Senshi - Zeige mir den Tod

Intrigen und Sklaverei unter Saiyajins

Flucht

Lautlos schob er die schweren Tore bei Seite.
Bevor er eintrat, schluckte er nochmals schwer, kalter Angstschweiß lief ihm über die Stirn, welche teils von seinem wildem Pony verdeckt wurde. Dreimal atmete er tief ein und aus, ehe er schließlich durch einen der Torflügel trat und dieser sich wenig später mit einem lauten 'Rummms' schloß. In der großen Halle sah dieser Saiyajin wie ein Zwerg aus.

Ganz langsam trat er vor.
Mit Angst erfüllten Augen blickte er zu der Gestalt, welche am anderem Ende der Halle stand und durch das Fenster schaute, auf die Hauptstadt von Vegeta-yusei, Zanufura. Zögerlich tat der junge Mann weitere Schritte, bis er schließlich drei Meter von der eben genannten Gestalt entfernt stand.
Der Saiyajin räusperte sich vernehmlich. "Majestät... entschuldigt vielmals die plötzliche Störung, aber..", wieder schluckte er den Kloß in seinem Hals hinunter, "...aber der Prinz ist wieder nicht in seinem Zimmer, und..."
"So? Ist er das?" unterbrach der König seinen Untergebenen nun barsch. "Konntest du wieder nicht auf ihn Acht geben?"
Der Angesprochene schaute betreten zur Seite.
"Nein, Mylord..."
Er hätte lieber schweigen sollen.
König Vegeta drehte sich schlagartig um, packte den vollkommen überraschten Saiyajin am Hals und drückte zu. "Bin ich hier nur von Unfähigen umgeben?! Bring ihn zurück, sofort. Eine Stunde hast du, ansonsten..." Das Oberhaupt des saiyanischen Volkes drückte noch einmal zu, ehe er seinen Diener fallen ließ.
Dieser japste noch nach Luft, rappelte sich so schnell es ging auf und raste wieder zu den Toren, zwenkte sich hindurch und verschwand. "Er widersetzt sich wieder meinen Befehlen! Ich sollte ihn einkerkern lassen, damit er begreift..." Schnaubend vor Zorn wandte sich der König wieder um und blickte abermals auf das bunte Treiben zu seinen Füßen.
Aus dem dunklem Flur vor der Halle konnte man ein resigniertes Seufzen hören. "Alter, verblendeter Narr..."
Schritte verstummten wenig später.

Tarles flog noch immer über der "Kleinstadt", in welcher er sich vor einigen Minuten noch mit seinem ekelhaften großen Bruder gezankt hatte. Den Grund des Streits hatte er erstmal wieder weg gesteckt, und sich seiner Mission gewidmet.
Wiedermal war es ein kleinerer Planet. Er sollte dort mit zwei weiteren Rang C Kriegern "aufräumen" - worauf er nach der Begegnung mit Radditz überhaupt keine Lust hatte.
Genervt lies der Saiyajin nochmals seine Augen über das Dokument gleiten, ehe er zur Landung auf einem Balkon ansetzte. Tarles rüttelte an der Tür und sie schwang tatsächlich auf - gut, das er sie nur angelehnt hatte.
Leise trat er in das abgedunkelte Zimmer, welches er sein Eigen nennen durfte. Er schaltete das Licht kurz an, nahm sein Diebesgut und versteckte es vorerst in seinem Schrank. Wieder schaltete der das Licht aus; viel lieber würde er sich das Dokument genauer ansehen, doch er hatte in zehn Minuten an der Landebahn in Zanufura zu sein.
Die Tür wieder schließend, schaute Tarles in den Himmel, welcher seinen üblichen roten Schimmer zeigte. Bald würde er seinen ersten Vollmond hier erleben. Denn auf Vegeta-yusei gab es nur alle zehn Jahre einen Vollmond, einen Tag an dem der Mond einen vollen Kreis beschrieb...
Der Zeitpunkt, wo der junge Krieger ihn hätte erleben können... er stand zum ersten Mal Freezer in dessen Raumschiff gegenüber, als die Strahlen des Mondes sich über den Planeten wie weiße Fänge ausbreiteten.
Zum ersten Mal hatte er einen Auftrag direkt vom Obersten erfüllt - oder eher nicht ganz. Ein paar der Bewohner überlebten und griffen Freezer selbst an, was sie natürlich mit ihrem, für den Tyrannen wertlosen, Leben bezahlten.
Auch Tarles hätte dran glauben müssen.
Wäre sein Vater Bardock nicht gewesen. Es gab eine lange Diskussion. Eine Diskussion, in der Tarles erfuhr, wie es ist, um das Leben eines geliebten Menschen zu bangen.
Dabei heißt es, Saiyajins zeigen keine Gefühle. Aber er war auch noch sehr jung...
Seufzend erhob er sich wieder in die Luft, immer in Richtung der Hauptstadt.

