Fanfic: The Path

Untertitel: ~Hand in Hand mit dem Schicksal~

Kapitel: Krisensitzung- Leylan, Kai

Im Wohnzimmer nahmen die vier Platz und warteten auf Hilary. Tyson rief währenddessen Max in Amerika an und schaltete auf Lautsprecher. Max fehlte ihm, er machte sich nicht einmal die Mühe dies auch nur im Ansatz zu bestreiten, doch so kam es ihm vor, als säße sein langjähriger Freund direkt neben ihm.
„Hey Leute, was gibt´s?“
„Hey Max, alles klar bei dir? Hör mal, wir halten gerade Krisensitzung und du solltest dabei sein. Könnte dich nämlich auch brennend interessieren.“
„Krise? Ist jemand gegangen?“, fragte der blonde Amerikaner irritiert.
„Nein, aber gekommen.“, antwortete Hilary an Tysons Stelle und ließ sich neben Tala auf dem Sofa nieder.
„Wie jetzt? Ist das neue Teammitglied angekommen?“, erklang abermals Max´s Stimme, jedoch klang sie nun weitaus aufgeregter. Er konnte sich nicht erklären, warum denn alle eine solche Begräbnisstimmung an den Tag legten. Tyson setzte zu einer Erklärung an, als es klingelte.
„Ich geh schon.“, bot Tala an und Tyson fuhr mit der begonnen Situationsbeschreibung fort.

Vor der Tür stand Kenny, der geniale Techniker. Er drängte sich eilig an Tala vorbei, keine Sekunde zu spät denn so kam auch er in den Genuss Tysons Erklärung.
„Hallo Chef.“, schallte es ihm entgegen und auch Max begrüßte Kenny erfreut. Kenny schob sich möglichst unauffällig und bedacht keinen Lärm zu machen, auf einen noch freien platz und lauschte nicht minder gebannt. Kaum, dass Tyson geendet hatte, legte sich eine bedrückende Stille über die Anwesenden.
„Und jetzt?“
Es war Max der diese zu durchbrechen versuchte. Doch es herrschte sichtliche Ratlosigkeit, sodass Minute um Minute träge dahin kroch in der keiner etwas sagte. Umso unvermittelter meldete sich nun Tala mit feinem Spott in der Stimme: „Ich will euch ja nur ungern aus eurem lethargischen Denkprozess reißen, doch wäre jemand so freundlich mir zu erklären, was damals eigentlich vorgefallen ist?"
„Ich mach´s.“, meldete sich Ray zu Wort. Seine ruhige Stimme war ein wenig belegt, die Erinnerung ihm sichtlich unangenehm.
„Doch dafür muss ich etwas ausholen. Wie du sicher weißt, waren sich Kai und Leylan nicht immer so fremd wie heute. Wirklich zusammen waren sie zwar auch nicht, doch ihre Herzen schlugen im selben Takt und tun es, meiner Meinung nach, heute noch. Leylan lernten wir bei der 1. Weltmeisterschaft kennen, als Sonderempfehlung von Mr. Dickenson. Dass Kai und Leylan eine gemeinsame Abtei- Vergangenheit verband, wussten zu dem Zeitpunkt nicht, den beiden war dieses winzige aber entscheidende Detail übrigens ebenso unbekannt. So sahen sie sich damals also zum 1. Mal.
Gefunkt hat es, jedoch keineswegs positiv. Leylan war impulsiv und höchst unkommunikativ, die langen Jahre des „Auf-sich-allein-gestellt-sein“ hatten sie auf ihre Instinkte zurückfallen lassen. Das Beherrschte, die Unnahbarkeit die Kai mit einer solchen Kontinuität an den Tag legt, waren auch ihr nicht fremd, doch besaß sie noch den Glauben an das Gute im Menschen- schlichtweg: Ihr viel es leichter anderen zu vertrauen. Uns vertraute sie, aber ihr Ehrgeiz gepaart mit Talent beherrschten all ihr Denken.
Allerdings verband sie beide trotz ihrer Konkurrenz verband etwas: Sie verabscheuten Mitleid und strebten nach uneingeschränktem Respekt. Mit dieser Einstellung bladeten sie sich bis an die Spitze der weltweiten Elite. Jedes Kind kennt mittlerweile ihren Namen, jeder Reporter reißt sich um ein Foto von ihnen- sie sind Weltstars.
Auch ohne WM- Titel.
Doch in beiden wohnt eine zutiefst verletzbare Seele, die sich nach nichts anderem sehnt als Frieden. Ich denke du weißt wovon ich spreche.
In der Abtei sah sie sich gezwungen schnell erwachsen zu werden, um mithalten zu können. Es muss wohl die zweite Einrichtung Voltairs gewesen sein, so wie die von dir und Kai ausschließlich für Jungen errichtet wurde, war Leylans Zuhause ein Mädcheninternat.
Warum sie eigentlich in der Abtei aufwuchs, weiß ich nicht genau. Und dennoch- sie scheint keine allzu schreckliche Kindhit durchlebt zu haben, die Abtei schien für sie nie Ort des Schreckens gewesen zu sein.
Sie äußerte sich zu ihren Eltern, soviel ich weiß, nur einmal. Damals sagte sie, ihre Eltern hätten keine Wahl gehabt und nun an einem besseren Ort auf sie warten würden. Tja, lässt vermuten sie sind tot aber sicher bin ich mir nicht. Falls sie noch leben, haben sie Leylan auf einen Survival-Trip der Extraklasse geschickt.
Doch mit einer Ausbildung in der Abtei, einem guten Bit Beast und einer beängstigenden Verbissenheit, kann man es auch mittellos und zudem noch als ein anfängliches „Kind“ nach ganz oben schaffen.
Zurück zu Kai und Leylan. Mit der Zeit kamen sie sich näher, der Konkurrenzgedanke wich allmählich und sie erkannten, wie ähnlich sie sich eigentlich sind. Doch dann verschwand Leylan für ein halbes Jahr, bei Nacht und Nebel und Kai... tja, Kai fühlte sich sicherlich mies. Aber wer weiß das schon, bei seiner bahnbrechenden Gesprächigkeit.
Und dann tauchte unsere schwarzhaarige Rapunzel vor der letzten WM wieder auf- ganz plötzlich und unvermittelt. Ab da solltest du im Bilde sein.“

