Die Prophezeiung

Licht und Schatten

Erwachen

Weg. Einfach weg.
Allein. Einfach allein gelassen.
Betrogen und Benutz. Er hat mich einfach betrogen und benutzt.
Zu anderen Gedanken war ich im Moment nicht fähig. Alles drehte sich um Sasuke, der mich verlassen hatte. Einfach verlassen.
Das brennen war wie vergessen. Es hatte so gut getan, es hatte sich richtig angefühlt, bis Kakashi gekommen war. Auch wenn er es nicht zugab ich hatte ihn verletzt, mit was auch immer. Ich war von Anfang an sein Grund für Sorgen gewesen. Zwei Tage war ich jetzt schon wach und hatte noch kein Wort geredet.
Ich sah es in Kakashis Augen. Die Zweifel, dass er Schuld war, dass er für meinen Zustand gesorgt hatte. Statt ihn zu beruhigen, strafte ich ihn mit eisernem Schweigen, weil er mir die Schmerzen genommen hatte.
Die Schmerzen und die Wärme zu gleich. Ein Teil von mir wollte endlich die Wahrheit wissen, ein anderer einfach sterben. Mit ihm war ein Teil von mir gegangen. Ein Teil, der mich am Leben gehalten hatte. Doch jetzt ohne ihn hatte mein Leben wieder keinen Sinn, für wenn sollte ich jetzt noch Leben?

Drei weiter Tage vergingen ohne, dass wir redeten. Und jeden Tag wurden Kakashis Gefühle erdruckender. Seit jenem Abend nahm ich seine Gefühle wahr. Aber auch so, meine Sinne hatten sich enorm gebessert. Auch wenn ich noch nicht trainieren gewesen war wusste ich, dass ich stärker war. Irgendwo war es beängstigend, vielleicht war es genau das, was mich hierher geführt hatte, wovor sie alle Angst gehabt hatten.
"Verdammt! So kann es nicht weiter gehen!", fluchte Kakashi, stand auf und nahm mein Gesicht in seine Hände. Ich musste ihm in die Augen sehen, so waren seine Gefühle noch viel intensiver.
"Was tut dir so sehr leid, Kakashi?", meine Stimme war leise und ohne jegliche Emotionen. Vielleicht war auch mein Blick so, ich hoffte es sehr. Für mich würde es keine Gefühle geben.
Nie mehr.
"Das ich dir nicht die Wahrheit gesagt habe", flüsterte er und wich meinem Blick jetzt aus.
Ich erwiderte nichts und warte gespannt auf seine Erklärung. Er stand auf und ging vor meinem Bett hin und her.
"Es tut mir so leid. Ich hätte es dir einfach sagen müssen! Aber ich hatte versprochen es nicht zu tun und du warst sichere so!", fing er verzweifelt an.
"Was Kakashi? Erzähl mir endlich die Wahrheit!", verlangte ich jetzt.
Er nahm sich einen Stuhl und setzte sich vor mein Bett. Er erzählte alles von Anfang an. Dass meine wirklichen Eltern Ren Hikaru und Akemi Kanjo waren, ich ein mächtiges Erbe zweier Clans in mir trug. Alles prasselte so auf mich ein. Und mir wurde vieles klarer. Das mit meinen Eltern war mir nicht neu, doch das ich ein Kekkei Genkai besaß, war mir völlig neu, erklärte aber Tsunades Angst. Er erklärte mir, dass alle Elemente eigentlich auf dem Licht beruhen würden und ich deshalb sie alle beherrschte. Meine wahre Herkunft erklärte einiges, doch nicht die Frage warum er gegangen war und was das in mir ausgelöst hatte.
"Aber das wäre alles nicht so tragisch und so passiert wenn es nicht die Prophezeiung geben würde", ich hatte gedacht er sei fertig. Hatte grade alles verarbeite und verstanden.
"Was für eine Prophezeiung?", fragte ich misstrauisch. Es war das erste Mal, dass ich ein Gefühl zuließ.
Schweigend stand er auf und holte diesen Brief heraus. Er gab ihn mir und ich las ihn mir durch. Er war von meinen Eltern. Meinen leiblichen Eltern.
"War Sasuke...", fing ich an.
Kakashi zuckte mit den Schultern.
"Es liegt sehr nah, dass er dieser Schatten ist."
Ich musste schlucken. Wenn man der Prophezeiung glauben schenken konnte, würde das heißen, dass Sasuke zurückkehren würde.
Zurück zu mir.
"Aber er ist weg. Weg für immer", flüsterte ich.
Plötzlich überkamen mich meine ganzen Gefühle wieder.
Wut. Trauer. Verzweiflung. Angst.
Ja, vor allem Angst. Angst vor der Zukunft und Angst vor mir. Ich hatte Kakashi schon verletzt und es war unklar wozu ich noch wirklich fähig war.
Ich fing an zu weinen und mich zusammen zu krümmern. Kakashi nahm mich in den Arm und fing an mich zu trösten. Er war der einzige, der mir geblieben war. Mein ein und alles. Das was mich zusammen hielt.

