Mein Regenbogen

Wenn eine Liebe tödlich endet

Mein Regenbogen

Ich melde mich auch mal zurück! Dies ist eine Fanfic, die ich für einen Wettbewerb geschrieben habe.
Es geht um Meroko und ihre Gedanken an dem Tag, als sie starb.
Bitte sagt mir eure Meinung dazu.

Mein Regenbogen

Du weißt nichts von diesem Regenbogen. Du hast ihn nie gesehen. Doch mein Leben hat er komplett verändert.
Damals, als ich euch gesehen habe, Seijuurou und dich. Ihr standet im Regen und habt euch geküsst. Wie konntest du mir das antun? Warum hast du unsere Freundschaft so aufs Spiel gesetzt? Ich verstehe es bis heute noch nicht. Du wusstest, dass ich ihn mag… Ständig muss ich daran denken. Dieser tiefe Schmerz, den ich zu diesem Zeitpunkt empfand. Ich konnte nur noch laufen. Weit weg, von allem, was mir mal wichtig war. Bloß weg. Alles vergessen. Im Regen lief ich durch die Straßen. Ich war verzweifelt. Ich hatte Angst. Angst nicht mehr nach Hause zu können, nachdem ich das gesehen habe. Angst, meiner besten und auch einzigen Freundin nicht mehr vertrauen zu können. Darum habe ich mich entschlossen, meinem Leben ein Ende zu bereiten. Ich wollte all das nicht mehr. Weinen, Schmerzen, allein sein. Ich hatte genug davon. Ich konnte in dem Moment nicht glauben, das ich jemals wieder glücklich sein könnte. Das ich einfach weiterleben könnte. Das war für mich in diesem Moment unvorstellbar.
Der Regen, er prasselte auf mich ein. Ich war nass. Von oben bis unten. Doch es machte mir nichts aus. Ich spürte die Kälte nicht mehr. Mein Herz raste, sodass ich dachte, es würde sowieso zerspringen. Ich bekam diese Bilder nicht aus dem Kopf. Und so rannte ich weiter, immer weiter, um diese Gedanken hinter mir zu lassen. Ich wollte schneller sein, als diese Bilder, die mich verfolgten. Wollte ihnen entkommen, sie verdrängen…
Und doch spürte ich nichts als sie. Mein Kopf war leer. Bis auf diese Bilder. Alles Gute war verschwunden, als ob es nie etwas Gutes gegeben hätte. All die schönen Momente mit dir waren wie weggeblasen. Weg. Aus meinem Kopf verbannt.
Es tut weh. Mein Körper tut weh. Und dennoch laufe ich weiter. Ich merke, dass mein Körper nicht mehr will. Er ist zu viel gelaufen. Doch ich möchte nicht anhalten. Ich habe Angst, dass die Schmerzen noch mehr werden. Noch mehr, als sie bis jetzt waren. Bei dem Gedanken musste ich schmunzeln. Noch mehr Schmerzen? Das geht? Leide ich denn nicht schon genug? In mir drängte ein Gedanke immer stärker hoch: Du hasst diese Welt? Dann verlasse sie doch! Dich vermisst sowieso keiner! Deine beste Freundin hat dich betrogen, dich einfach verletzt. Soll sie doch sehen, wie sie damit klarkommt!
Dieser Gedanke… Er klang in dem Moment so verlockend. Ich wollte nicht alleine leiden. Wollte, dass auch die anderen sehen, was sie angestellt haben! Das sie merken, dass wegen ihnen ein Mensch in den Tod gegangen ist! Ja, das wollte ich. Genau das.
Und so wurden meine Schritte langsamer. Meine Augen suchten die Straßen ab. Nach einem Geschäft. Und schließlich fand ich das, wonach ich gesucht habe. Ich ging hinein und bemerkte die komischen Blicke auf mir. Sie haben wohl gedacht: „Was ist das denn für eine?“, „Bei dem Wetter ohne Schirm?“ oder „Gut, dass ich nicht so geworden bin“. Ich konnte die Gedanken sogar hören. In meinem Kopf. und sie wurden immer lauter. Vorwürfe. Und sogar Drohungen. Auch diese, mir unbekannten Menschen, wollten mich loswerden. Und mir war das recht so. Ich griff nach einer Packung Rasierklingen, bezahlte mit meinem letzten Geld und verschwand wieder in den Regen.
Wieder lief ich eine ganze Weile, bis ich auf einer Brücke ankam. Jetzt war es klar. Ich wollte nicht mehr. Ich wollte einfach nicht mehr. Angst, Hass, Verzweiflung und Wut trieben mich in den Tod. Ich sah noch einmal dein lächelndes Gesicht vor mir. Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als das du kommst und mich anlächelst. So wie immer. Das einfach alles ein böser Traum war, aus dem ich aufwache. Doch nichts geschah. Ich nahm eine Klinge und hielt sie an mein Handgelenk. Da geschah es. Ich lag am Boden. Spürte das warme Blut an meinem Handgelenk. Und dann sah ich ihn. Direkt über mir. Der Regen hatte nachgelassen. Die Sonne kam und über mir erschien ein wunderschöner Regenbogen. Meine Sicht verschwamm. Ich merkte, wie das Leben aus meinem Körper wich. Und trotzdem lächelte ich. Ein letztes Mal. Dann war alles dunkel…