Ray hielt inne und warf einen Blick in die Runde- alle lauschten ihm gebannt, als sei er ein alter Märchenonkel. Mariah hatte sich quergelegt und ihren Kopf in seinem Schoß gebettet.
Tala stieß ein leises Lachen aus und sagte dann: „Oh ja, ich weiß noch wie geplättet ich war, als Leylan mit Kai im Schlepptau, plötzlich bei Bryan, Spencer und mir auftauchte, um den damaligen Blitzkrieg-Boys beizutreten. Die zwei bladeten wie ein Traumpaar und am Ende überließ sie ihm sogar den Vortritt im Endkampf.“
Versonnen strich er sich eine rote Haarsträhne aus dem Gesicht und wandte dann seine Aufmerksamkeit wieder Ray zu.
„Ja, genau.“, pflichtete dieser ihm bei und setzte seine Schilderung damaliger Ereignisse fort: „Mehr als einmal sah ich die beiden vergnügt durch die jeweilige Stadt schlendern UND ich bin überzeugt, dass Kai sie sogar geküsst hat. Wie auch immer, Kais Wand aus Eis schmolz mit jedem Augenaufschlag ihrerseits und sie ließ sich bereitwillig an die Leine legen, nur um eines seiner seltenen Lächeln zu ergattern. Wie kam es zum Bruch?
Nun, soviel ich weiß war Kai nach ihrem Verschwinden so von der Rolle, dass er etwas mit Mariam anfing. Was genau und vor allem wie viel da gelaufen ist- keine Ahnung. Aber deswegen und diverser anderer Sachen gab es einen heftigen Streit, an dem Tag als wir das Justice 5 Turnier gewannen. Leylan war eine ganze Zeit lang unauffindbar und erst als wir uns Abends zum feiern am Strand trafen, tauchte sie wieder auf.“
Er stockte kurz und versank in die Erinnerung...

