Fanfic: Mimiko

Untertitel: The Life Of A Special Girl

Kapitel: Hallo Papa...

Der leichte Wind wehte ihr durch die Haare. Als sie das Tor betrat, sah sie links von sich zwei Männer sitzen. Sie schienen das Tor zu bewachen. Ohne darüber nachzudenken, ging Mimiko auf sie zu. "Guten Abend.", sagte sie leise. Einer der beiden antwortete: "Guten Abend. Darf ich fragen, aus welchem Grund du unser Dorf betrittst?" Mimiko lächelte. "Ich bin wegen der Chunin-Auswahlprüfungen hier. Mein Name ist Mimiko Yamashita." "Du kommst aber reichlich spät, findest du nicht? Die Prüfungen fangen schon morgen an.", entgegnete nun der andere. "Ich weiß", antwortete das Mädchen, "aber es gab ein paar Probleme. Wir sind nicht so schnell vorwärts gekommen, wegen dem Sturm vorhin. Könntet ihr mir sagen, wo ich meinen Vater finde?" Jetzt guckten die beiden Männer aber blöd aus der Wäsche. Dass sie an den Auswahlprüfungen teilnahm - in Ordnung. Aber dass sie ihren Vater auch noch suchen musste - ziemlich unwahrscheinlich. "Pass mal auf, Mimiko", begann der Eine nun wieder, "die Sache mit deinem Vater und so... Naja, egal. Wer ist es denn?" Mimiko lächelte: "Kakashi Hatake." Jetzt fingen sie an zu lachen. Es klang spöttisch, unglaubwürdig. Nur Mimiko wusste nicht, was der Witz an der ganzen Sache war. Sie errötete und senkte den Kopf. Sofort verstummten die beiden Männer. "Hör mal", sprach der Eine immer noch grinsend, "niemand hat jemals gehört, dass Kakashi eine Tochter hätte. Oder überhaupt sonst eine Familie. Und außerdem-" "Aber ich bin seine Tochter", unterbrach das Mädchen ihn wütend, "und er hat auch noch eine Frau, falls ihr das wissen wollt! Mama wollte eigentlich nicht, dass ich ihn sehe, aber ich hab sie überredet, dass ich während der Prüfungszeit bei ihm bleiben kann. Und er würde mich bestimmt auch wiedererkennen..." Sie senkte wieder den Kopf und schämte sich dafür, die Männer eben so angeschrien zu haben. Diese schwiegen.
"Selbst wenn er dein Vater wäre, könntest du ihn jetzt nicht finden." Mimiko sah ihn fragend an. "Er ist bis spät in die Nacht auf einer Mission in Kirigakure." Den Rest, von dem er redete, nahm sie nicht mehr wahr. Kirigakure... Vielleicht hatte er sie ja gesucht und wäre enttäuscht, wenn er sie nicht finden würde. Aber ihre Mutter würde ihm doch sagen, dass sie schon in Konoha sein könnte, oder? Sie dachte angestrengt nach. Was sollte sie tun? Wieder zurückreisen und hoffen, ihn anzutreffen? Aber Kirigakure war groß und bis sie da war, wäre er sicherlich wieder zurück.
"Wisst ihr denn nun, wo er wohnt?", fragte sie ungeduldig. Die Männer nannten ihr die Straße und beschrieben ihr den Weg. Wenn sie alles richtig verstanden hatte, musste sie bis zum anderen Ende des Dorfes gehen. Das nervte sie ungemein, aber was sollte sie schon machen? Sie ging also schweren Herzens los. Inzwischen überlegte sie, dass sie sich nebenbei auch das Dorf ansehen könnte. Schließlich ging sie quer hindurch. Da musste es doch etwas zu entdecken geben.
Sie spazierte die langen Häuserreihen entlang und entdeckte hier und da Clubs, Bars, Imbisse, Restaurants und vieles mehr, wofür sie sich interessierte. Aber in diesen Stätten war kein einziger Mensch vorzufinden. Das deprimierte sie. Wenigstens jemand, mit dem sie plaudern konnte, hätte ihr Gesellschaft leisten können. So schwer war das doch nicht, oder? Anscheinend schon. Sie lief gelangweilt weiter. Es war ruhig auf den Straßen. Richtig unbelebt.
Doch da, in einem Restaurant namens 'Ichirakus Nudelbar' schien jemand zu sitzen. Nicht nur einer, sogar drei. Sie betrat das Häuschen und sah sich um. Es war klein, aber schön. Die drei Personen bemerkten sie und erkannten sie an ihrem Stirnband. Ein Blonder mit blauen Augen fragte: "Hallo, du bist wohl aus Kirigakure, hm?" Mimiko nickte leicht eingeschüchtert. "Mein Name ist Naruto. Das sind Sakura" - er zeigte auf ein pinkhaariges Mädchen mit grünen Augen - "und Shikamaru." - ein Junge mit braunen Augen und Haaren. "Wie heißt du?", fragte Naruto dann. "Mimiko Yamashita", antwortete sie. "Aber ihr könnt mich Mimi nennen." Sie lächelte. Endlich wieder. Sie lächelte nicht nur aus Freundlich-, sondern auch aus Fröhlichkeit.
