Can I kill the one I love?
Gleichheit?
Can I kill the one I love?
Gleichheit?
Gut – Böse.
Beides kann mit dem Tod eines Menschen enden.
Ein gewollter Tod.
Gefühle werden nicht ins Spiel gebracht, es ist nur ihr Job. Die Jobs: Wie Tag und Nacht – Gut und Böse.
Aber entscheidet nicht jeder selbst, was Gut und was Böse ist?
~*~
Es war Nacht. Stille. Die Straßen waren schon seit einer Ewigkeit nicht mehr beleuchtet. Die Lampen der einzelnen Laternen taten einfach nicht mehr ihren Dienst, doch man kümmerte sich nicht darum.
Eine verlassene Gasse verdiente Nachts kein Licht, denn Nachts hatte sowieso niemand etwas auf den Straßen verloren. Nachts trieben nur Diebe ihr unwesen – Verbrecher. Vergewaltiger. Mörder. Menschen, die es nicht wer waren, zu leben.
Allerdings konnte die Nacht auch noch ein anderes Gesicht zeigen: Harter Business, in dem es ums Überleben ging. Aber wer rechnete schon damit, dass so etwas, wie ein Mord passieren würde? Dass tatsächlich ein Mensch getötet werden könnte, wo es doch so ruhig war.
Die anhaltende Stille wurde unterbrochen von einem lauten Geräusch – einem Knall. Ein schmerzverzerrter Laut und dann abermals Stille. Das einzige, was noch auf das hindeutete, was gerade eben passiert war, war ein lebloser Körper, der auf dem steinigen Asphalt der Straße lag, sowie das rot schimmernde Blut, welches sich in einer immer größer werdenden Pfütze um den leblosen Körper ausbreitete.
Eine Gestalt, welche für den Tod des Mannes zuständig war, betrachtete diese mit kaltem Blick. Für ihn war diese Person vor ihm nichts weiter, als Abschaum. Abschaum, welches es nicht verdiente, zu leben und welches beseitigt werden musste.
Genau dies war sein Auftrag gewesen und eben diesen hatte er erfolgreich ausgeführt.
Man sollte meinen, die Menschen in ihren Häusern seien wach geworden von dem Geräusch des gefallenen Schusses, allerdings waren noch immer alle Fenster schwarz, wie die Nacht. Nirgends war ein Licht zu sehen. Einzig und allein der Vollmond scheinte hell auf sie hinab.
Schwarze Augen ruhten auf der gerade ermordeten Person – kalt und gleichgültig. Doch nur eine Sekunde später wandten sie sich ab und die Gestalt ging mit leisen, ruhigend Schritten die dunkle Straße entlang – verschwand.
Nicht alles, was ruhig und friedlich wirkt, ist auch gleichzeitig ungefährlich!
Der Wecker riss eine junge Frau aus ihrem erholsamen Schlaf. Ein leises Murren und die gerade Erwachte wandte sich auf die Seite, griff nach dem Wecker und stellte diesen mit einem gezielten Handgriff ab. Stille erfüllte den Raum, welche ihr einen Moment Zeit gaben, ruhig aus ihrem Schlaf zu erwachen.
Nach einem müden Gähnen öffneten sich erstmals die grünen Augen und sahen sich einen Moment verwirrt um, ehe sie sich auch schon wieder schlossen.
Jeden Morgen das Gleiche. Jeden Morgen wurde sie von ihrem Wecker aus dem Schlaf gerissen, musste aufstehen und auf die Arbeit fahren. Und jeden Morgen wurde sie mit dem gleichen Thema konfrontiert, vor dem die Menschheit schon seit Jahrhunderten Angst hatte: Dem Tod.
