» Present of Life «

» Ohne Wiederrede «

Als ich am nächsten morgen aufwachte, war er schon weg. Erleichtert setzte ich mich auf und streckte mich. Mein Blick fiel auf das Fenster, wo vor unserem Haus ein Auto stand. Es war nicht irgendein Auto. Es war das Auto von meiner Mom.
"Verdammt!", zischte ich und lief eilig zur Tür.
Vielleicht hatte sie ja diesen Davis gesehen und ihn rausgeschmissen! Was soll sie denn dann von mir denken? Eilig lief ich die Treppe runter in die Küche.Erschrocken zuckte ich zusammen. Saß dieser Kater an dem Küchentisch und unterhielt sich tatsächlich mit meiner Mutter!
Er trug eine schwarze Mütze, wo drunter er wahrscheinlich seine Katzenohren versteckt hatte. Denn die konnte ich nicht sehen. Ich lief rein und murmelte ein "Morgen". Meine Mutter sah mir zu während ich mir einen Saft einschüttete und Davis schien Müsli zu essen.
"Guten Morgen, mein Schatz.", sagte meine Mom. "Davis stand heute morgen vor der Tür und fragte nach dir. Ich dachte, da du sowieso irgendwann aufstehen musst lass ich ihn einfach solange rein. Ich wusste gar nicht das hier noch welche aus deiner Kindergartenzeit leben."
Ich zuckte zusammen und verschluckte mich fast an dem saft. Ich klopfte mir ein paar mal auf die Brust bevor ich wieder richtig sprechen konnte. Zu meinem Glück war sein Katzenschweif auch nicht da, den hatte er sich wahrscheinlich in die Hose gestopft. Es war mir eigentlich auch egal. Hauptsache er war nicht da als meine Mom kam. Aber wie ist er raus gekommen? Hat er sich an sie vorbeigeschlichen?
"Was willst du, Davis?", fragte ich mit einer etwas zu brummiger Stimme.
"Ich wollte dich fragen ob du mich etwas rumführen kannst. Du weiß doch ich bin hier neu hingezogen.", sagte er grinsend.
Ich dachte ich hör nicht richtig. Von mir aus kann der auf dem Baum zurückklettern wo er runtergefallen war!
Meine Mom würde schließlich eh solange rumnerven bis ich ihn rumführen würde, also nickte ich und schlürfte weiter meinen Saft.
"Von mir aus.", grummelte ich dann schließlich und lief wieder Richtung Tür. "Bin sofort wieder da.", sagte ich und verschwand in meinem Zimmer.

Als ich aus dem Zimmer kam stand er bereits an der Haustür, bereit zum losgehen.
"Ich gehe dann, Mom", rief ich noch, bevor ich die Tür öffnete und rausging.
"Bis bald, Mrs.Nadeshiko!", rief Davis, ehe er mir folgte, und die Tür hinter sich schloss.
Ich packte ihn am Arm und zog ich schnell mit aus dem Garten. Als wir etwas weiter weg von meinem Haus standen ließ ich ihn wieder los und funkelte ihn sauer an.
"Sag mal spinnst du? Einfach noch mal wieder zu kommen!", rief ich aufgebracht.
"Ich bin eigentlich erst gar nicht wirklich gegangen.", antworete er achselzuckend und steckte seine Hände in die Hosentaschen.
"Wie meinst du das schon wieder?"
"Nun ja, als ich dieses Auto hörte, schaute ich aus dem Fenster und sah das diese Person hier eintrat. Ich bin nur aus dem Fenster geklettert und stand ein paar Minuten später vor der Tür.", sagte er nickend und grinste mich an.
"Du bist aus dem... Fenster geklettert?", fragte ich mit offenem Mund. "Sag mal, spinnst du?! Vielleicht hat dich ja einer gesehen!"
"Mich hat keiner gesehen.", seufzte er genervt.
"Und wie bist du denn heil runtergekommen? Wir waren im ersten Stock!"
"Ich sagte doch, ich bin sowas wie eine Katze!", schnurrte er.
"Was hat das damit zu tun?"
"Katzeninstinkte."
"Hä?"
"Katzen landen immer auf die Pfoten. In meinem Fall auf die Füße.", witzelte er.
"Das mein ich doch gar nicht, Davis.", seufzte ich. "Wie kommst du überhaupt dazu aus dem Fenster zu springen?"
"Naja... deine Mutter kam nach hause. Ich wollte nicht das du ärger kriegst oder so.", murmelte er.
"Oh... na dann. Danke. Woher weißt du denn dass das meine..."
"Die Person musste ja zur Familie gehören wenn sie hier reinkommt."
"Und was willst du jetzt tun?", fragte ich und sah ihn etwas fragend an.
"Ich hatte gehofft das du mir die Gegend zeigst. Zeigst du sie mir?", fragte er lieb und sah mich an.
Ich musste seufzten. Dieser Mensch, Kater, oder was auch immer, war ziemlich anstrengend.
"Na gut.", murmelte ich schließlich. "Dann komm mit."
Ich lief los und er eilte ein paar schnelle Schritte vor um neben mir herlaufen zu können.
"Und woher hast du eigentlich die Mütze?", fragte ich und sah geradeaus.
"Aus deinem Schrank.", antwortete er und sah ebenfalls geradeaus.
Ich zuckte zusammen und hätte ihm am liebsten irgendetwas vor seinem Schädel geworfen! Ich musste mich aber zusammen reißen, weil ziemlich viele Leute unterwegs waren. Und einen schlechten Eindruck hinterlassen wollte ich ja auch nicht.
Ich grummelte also nur etwas unverständliches vor mich hin und schaute nur grimmig nach vorn. Meine Mutter musste ihn ja auch reinlassen! Obwohl es ja eigentlich meine Schuld war... Egal! Irgendwann müsste der Typ ja so oder so gehen müssen.