Fanfic: Forever Friends! Oder?

Untertitel: Die Geschichte von der Entstehung der Freundschaft bis zum bitteren Ende!

Kapitel: Erster Eindruck. Guter Eindruck?

"Bringt ihn sofort hier her", befahl Tsunade empört. Sie hatte schon von dem Vorfall gehört, der sich letzte Nacht zugetragen hatte. Zwei Männer, die eine Person an beiden Armen hielten, traten ein. Die Ader auf ihrer Stirn wuchs, als sie sah, dass man ihm den Umhang, dessen Kapuze tief im Gesicht hing, noch nicht abgenommen hatte. Er blickte schüchtern, fast schon verlegen zu Boden, war beschämt. "Nehmt ihm den Mantel endlich ab", schrie sie, eigentlich das schon in Erwartung gehabt. Als einer der Jonin seine Kapuze berührte, zog die Person ihr Gesicht weg und trat nach dem Mann. Glücklichweise traf er ihn nicht. Jetzt langte es Tsunade. Sie stand auf, ging mit einem Affenzahn auf den Menschen zu und riss ihm die Kapuze runter. Jetzt erst bemerkte sie, dass sie keinen Mann vor sich stehen hatte. Erschrocken wich das junge Fräulein zurück und sah beängstigt auf. Keinen Mucks gab sie von sich. Die braunen Zöpfe verschwanden im restlichen Umhang und der Pony überdeckte die mystisch grau glänzenden Augen, die flehend zu ihr aufsahen.

Eine Weile lang konnte sie ihre Augen nicht von dem seltsamen Mädchen wenden. Dann setzte sie sich wieder. Sie meinte, die Jonin könnten sich wieder entfernen. Sie befahl dem Mädchen, zu ihr zu kommen. Wehrlos und langsam ging sie um den Tisch und stellte sich vor den fünften Hokage. Ruckartig stand Tsunade auf. Das schien die Kleine so zu erschrecken, dass sie einen Schritt zurückwich. Tsunade packte sie grob am Arm, zog sie wieder zu sich, holte weit aus und gab dem Mädchen eine kräftige Ohrfeige. Noch immer gab sie nichts von sich zu hören. "Tsunade", schrie eine mädchenhafte Stimme auf. Das junge Mädchen war erleichtert, endlich jemanden zu hören, der sie wahrscheinlich verstände.

Tsunade packte sie am Kragen ihres Umhanges und fragte gereizt: "Wer bist du, hm? Und denk nicht daran, zu lügen!" Die Kleine war den Tränen nahe und stotterte: "Mi-misaki..." Dann schleuderte Tsunade sie nach hinten. Sie setzte sich auf ihren Platz und murmelte: "Kakashi, nimm sie mit und pass auf sie auf. Ich habe heute keinen Nerv mehr für so ein Biest!" "Was soll ich denn mit ihr anfangen", fragte die Stimme des wahrscheinlich Angesprochenen. "Nimm sie mit zu dir, sperr sie ein, weiß ich doch nicht! Hauptsache sie lebt morgen noch. Jetzt steh schon auf!" Misaki fuhr ruckartig hoch und wusste sich nicht zu helfen. Sie hätte genug Kraft gehabt, um sich jetzt zu wehren, aber der Schock saß tief und ihr fiel momentan nicht ein, was zu tun wäre.