Sie hatte sich zwischen Naruto und Shikamaru gesetzt und über sich erzählt. Dann erzählten die anderen jeweils von sich. Sie sprachen über Gott und die Welt. Schließlich gab Sakura das Stichwort: "Kakashi müsste doch schon wieder da sein, oder?" Mimiko wiederholte: "Kakashi? Hast du gerade Kakashi gesagt?" Sakura sah sie verduzt an und antwortete: "Ja, woher kennst du ihn?" Jetzt hielt das junge Mädchen inne. Dann sprach sie: "Er... er ist..." Sie senkte den Kopf, stand wenig später auf und lief los - mit einem Ziel. Naruto, Shikamaru und Sakura sahen ihr verwirrt nach und sich dann an. Sie verstanden die Welt nicht mehr.
Mimiko lief, wie sie noch nie gelaufen war. Nur um ihn endlich zu sehen. Ihr stiegen schon jetzt die Tränen in die Augen und sie wusste nicht einmal, warum! War es aus Vorfreude? Oder aus Angst? Vielleicht war sie auch einfach nur aufgeregt? Oder gleich alles auf einmal? Sie wurde verrückt, als sie daran dachte. Ihr schwirrten die unmöglichsten Gedanken im Kopf herum. Tausende von Fragen stapelten sich aufeinander. Und sie fand keine Antworten. Sie konnte keine Antworten finden.
Sie bog in eine Gasse ein und hoffte auf eine Abkürzung. Sie war schmal und die Luft war stickig, aber sie war auch kurz. Nachdem das Mädchen wieder ans Licht gelangte, bog sie nach links ab. Sie sah das Haus schon vor sich. Es war nicht mehr weit entfernt. Sie wusste schon, wie dieses Gebäude aussah. Als sie mit ihren Eltern einmal hier in Konoha gewesen war, musste ihr Vater gleich dort bleiben. Sie hatte fürchterlich geweint und das Haus nie wieder vergessen. Jetzt stand es da vor ihr. Genauso wie damals.
Mimiko hielt davor an. Auf dem Schild mit der Klingel stand in Großbuchstaben 'HATAKE'. Hier musste sie nun also hinein. Vorrausgesetzt er würde es überhaupt akzeptieren. Sie ging langsam die steinerne Treppe hinauf. Auf der fünften und letzten Stufe blieb sie stehen. Ihre Hand zitterte, als sie sie zur Klingel bewegte. Einmal drückte sie. Dann ein zweites Mal. Es regte sich nichts. Mimiko senkte den Kopf. Sie stellte die Tasche ab und setzte sich auf die Stufen. Jetzt wartete sie. Entweder kam er raus oder rein. Irgendwann musste sie ihm ja mal begegnen. Sie spürte, wie müde sie inzwischen war, aber sie würde nicht einschlafen, nein. Sie gähnte, ihre Lieder schlossen sich wie von selbst. Sie spürte nichts mehr. Nicht einmal etwas träumen konnte sie.
"Hey, Kleine..." Jemand rüttelte an ihrer Schulter. Sanft, aber doch kräftig. Sie wollte die Augen nicht aufmachen. Sie murmelte: "Lass mich, ich warte auf Papa...." Dann schlug sie die Hand weg und vergrub ihr Gesicht wieder in ihren Armen, welche sie inzwischen auf ihre Knie gelegt hatte, ohne es zu merken. Plötzlich schlug sie mit einem Mal die Augen auf und blickte nach oben. Es war stockduster. Sie erkannte nur einen großen, männlichen Umriss, der sich zu ihr herunterhockte. "Bist... bist du Mimiko?", fragte dieser Mann jetzt. Sie nickte.
Jetzt erst merkte sie, dass es regnete. Der Mond stand hoch oben und erleuchtete ihr Gesicht. Sie selbst war wieder einmal bis auf die Haut durchnässt. Und der Typ sah auch nicht besser aus. Das Gesicht des Mannes konnte sie nicht erkennen. Sein Mund und seine Nase waren von einer schwarzen Maske bedeckt und in seine Augen konnte sie nicht sehen. Dazu blendete sie das Licht des Mondes zu stark. Sie spürte seine Hand an ihrer Wange entlangstreichen und errötete. Sie schlug seine Hand zum zweiten Male weg und stand auf. "Was soll das?, fragte sie grob. Auch er richtete sich auf. Dann drehte er sich zum Mond und zog sie vor sich. "Erkennst du mich jetzt?", fragte er. Mimiko sah ihm ins Gesicht. Ihre Augen wurden größer und der Mund klappte ihr auf.
Als sie ihn einige Zeit so angestarrt hatte, murmelte sie: "Papa..." Kakashi lächelte. Dann hob er sie auf seinen Arm. Mimiko klammerte sich an ihn. Sein vertrauter Geruch stieg ihr in die Nase. Er roch nach.... nach Papa.... (xD) Sie begann sofort, zu weinen. Jetzt konnte sie ihre Gefühle nicht mehr zurückhalten. Ihr kam es wie eine Ewigkeit vor, die sie dort standen.