Fanfic: Sie ist blind
Kapitel: Bekanntschaft
Stille. Bedrückende Stille. Sakuras Hand ballte sich zu einer Faust. °Immer dasselbe.°, dachte sie. Das junge Mädchen biss sich auf die Unterlippe. Kurz schloss sie die Augen, um sich zu beruhigen. Dann wandte sie sich Kakashi zu. „Wo soll ich sitzen?“ Kalt und doch lieblich durchbrach ihre Stimme einige Stumme Fragen, in den Köpfen der Anderen. Kakashi schien aus den Wolken zu fallen. „Äh... setz dich am besten da hinten in der vorletzten Reihe hin!“, sagte er immer noch etwas abwesend. Sie setzte sich neben einen Jungen mit dunkelbraunen Haaren, die er oben auf dem Kopf zu einem Zopf gebunden hatte. Jeder, der ihn zum ersten mal sah, hatte wohl als erstes den Gedanken, dass seine Frisur stark an eine Ananas erinnerte. Zu ihrer Rechten saß ein Mädchen, sie hatte ebenfalls dunkle Haare, allerdings eher schwarze, mit großen, fliederfarbenen Augen. Ihre Haare trug sie offen und mit einem Pony (ich hoffe das schreibt man so bei Haaren^^). Zwei Reihen vor ihr saß ein Junge, dessen Kopf auf Hochtouren lief. Blonde Wuschelmähne und tiefblaue Augen. Fragen um Fragen schwirrten in seinem Kopf herum. Wie hatte sie das auf dem Flur gemacht? Wie konnte sie so präzise ausweichen? Warum war sie so schnell wieder weg? Und das waren noch lange nicht alle (mir fallen keine Fragen mehr ein). Der Junge neben ihm war auch nicht besser dran. Seine hellen Augen warenleicht verengt. Auch seine Gedanken waren von Fragen geprägt. Wie zum Beispiel: Es ist sowieso unglaublich, dass sie wusste, dass der Typ eine Freundin hat, aber wie in aller Welt schafft sie das wenn sie blind ist? Vielleicht hätte sie ja an der Körpersprache ablesen können, wie es war, aber so? Diesmal war es Kakashi, der die Stille durchbrach: „Wie ihr alle wisst, sind bald wieder Ferien. Genauer gesagt: in zwei Tagen. Ich habe mir gedacht, wir schreiben noch mal einen Test bevor wir ausruhen können...“ Die ganze Klasse stöhnte. „Allerdings haben wir ein klitzekleines Problem: eigentlich sollte es ein schriftlicher Test sein.“ Er schielte rüber zu Sakura. „Ich werde Tsunade fragen, ob Sakura abgefragt werden kann. Ach so, die Hälfte der Lehrer ist krank, deshalb bekommt ihr den Rest des Tages Schulfrei.“ Jubelgeschrei ertönte. Dann klingelte es. Die halbe Klasse strömte raus, die ruhigeren gingen einfach. „Sakura, bleib doch bitte noch mal kurz!“ Sie ging zu Kakashi. „Ja?“ „Tsunade hat mir erzahlt, du hast keine Eltern mehr?“, fragte er vorsichtig. „Das ist richtig.“, antwortete sie mit ruhiger Stimme. „Das tut mir leid.“ „Brauch es nicht! Ich bin schon drüber hinweg gekommen.(was schreibe ich hier für einen Mist?)“, unterbrach sie ihn. Kurz herrschte Stille. „Ach so, ich wollte mit dir über die Elternabende sprechen. Wie hast du das auf den Anderen Schulen gemacht?“ „Ich habe meine Nachbarin hingeschickt. Sie war meine Erziehungsberechtigte. Ich hab jetzt ´ne andere. Sie schick ich dann da hin.“ „Gut. Das war es dann auch. Du kannst gehen.“ Sakura drehte sich um und wollte gehen. „Ach ja... und wenn die anderen dich wegen deiner Augen ärgern... komm einfach zu mir!“ Er lächelte sie an. Das entlockte auch ihr ein kleines Lächeln (aber nur ein Kleines(; ).
Sie sah in den Himmel. Ein leichter Regentropfen landete auf ihrer Nase. Immer mehr fielen vom Himmel und durchnässten die junge Haruno. Sie ließ den Kopf hängen. Harte Tropfen prasselten auf ihren Kopf nieder. Sie zog sich ihre Kapuze tief ins Gesicht. °Tolles Wetter!°, dachte sie voller Ironie. Sie seufzte. Warum musste immer sie dieses Mistwetter erwischen? Die Regentropfen hörten auf gnadenlos ihr Kopfschmerzen zu bereiten und sie hörte das gedämpfte Geräusch von Wasser das auf etwas niederprasselte. Überrascht drehte sie sich um, und spürte ganz klar, das vor ihr jemand stand. Was sie nicht sah, war, dass ihr Gegenüber schwarze etwas längere Haare hatte, dunkle Augen und der Mädchenschwarm schlecht hin war. „Danke.“, sagte sie kleinlaut. „Du erkältest dich noch.“, sagte er mit tiefer Stimme, die doch etwas anziehendes hatte. „Soll ich dich nach Hause bringen?“ Sakura war überrascht. „Wie bitte?“ „Ob ich dich nach Hause bringen soll? Sonst wirst du ganz nass.“ „Gerne!“ Sakura war angenehm überrascht. Sehr sogar. Auf den anderen Schulen, auf denen sie war, war niemand so nett zu ihr gewesen. „Kommst du?“, wurden ihre Gedanken von ihm durchbrochen. „Bin schon da!“ Sie lief zu ihm. „Wie heißt du noch gleich?“, fragte der Junge. „Sakura. Und du?“ Er sah sie überrascht an. „Sasuke.“ Er sah zu ihr runter. °Sie ist so freundlich. In der Schule kam sie so eingebildet rüber. Und außerdem, ist sie nicht so aufdringlich. Wie die Menschen sich doch unterscheiden! (Er hat´s kapiert!) ° „Wo wohnst du überhaupt?“, fragte er plötzlich. „Ach so, in der Yawasahistraße (ausgedacht!) 4.“, antwortete sie. Sasuke nickte nur stumm. Sie gingen weiter. „Bist du oft umgezogen?“, durchbrach Sasuke die Stille. „Drei mal.“ „Muss ja blöd sein.“ „Ich hab mich dran gewöhnt. Du wohnst doch mit deinem Bruder in einem großen Haus, oder?“ Sasuke sagte nichts. „Ja... meine Eltern leben nicht mehr.“, antwortete er dennoch. „Das tut mir leid.“ Sakura konnte ihn gut verstehen. Auch sie hatte keine Eltern mehr. „Wohnst du auch alleine?“, fragte er. „Ja.“ Sasuke merkte, dass sie nicht darüber reden wollte. „Wir sind da.“, sagte er lächelnd zu ihr (ja er kann auch lächeln). Sie kramte den Schlüssel raus, lief zur Tür und schloss auf. Bevor sie rein ging drehte sie sich noch einmal um und lächelte ihn an. „Danke für das Herbringen!“ Sie trat in das Treppenhaus und schloss die Tür. Zurück ließ sie einen völlig verdutzen Sasuke zurück.