Die junge Frau wusste nicht, warum sie das geworden war, was sie nun einmal war. Als kleines Mädchen hatte sie immer Prinzessin sein wollen und als sie einsah, dass dies nicht ging, wollte sie Model werden, wie jedes kleine Mädchen. Und sie war ein süßes Mädchen, welches sich keine Gedanken über solche Dinge wie den Tod machen musste, denn sie hatte alles, was ein kleines Mädchen brauchte: Eine liebevolle Familie und ein normales Leben.
Doch eine schreckliche Wendung in diesem geregelten und normalen Leben, hatten sie zu dem werden lassen, was sie war:
Haruno Sakura arbeitete beim FBI. Kein Wunder, dass sie tagtäglich mit dem Tod konfrontiert wurde, immerhin war es ihr Job. Es war ihr Job, die Mörder unschuldiger Menschen ausfindig zu machen und sie zu bestrafen. Es war ihr Job, verzweifelten Eltern die Nachricht über ihr totes Kind zu überbringen und es war ihr Job mit anzusehen, wie andere Menschen alles in ihrem Leben verloren, sogar letzteres.
An sich war es kein schöner Job, das wusste die junge Frau, aber konnte sie einfach nicht durchgehen lassen, wie Menschen Macht über andere Menschen bezeugen wollten, in dem sie diese töteten. Es gab so viel Schreckliches auf der Welt und sie war noch immer der festen Meinung, dass ein Mensch alleine etwas ausrichten konnte.
Sakura sah das Schlechte im Menschen, wobei jeder Mensch aber trotz allem etwas Gutes in sich hatte. Dass jeder Mensch seine eigene Meinung darüber hatte, was Schlecht und was Gut war, interessierte die junge Frau dabei nicht.
Manche Menschen hielten sie für Böse, manche für Gut. Die Schlechten zum Beispiel hielten sich immer für Gut, dabei waren sie es, welche ermordet werden sollten. Gefängnis war eine zu harmlose Strafe. Aber war nicht selbst dieser Gedanke böse?
Es dauerte eine ganze Weile, bis Sakura sich doch dazu durchgerungen hatte und aufgestanden war. Ein starker Kaffee brachte sie bestimmt auf Trab, funktionierte dies immerhin jeden Morgen – sowie auch diesen Morgen.
Mit ein wenig mehr Elan, schwang sie sich unter die Dusche, machte sich fertig und suchte sich frische Kleidung aus ihrem Kleiderschrank. Kurz betrachtete sie sich noch zufrieden in dem großen Spiegel, der an der Wand hing, ehe ein fröhliches Lächeln auf ihr Gesicht trat. Über dessen Grund war sie sich nicht einmal sicher, aber vielleicht lag es an der Tatsache, dass schönes Wetter draußen herrschte und die Sonne durch die offenen Fenster in ihre kleine Wohnung schien. Es war eine Wohnung mit großen Fenstern, perfekt für sie. Und durch die Tatsache, dass die Vögel bereits zwitscherten, wurde ihre Laune doch noch um einiges angehoben. Der Sommer war doch immer wieder eine schöne Jahreszeit. Es wirkte alles friedlich, so als ob es nichts als Gutes auf der Welt gäbe.
Leider wurde die kleine Prinzessin jäh aus ihren Träumen gerissen, als sie eine Stunde später ihren Arbeitsplatz betrat.
„Sakura!“, schallte eine laute und aufgeregte Stimme den Gang entlang und die Angesprochene wandte sich im Gehen ihrer Kollegin zu. Hyuuga Hinata. Sakuras Meinung nach war sie die Güte in Person. Sie war nett, zuvorkommend und hilfsbereit und gleichzeitig ihre beste Freundin.
„Was gibt’s, Hinata?“ Fragend sah Sakura die Frau, die in ihrem Alter war, an, welche nur ein leises Seufzen von sich gab und ihr eine Mappe entgegen streckte.