Kurz, bevor die Truppe aufbrach, kam er an der Landebahn an.
Sofort raste er zur nächsten Raumkapsel; zwischendurch wurde er noch angemotzt weil er etwas zu spät war.
Dies ignorierend, schloß Tarles die Luke, gab die Koordinaten die auf dem Zettel standen in den Bord Computer ein und lehnte sich zurück. Das Gerät piepte eine Weile, ehe es ihm die Zeit anzeigte, welche er brauchen würde um auf dem zu erobernden Planeten anzukommen.
"Zwei Tage... dauert ja doch nicht so lange..."
Äußerst ungern erinnerte Bardocks Sohn sich an seine bisher längste Reise: ein dreiviertel Jahr! Er wäre fast durchgedreht vor Langeweile. Seitdem hatte Tarles sich geschworen, regelmäßig Rast zu machen, denn seine damaligen "Partner" waren so intelligent gewesen, eben gerade dies nicht zu tun - was zur Folge hatte, das sie an der, in der Kapsel intrigierten Versorgungsstation hingen, als sie ihr Ziel endlich erreicht hatten.
Gut, das Teil war extra für so etwas gedacht, aber unter der Bedingung, das der Insasse verletzt oder nicht fähig war, sich zu bewegen, und nicht weil er vergessen hatte, Rast zu machen.
Tarles fragte sich heute noch was das für Idioten gewesen waren, mit denen er da in die Walachei ziehen mußte. Nun betätigte er den Startknopf, lehnte sich erneut zurück und schloß die Augen.

Stets im Schatten huschte er vorbei, vorbei an den Wachen, vorbei an den monströsen Mauern des Palastes. Er hatte es mal wieder nicht ausgehalten. Zwar gehörte er hierher, aber es zog ihn zu seinen "Verbündeten". Sie warteten nur auf ihn und er war schon im Verzug. Alles nur wegen...
"Da ist er!! Schnappt ihn euch!"
Wie konnte das sein?
Er hatte sich doch im Schatten gehalten, sich immer an seinen geheimen Fluchtweg orientiert. Die Scouter hätten ihn nicht orten können, KI benutzte er nicht, also, wie hatten sie es geschafft ihn zu sehen? Das Herz des Prinzen stand still; nicht weil er Angst verspürte, nein, weil es ihn so überraschte das die Wachen seines Vaters ihn, Vegeta, entdeckt hatten.
"Verflucht!" zischte er leise, rannte weiter suchend umher.
Wehren durfte er sich nicht.
Es würde ihm nur noch mehr Probleme bereiten, wenn er auch nur eine der Wachen ausschalten würde, also blieb dem Stolzen nur die Flucht. Wie er es haßte nachgeben zu müssen!
Dann eben Plan B.
Vegeta blickte gen Himmel, schaute kurz hinter sich - die Wachen holten bereits auf. Ihn kümmerte diese Tatsache nun nicht mehr, denn diese Saiyajins hatten nun eh verloren.
Der Prinz lies sein KI entflammen, die, die ihm in dem Moment nah genug gekommen waren um ihn zu fassen, wurden gnadenlos von der Druckwelle hinfort geschleudert.
Sein Körper lief auf Hochtouren.
So schnell wie nur irgend möglich flog er von seinem Elternhaus davon; denn wenn er erst einen ordentlichen Vorsprung hatte, konnte er zu Fuß weiterlaufen und niemand würde den Prinzen im Gedränge finden können. Zumal würde auch kein normal gestellter Saiyajin wagen, den Prinzen zu verraten.
Ein paar waren dabei fast umgekommen und das war Warnung genug. Würde sein Vater jedoch befehlen, das jeder Saiyajin auf Vegeta-yusei eine Aussage über seinen Verbleib zu machen habe, hätte er verloren.
Aber noch hatte er Zeit für seine Pläne, welche er jeden Tag nutzen sollte... endlich hatte er das Zentrum der Hauptstadt erreicht. In einer abgelegenen Gasse landete er, lugte sofort wieder hinter der Mauer hervor um sich zu vergewissern, das ihm auch wirklich niemand gefolgt war.