Schon jetzt spürte sie die Hand des Mannes, bei dem sie bleiben sollte. Sie zuckte aus ihren Gedanken zusammen. Er nahm sie bei der Hand und ging mit ihr nach draußen. Widerwillig ging sie mit ihm mit. Sie wusste nicht, was sie machen sollte. Er schien nicht vor zu haben, ihr wehzutun. Sie wagte es dennoch nicht, zu ihm aufzusehen. Sie bemerkte, wie drei weitere Kinder in ihrem Alter mitgingen. Ein blonder Junge fing an, sie zu fragen. Er fragte ohne Unterbrechung. "Halt mal die Luft an, Naruto", erklang wieder die Stimme des Mannes. "Du kannst sie noch genug fragen, wenn wir dann da sind." "Wenn wir wo sind", fragte die gleiche Stimme eines rosahaarigen Mädchens, das vorhin 'Tsunade' geschrieen hatte. "Ich soll sie weg bringen, also bring ich sie zu mir. Wohin denn auch sonst, hm?" Den Rest des Weges schwiegen die Vier. Nur die Rosahaarige sprach nochmal: "Sensei, da fällt mir auf: Es sieht grad so aus, als hätten Sie Ihre Tochter an der Hand." Die anderen Beiden stimmten dem Mädchen zu und Kakashi sah zu Misaki hinab. Er bemerkte, wie sie errötete und murmelte: "Schon gut, Misaki. Muss dir nicht unangenehm sein." Nur das brachte sie noch mehr in Verlegenheit und ihr Gesicht lief noch roter an. Kakashi schüttelte lächelnd den Kopf und die drei Kinder fingen an zu lachen.

Bald schon waren sie angekommen und Kakashi kramte den Schlüssel aus der Hosentasche. Weil er kurze Zeit nicht darauf achtete, ließ er ihn fallen. Dabei fiel er in das Eisengitter, was zum Abtreten der Schuhe diente. "Ach Mist...", brummte er. Misaki wollte sich von seinem Griff lösen, doch nun hielt er sie noch fester an der Hand. Dann meinte er: "Du bleibst aber hier, ja?" Naruto versuchte, das Gitter aufzuheben, um den Schlüssel zu holen, aber es bewegte sich keinen Millimeter. Dann murmelte Kakashi: "Schon gut... Misaki, schön brav sein." Er gab seinen Schülern ein Zeichen, auf sie zu achten und ließ sie los. Sie hob nur ganz leicht den Kopf an und nickte dann. Kakashi ging auf ein Fenster zu und bastelte irgendwas mit einem Kunai dran rum. Dann schob er es hoch und kletterte ins Haus. Sakura rief: "Kakashi bricht in sein eigenes Haus ein! ... Wie clever..." Wieder wurde aufgelacht. Auch Misaki musste schmunzeln. "Hey, sie lacht ja mal", rief Naruto. Alle verstummten und Misaki senkte wieder den Kopf.

Nun öffnete sich die Tür und Kakashi fragte: "Wer lacht mal?" Naruto rief: "Na, Misaki!" Sakura meitne nur: "Jaja, bei uns wird sie noch genug zu lachen haben." Sie gingen ins Haus und zogen sich die Schuhe aus. Misaki betrat es als Letzte und beschäftigte sich nicht groß damit, sich umzusehen. Wieder fasste Kakashi sie bei der Hand und führte sie herum. Mal ins Badezimmer, wie wär's denn auch mit dem Wohnzimmer? Küche wär nicht schlecht... und ... ACH JA: Schlafzimmer, nicht?! Misaki hob nur für einen Augenblick den Kopf an und nickte dann, als hätte sie ihm die ganze Zeit zugehört. Ihr war es relativ egal, wo sie war. Sie interessierte nur, wann sie wieder frei sein konnte, um um die Welt zu reisen, viel zu erleben. Sie wollte nicht rasten, oder langfristig Pause machen. Ihr einziger Gedanke galt der Natur.