*/Flashback/*
Schon von weitem hallte Musik zu ihr herüber und brachte den Duft von gebratenem Gemüse und Fleisch; unwillkürlich wurden ihre Schritte schneller. Mehrer Grills waren aufgebaut und in der Mitte brannte ein großes Feuer. Sie steuerte direkt auf einen der Grills zu, als sie plötzlich am Arm gepackt und ins nächste Gebüsch gezogen wurde. Derart überrumpelt, war an Gegenwehr gar nicht zu denken. Der Griff lockerte sich und Ray tauchte vor Leylan auf.
Verwundert sowie nicht minder verärgert blaffte sie ihn an: „Was soll das? Ich habe jetzt keine Zeit für dumme Spielchen!“
„Spielchen...hast du vorhin auch nur gespielt? Vorhin auf der anderen Seite des Strandes?"
Mit einem wütenden Fauchen stieß sie Ray gegen einen Baum.
„Was weißt du davon?“
„Mir kam es gleich komisch vor, als du anriefst und dich nach Mariam erkundigt hast... gerade Mariam. Wo du doch vorher bei Kai warst. Ich bin dir also sobald es mir möglich war gefolgt. Nun ja, dir bin ich nicht mehr begegnet aber dafür einer übel zugerichteten Mariam...Leylan, du hast sie fertig gemacht.“
Eindringlich traktierte sie ein Blick aus goldfarbenen Augen, doch Leylan hatte dafür nur ein verächtliches Schnauben übrig.
„Ich mache keine halben Sachen Ray, und schon gar kein Kindergarten-Kung-Fu. Außerdem musste ich mich abreagieren, wer eignet sich dafür besser als dieses dämliche Flittchen?!“
Sie umklammerte Rays Handgelenke so fest, dass die Knöchel knackten. Dieser schloss für einen Moment die Augen, hob die Lider und sagte: „Lass das, du weißt ich bin dir gewachsen und ich kann dir sehr weh tun.“
„Vielleicht ist es das was ich will... meine Kräfte messen, Grenzen austesten... gewinnen! Mariam war mir ebenfalls gewachsen, allerdings war sie es die am Ende wimmernd im Staub lag.“
Noch während sie redete, begann Ray gegen ihren Schraubstockgriff anzugehen, ihrem Gesicht dabei gefährlich nahe kommend: „Dass du anders bist wusste ich schon immer, wie gefährlich jedoch nicht. Hör auf!“ Seiner Kehle entfuhr ein tiefes Knurren, welches jäh verstummte.
Sanft und weich fühlten sich Leyland Lippen auf den seinen an und fuhr einen kurzen Moment stockte ihm das Herz. Lächelnd löste sie sich von ihm, doch das Lächeln erreichte ihre Augen nicht...
In ihren Augen brannte die Leidenschaft, jedoch keine Liebe.
Er fühlte nichts, ebenso wie sie es nicht tat. Keine Liebe, keine tieferen Gefühle verbargen sich hinter brennenden Augen. So wie sie ihn nicht liebte, liebte auch er sie nicht... zu verschieden ihre Auffassungen, Gedanken und Wünsche.
Ihre Finger wühlten unruhig in seinem Haar und Ray fühlte ihren heißen Atem auf seiner Haut. Ihre Lippen schienen mit einander zu verschmelzen, gerieten in einen Taumel der Empfindungen, eine sich immer höher schraubende Spirale. Ray drückte Leylan hart gegen einen Baum und fuhr mit seinen Lippen ihren Hals entlang- da rief jemand seinen Namen.
Die anderen suchten nach ihm. Schlagartig war die Atmosphäre dahin, sie lösten sich von einander und Leylan trat einen Schritt zurück. Ohne ein Wort über das Geschehene zu verlieren, drehte sie sich um und ging auf den Festplatz zu. Kopfschütteln sah Ray ihr