Ich wollte raus. Nur noch raus hier. Kakashi verstand mich auch ohne Worte und ging mit mir zusammen raus. Er hatte nichts mehr gesagt, er war einfach still bei mir geblieben und wachte über mich.
"Ich... ich möchte trainieren", sagt ich leise.
Er nickte.
"Ich habe aber zu erst etwas anderes vor. Kannst du versuchen, dass Karugan zu aktivieren?", fragte er mich zögernd.
Diesesmal war ich die, die nur nickte.
Ich konzentrierte mich. Wenn ich ihn richtig verstand floss Licht durch mich wie Blut durch meine Adern floss. Ich musste es nur finden.
Bald stieß ich auf etwas Warmes, Helles.
Das musst das Licht sein. Ich konzentrierte mich weiter auf diesen kleinen Fleck in mir.
"Runa?"
Er riss mich aus meiner Konzentration und ich blickte ihm verständnislos in die Augen. Als er meine Augen erblickte erstarrte er leicht.
"Gut gemacht", lobte er mich. Also hatte ich es geschafft.
Ich schaute mir meine Umwelt an. Irgendwie sah sie anders aus. Viel heller und ich nahm jedes noch so kleinste Detail auf. Alles wirkte miteinander Verbunden und ich konnte Kakashi spüren obwohl er einige Meter vor mir stand.
"Wow", entfuhr es mir entzückt.
Meine Sinne waren wirklich um einiges besser geworden.
"Dann lass uns mal anfangen", sagte Kakashi und fing an, mir sämtliche verschiedene Jutsus zu erklären, die mit meinem Karugan zusammenhingen. Aufmerksam hörte ich zu und wir begannen mit dem Training.

"Wir sollten rein gehen", sagte er nachdem wir fertig waren. Es lief alles relativ gut. Da er selbst es nur erklären konnte, war er unsicher gewesen, doch es hatte geklappt. Vor allem war es schön nicht alle Eindrücke von der Natur um mich herum war zu nehmen. Er hatte mir gezeigt wie ich hes blockieren konnte, es war nützlich.
"Dürfte ich...", fing ich schüchtern an.
"Ja, geh", er nickte mir zu und ich ging tiefer in den Wald zu dem See. Unserem See.

So viele Eindrücke prasselten wieder auf mich ein, als ich die Blockade löste. Es war berauschend und verhinderte, dass ich zu sehr darüber nachdachte, was hier geschehen war.
Aber ich fasste einen Entschluss: Es war Zeit für mich aufzuwachen. Ich musste wieder von vorne Beginnen, denn jetzt ging es nicht mehr nur um mich und meine duseligen Gefühle, sondern um mehr. Viel mehr.
Aber das Erwachen würde für mich einige Änderung mit sich bringen.
Kälte. Einsamkeit. Keine Gefühle.
Etwas zufriedener mit mir und mit meinem Entschluss trat ich den Heimweg an.
Ganz allein war ich ja nicht, Kakashi war bei mir und würde mir immer helfen, dass hatte er mir versprochen. Ich setzte wieder die Blockade ein und verschwand zwischen den Bäumen. Hinter mir knackte ein Ast und die Blätter raschelten bei dem aufkommendem Wind.
Es war Zeit wiedermal von vor zu beginnen.

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Das nächste Kapitel wird ein Zeitsprung, ich hoffe das stört euch nicht zu sehr, das was in der Zeit passieren wird ist nämlich nichts wirklich wichtiges. Eben neuer Aufbau und so aber das werde ich noch dann im nächsten Kapitel kurz anschneiden ;)

lg Runa-chan