Die Prophezeiung

Licht und Schatten

Schatten

Das laute Knallen der Tür riss mich aus meinen Träumen.
"Kakashi, was ist los?", fragte ich verschlafen und gähnte einmal.
"Tut mir leid Runa, ich wollte dich nicht wecken. Es ist schon in Ordnung", versuchte er mich vergeblich zu beruhigen. Ich versuchte ihm in die Augen zu sehen. Er wusste, wenn ich das tat wusste ich, dass er log. Aber mir war es auch klar, dadurch, dass er so versuchte es eben nicht zu tun.
"Wie spät ist es denn?", fragte ich verschlafen.
"Halb sieben", grummelte Kakashi und setzt sich an den Tisch und las einen Brief.
So lange war er weg geblieben? Es war eigentlich ungewöhnlich, dass er so lange weg blieb. Langsam stand ich auf und machte mich daran unser Frühstück zu machen. Ich war tief in Gedanken versunken und als ich daran dachte, dass ich ihn heute wieder sehen würde und ich musste grinsen. Aber, dass Kakashi so wütend war machte mich unsicher. Etwas musste passiert sein, doch ich wusste auch mittlerweile, dass er nicht mit mir darüber reden würde, es sei denn er hielt es für Sinnvoll. Aber das war es fast nie.

"Ich bin dann wieder weg", rief ich ihm zu. Ich war mir sicher, dass er es nicht wirklich mitbekam so vertieft war er immer noch in diesen Zettel. Nicht mal etwas gegessen hatte er. Irgendetwas war heute anders. Etwas bedrückte ihn. Gedankenverloren ging ich zu unserem kleinen See, auch wenn es eigentlich noch viel zu früh war.

Nach gefühlten 10 Stunden frustrierendem warten auf Sasuke, gab ich es auf. Er kam heute nicht mehr. Es war grade mal Nachmittag, deshalb beschloss ich meinen Frust abzutrainieren. Ich fing wie immer mit meinen Elementen an. Das hatte immer schon alle irritiert, ich beherrschte sie alle. Danach war Waffentraining angesagt.
Als es anfing zu dämmern, hatte ich mich einigermaßen abreagiert und ging zu Kakashi zurück.

Diesmal war er zu Hause. Auch der Zettel war verschwunden.
"Runa, so früh schon?", fragte er fröhlich.
Was war denn hier passiert?
Verwundert schaute ich Kakashi an und ein Blick in seine Augen verriet mir die Wahrheit.
Nichts war gut. Diese Fröhlichkeit war bloß gespielt.
"Ach, er war heute nicht da", ich tat so als wenn es mir nichts ausmachen würde und er fragte nicht weiter nach uns stellte das Essen vor mich hin.
Dankbar lächelte ich ihn an, doch er nahm es gar nicht so wahr. Er war wieder viel zu vertieft in seine Gedanken. Ich aß und beobachtete ihn dabei. Er schien immer nervöser zu werden, vielleicht wäre es besser wenn ich ihn noch einmal allein lassen würde?
"Kakashi?", fragte ich vorsichtig.
"Mmh?"
"Kann ich noch einmal in den Wald?", ich kannte seine Antwort sowieso. Er würde mich gehen lassen.
"Ja, kannst du. Aber sei nicht allzu spät zurück", sagte er noch immer tief in Gedanken versunken.
Ich stand auf und ging vorsichtig auf ihn zu. Er hatte mir den Rücken zugewendet und ich umarmte ihm von hinten. Er wurde anfangs leicht steif von dieser Berührung, drehte sich dann aber um und erwiderte sie.
"Egal was es ist, es wird wieder gut werden", flüsterte ich ihm zu und ging hinaus.

