrat jede noch so schöne Blume.Am liebsten hätte Zuko geschrien und ein paar Bäume in Flammen gesetzt.Wieso war er nicht imstande gewesen, sich einfach dieses Mädchen zu krallen und damit den Avatar zu erpressen?
Das Erste, was Iroh von seinem Neffen zu hören bekam, war ein langes und tiefes Seufzen.Augenblicklich erhob Iroh seinen Kopf und sah zu Zuko hinüber, der sich vor ihm auf die Wiese plumpsen ließ.Iroh legte den Kopf schief und lachte."Was ist, Onkel?", fragte der Neffe scharf."Ihr seht aus, wie damals, als Euch Eure Schwester die Süßigkeiten geklaut hat.", antwortete Iroh weiterhin lachend.Zuko legte ein fragliches Gesicht auf."...als meine Schwester....?", wiederholte der junge Feuerbändiger leise und nachdenklich.[i]"Mir wurde nichts geklaut, oder?", fragte Zuko verwirrt.
||So, das war das Kapitel.Hoffentlich gefällt's.Vielleicht versteht jemand das, auf was ich in den letzten zeilen hinaus will.:PBis zum nächsten Kapitel!||