Vegeta wollte sich gerade entspannt zurück lehnen, als er seine Augen wieder in den Himmel schauen ließ: die Krieger, die hinter ihm her waren, hatten es doch tatsächlich trotz des hohen Tempos, geschafft ihn bis nach Zanufura zu verfolgen.
"Wie lästige Fliegen!" knurrte der Thronfolger, ballte wütend die Fäuste.
"Sie wollen anscheinend Katz' und Maus spielen... gut, ich bin dabei, Vater!" meinte Vegeta anschließend und grinste leicht. Er kannte Winkel in dieser Stadt von denen nicht einmal sein Vater, geschweige denn die Wachen, wußten.
Und zur Not würde er sich doch wehren oder auf einen anderen Planeten flüchten, wie er es schon so oft getan hatte als er nicht glauben konnte, wie sein Vater ihr Volk den Bach runter gehen ließ.
Es wurde schon lange Zeit, das er selbst das Ruder in die Hand nahm, doch das Argument seines Vaters war "du hast noch viel zu viel zu lernen, Vegeta, als das ich dich jetzt schon an die Spitze unseres Stamms setzten könnte!" Wen wollte er damit abfertigen? Seinen Sohn etwa? Gott, er war letzten Monat 27 geworden! Der Alte wollte nur nicht abdanken, so sah es aus!

Der Prinz huschte aus seinem Versteck und drängte sich durch die Menge.
Viele machten ihm automatisch Platz als sie ihn erkannten, andere mußten erst Bekanntschaft mit dem Boden machen. Immer wieder schaute er sich um, immer wieder wurde er verwundert gemustert: was hatte ihr Prinz auch unter dem Fußvolk zu suchen?
"Platz da! Aus dem Weg, verdammt!"
Vegeta suchte nach etwas Bestimmten, nach einer sehr engen Gasse. Er lief in die richtige Richtung, und nach seinen Berechnungen müßte er bald an seinem Ziel sein... viel Zeit blieb ihm nicht mehr; zwar hatte er einen gehörigen Vorsprung, doch sein Scouter meldete ihm immer mehr Energien, die sich auf ihn zu bewegten. Wenn er nicht bald...
"Moment mal!" Vegeta duckte sich tief und ging ein paar Schritte zurück - die normalen Bürger sahen ihm verstört nach.

Da war sie.
In seiner Hektik war er doch glatt an seiner Rettung vorbei gerast! Nochmal schaute der Saiyajin sich um, ein kalter, viel sagender Blick und die Umstehenden wußten das sie weiter zu gehen hatten.
Der Prinz schlüpfte in die besagte Gasse.
Wenige Meter schleifte er sich an der Wand vorbei, dann machte er an einer Stelle halt. Für jemanden, der nicht von diesem Ort wußte, war dort nichts Besonderes, doch benutzte man