Draußen war es kalt. Ich dachte noch einmal darüber nach was ich grade getan hatte. Es war das erste Mal gewesen, dass ich ihn so berührt hatte. Auch wenn es mir schwer fiel, aber ohne ihn könnte ich und würde ich nicht mehr Leben. Er hatte mir das gegeben, was mir seit meinem Leben in Konoha alles genommen wurde.
Vertrauen. Geborgenheit. Mein Leben.
Er war wie ein Vater, Bruder und bester Freund zugleich, für mich geworden. Alles was ich seid meiner Flucht vermisst hatte und ich war ihm dankbar für alles.
Ich schlang meine Arme um mich weil es immer kälter wurde im Wald.

Irgendwann kam ich an einer Lichtung an auf der ich noch nie gewesen war. Der Mond stand hoch über der Lichtung, es war ein atemberaubender Augenblick, nur fehlte mir jemand an meiner Seite.
Sasuke.
Seufzend ging ich weiter auf die Lichtung zu und ließ mich mittendrin ins Gras fallen. Mir war komisch zu Mute, so als würde ich beobachtet werden. Das ging schon die ganzen letzten Tage so. Aber hier so alleine im Wald war es unheimlich.

"Runa?", ich zuckte zusammen. Warum unterdrückte er sein Chakra?
Ich erhob mich und schaute in diese beiden schwarzen Seen, in denen ich mich immer wieder verlieren konnte. Mir brannten so viel Fragen auf der Zunge, doch als ich seinen Blick sah blieben sie nur Gedanken in meinem Kopf. Er kam auf mich zu und nahm mich an die Hand und führte mich durch den Wald. Keiner sagte ein Wort und so geschah es, dass er mich ohne, dass einer etwas gesagt hatte zu unserem Trainingsort geführt hatte.
Erst dort blieb er stehen und nahm meine Zweite Hand. Sein Blick war zu intensiv um sich von ihm loszureißen. Dieser allzu präsente Schmerz sprach aus ihnen und ein neuer, aber heute Nacht war da noch etwas anderes, warmes. Fragend und auffordernd schaute ich zu ihm hoch. Ein warmes Lächeln glitt über seine so wohlgeformten Lippen, als er sich langsam runter beugte. Behutsam legte er seine Lippen auf meine. Erst vorsichtig, dann immer leidenschaftlicher. Ich drückte mich eng an seinen Körper und er zog mich zu sich hin.
"Sasuke, ich...", hauchte ich als wir uns lösten.
"Es tut mir Leid, ich muss gehen", unterbrach er mich flüsternd.

Mein Herz blieb stehen. Er löste sich ganz von mir und küsste mich auf die Stirn.
"Vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder, Runa", flüsterte er noch, bevor er sich umdrehte und ging. Ich starrte in die Richtung, in die er verschwunden war, und langsam verstand ich seine Worte.
Er hatte mich verlassen. Mich betrogen. Hintergangen. Allein gelassen.
Langsam fiel ich auf die Knie und schlug die Hände in die Erde.
Einfach weg. Er hatte mich geküsst und verschwand.
Benutzt.
Diesesmal tat ich nichts, um das in mir aufsteigende brennen aufzuhalten. Ich ließ den Schmerz gerne zu. Verzweifelte krümmte ich mich auf den Boden zusammen und weinte und schrie. Ja lieber sterben als noch einmal allein zu sein.
Die Lichtung war wieder hell erleuchtet und die Schatten der Nacht versuchten danach zu greifen, doch keiner war stark genug.
Ich schloss meine Augen und sah den ganzen Wald vor mir, hell erleuchtet. Nur ein Fleck nicht. Er lag in der Richtung in der er verschwunden war. Verschwunden für immer. Einfach weg.
Ein letzter lauter Schrei entglitt mir, bevor ich in die Dunkelheit willkommen hieß...
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Hey :)
Ich bin am überlegen das nächste Kapitel aus Kakshis Sicht zu schreiben, damit vllt der Hintergrund ein wenig klarer wird und auch das mit dem Zettel und seiner Laune aus diesem Kapitel.
Was meint ihr, ist das ok?

lg Runa-chan

PS:
Ihr würdet mir immer noch sehr helfen wenn auch mal andere ihr feedback hier lassen würde, dass wäre echt seeeeeeeeeeeeeeeeehr nett ;)