In Sunagakure wurde die Ninjaausbildung streng durchgezogen, ohne viel Fragen und Rumurren. Trotzdem hatte sie sie bestanden, die Prüfung zum Genin und die zum Chunin! Sie war nie freiwillig auf die Akademie gegangen. Meistens spielte sie als kleines Mädchen ihr Instrumet oder verbrachte viel Zeit mit ihrem Vogel. Nur ihre Eltern, besonders ihr strenger Vater, meinten, dass es das Beste für sie sei. Woher ihre Schüchternheit kam? Das war ihr schon angeboren worden. Sie hatte nie viel geredet oder sich Anforderungen in irgendeiner Weise widersetzt. Sie hatte immer schön brav das gemacht, was man von ihr verlangte. Und als sie dann heimlich aus dem Shinobidorf geflohen war, dachte sie, sie hätte die schlimmste Zeit überstanden. Nur jetzt musste ja der ganze Ärger erst recht kommen. Aus ihr unerklärlichen Gründen wurde sie gegen ihren Willen festgehalten, wobei sie sich doch so fest geschworen hatte, nun selbstbewusster zu sein. Aber nun gab ihr der Mann, der sie aufgenommen hatte, das Gefühl, dass es unhöflich sei, einfach so wieder zu verschwinden. Man hatte ja gesehen, dass er nicht so recht mit einem 13-jährigen Mädchen umgehen konnte oder wollte und dass er anscheinend auch alleine wohnte, somit keine Tochter hatte und nicht wusste, wie er auf ihre Verhaltensweisen reagieren sollte.

Nichts desto trotz saßen sie nun im Wohnzimmer. Alle schwiegen. Nur Naruto sah so aus, als würde er gleich vor lauter Fragen, die ihm im Kopf rumschwirrten, platzen. "Spucks aus, Naruto", meldete sich endlich mal der Schwarzhaarige zu Wort. Sasuke hieß er, wie Misaki mitbekam. Sakura hatte nach jedem seiner Kommentare gesagt: "Oh, Sasuke..." oder "Er hat so gute Einfälle! Wie macht er das bloß?" Sie klang schon ganz schön verliebt, aber daran ließ sich wohl oder übel nichts ändern. Naruto holte tief Luft - und wenn ich sage tief, meine ich auch tief - und fragte dann endlich: "Du heißt doch Misaki, nicht?" Sie nickte schüchtern. "Gut", fuhr er fort, "Wie alt bist du?" Sie murmelte: "Dreizehn..." "Aha, und woher kommst du?" "A-aus Sunagakure..." Gleich hörte er auf, zu fragen. Er sah sie nur ungläubig an und auch etwas ängstlich. "Sag mal, ähm, kennst du Gaara", fragte er noch vorsichtiger, als es ohnehin schon aussah. Misaki nickte nur leicht und senkte dann den Kopf. Naruto wollte schon weiter fragen, aber Kakashi gab ihm ein Zeichen, sie erstmal in Ruhe zu lassen. Er sah sie an und fragte: "Hat er was Falsches gefragt?" Sie wurde wieder etwas rot und senkte den Kopf noch ein Stück. Dann schüttelte sie den Kopf. Endlich sprach sie: "Er ist der Sohn des 4. Kazekage. Und er ist.... seltsam..." Sasuke fragte: "Wie meinst du das: 'unheimlich'?" Sie sah ihn an. Sie sprach leise: "Es kreisen viele Gerüchte um ihn. Er sei ein Monster, gefühllos und kalt, wie ein Tornado, der erbarmungslos über eine Stadt braust und alles mit sich reist oder aus dem Weg schafft, was ihn stört. Andere meinen, er habe keine Seele und wird von dem Monster kontrolliert, was in ihm versiegelt ist."

Einen Augenblick dachten alle über irhe Worte nach und Sakura fragte: "Ist denn eines dieser Gerüchte war?" Misaki sah sie böse an und antwortete halblaut: "Natürlich nicht! Die Menschen haben doch keine Ahnung von dem Schicksal, was ein einsamer Mensch erleiden muss! Er hat Geschwister und Bezugspersonen, aber sie sehen in ihm nur Shukaku, das einschwänzige Sandmonster. Seine Mutter ist bei der Geburt gestorben und sein Vater akzeptiert ihn nicht als Sohn. Sie nutzen ihn und seine Stärke aus und das ist überhaupt nicht in Ordnung!" "Ist ja gut, Misaki. Wir wollten dich nicht verletzen...", mischte sich Kakashi ein. Erst sah sie ihn auch böse und vorwurfsvoll an, aber irgendwas an ihm wirkte so ruhig, dass es sie auch beruhigte. Ihr Blick wurde wieder traurig und sie murmelte: "Entschuldigung..."