„Es wurde eine Leiche gefunden!“ Wie jeden Tag bekam die junge Frau die gleiche Nachricht mitgeteil und es überraschte sie nicht einmal. Es war ihr Job – Leichen. Wie abstoßend sich dies anhörte. Doch war Sakura zur Aufklärung des Verbrechens da. Sie würde niemals einen Menschen töten, höchstens, wenn ihr Leben davon abhing.
Menschen waren so egoistisch. Was würde ein Mensch wählen, könnte er sich zwischen dem Leben eines anderen Menschen und dem eigenen entscheiden? Er würde immer das eigene Leben wählen, das hat die Natur uns so vererbt.
„Wo?“ Sakura blickte die Schwarzhaarige seufzend an, welche ihren Blick nur mitleidig erwiderte, ehe sie kurz nachdachte.
„In Akasaka.“, erklärte Hinata auch sogleich und deutete auf die Mappe, die sich nun in Sakuras Besitz befand. „Dort stehen alle Daten aufgelistet. Es handelt sich um einen älteren Mann, Mitte Vierzig. Er wurde erschossen. Die Spurensicherung ist bereits am Tatort, doch bis jetzt konnten sie keine Spuren ausmachen. Selbst am Opfer war nichts zu erkennen. Nichts deutet auf Gewalt hin, die vor dem Tod stattgefunden hatte.
Die Anwohner wurden befragt, doch niemand soll etwas mitbekommen haben. Selbst der Schuss wurde überhört.“
Akasaka war eine ziemlich billige Wohngegend in Tokio. Es war nicht verwunderlich, dass niemand etwas mitbekommen zu haben schien. Die Leute dort achteten nicht auf so etwas. Vielleicht waren sie auch an Gewalt gewöhnt, niemand wusste dies.
Ein Schuss war zwar schon laut genug, aber war er dann doch nicht so laut, als dass man unbedingt darauf aufmerksam wurde.
„Ich mach mich auf den Weg.“, sagte Sakura nur seufzend und schlug die Mappe auf, ehe sie in den Unterlagen blätterte. Das würde wieder einmal ein schwieriger Fall werden, so viel wusste die junge Frau schon jetzt.
Ein paar Stunden später hielt ein weißer Kleinwagen in einer unbelebten Straße in Akasaka. Unbelebt, weil kein einziger Fußgänger auf der Straße zu sehen war. Das einzige, was die Straße belebte, waren die Polizeiautos, sowie die Spurensicherung, Polizisten und die Leute vom FBI.
Sakura war an den Fall gesetzt wurde, weshalb sie sich nun erstmal einen Überblick über das Geschehen verschaffte.
Mit schnellen Schritten war sie bei den anderen, überwand die Sicherheitsabsperrung und trat zu einem Kollegen, welcher die Lage bereits analysiert hatte.
„Wie siehts aus?“, fragte Sakura und trat auf einen blonden jungen Mann zu. Er war 24 Jahre alt, somit also nur zwei Jahre älter als sie selbst. Und doch verhielt er sich ab und zu wie ein kleiner Junge, aber sie mochte seine Art, denn durch diese konnte sie in ihrem Beruf, der sich tagtäglich um den Tod drehte, auch einmal lachen.
Bei etwas ernstem wie diesem hier jedoch, war auch er beherrscht: Uzumaki Naruto war sein Name.
„Naja, wie mans nimmt. Für ihn da sah es nicht gut aus, aber er hat nicht mehr viel mitbekommen.“, erklärte Naruto auch schon und deutete auf den leblosen Körper, der in dem abgesperrten Bereich lag. Jeglicher Gegenstand, welcher eventuell einen Hinweis enthalten könnte, wurde von der Spurensicherung bereits mit einer Nummer versehen und die Leiche mit Farbe umrandet.
„Ja, ich habe gehört, er wurde erschossen?“ Sakura wandte sich nach einem Blick auf den toten Mann wieder zu seinem Gegenüber, der nur zustimmend nickte.
„Ja, allerdings ist das Bemerkenswerte daran, dass dieser Schuss zielsicher genau in sein Herz