Die Prophezeiung
Glücklich
In mir zog sich alles zusammen. Es waren seine Augen, aber vor mir stand ein anderer.
"Wer bist du?", fragte ich kalt.
Er lächelte, sein Lächeln war so kalt wie Eis, aber ich spürte seine Gefühle genau. Sie spiegelten etwas völlig anders wieder.
"Tzz… Das weist du nicht?", sagte er.
Seine Stimme war ebenso kalt, wie sein Lächeln. Überhaupt strahlte er eine unheimliche Kälte aus, aber das war bloß reine Fassade, wie ich merkte, als ich meine Augen schloss und mich auf seine Gefühle konzentrierte. Da war eher eine Unsicherheit.
"Nein, nicht das ich wüsste, das ich dich kennen sollte", ich konnte bei seinem Spiel mithalten, ich hatte auch den Vorteil seine Gefühle zu kennen. Meine unbewegte Mine verwirrte ihn sehr.
Jetzt lachte er, es klang diesesmal aber nicht so kalt, es klang ein wenig ehrlich.
"Itachi", sagte er nur.
Der Name kam mir bekannt vor, aber ich wollte die Gedanken daran verdrängen.
"Vielleicht kennst du ja meinen kleinen Bruder", fügte er hinzu.
Es war wie ein Messer, das er mir ins Herz rammte, mitten in das tiefe Loch, welches er hinterlassen hatte. Ich unterdrückte einen Schrei und versuchte meine Gedanken für mich zu behalten und mir nichts anmerken zu lassen.
"Du kennst ihn oder?", setzte er weiter nach.
Eine Träne rollte mir über die Wange, wie lange hatte ich nicht mehr geweint? Es war so als würde eine Mauer tief in mir Fallen. Und da war wieder dieses Verlangen nach Vertrauen und Geborgenheit, was ich bei ihm gespürt hatte. Warum löste sein Bruder die selben Gefühle wie Sasuke wieder in mir aus? Warum grade er? Langsam kam er auf mich zu. Er musste sich sehr beherrschen nicht zu schnell zu gehen, da er mich berühren wollte. Ich spürte dieses Verlangen in ihm. Es war groß und ähnlich wie meins.
War er Vielleicht der wirkliche Schatten?
Itachi hielt eine Armspanne vor mir inne und schaute mir forschend in die Augen.
"Er hat dich verletzt, oder?", flüsterte er mir zu und kam noch einen Schritt auf mich zu.
Das war einfach zu viel auf einmal für mich. Ich wollte schreien, einfach nur schreien. Schreien vor Schmerz und Verzweiflung. Aber bevor ich auch nur einen Laut von mir geben konnte, versiegelte er meine Lippen mit einem Kuss.
Es war komisch, es löste keine Schmerzen in mir aus, nur Verlangen. Ich wollte ihm Vertrauen, seinem Bruder. Ich riss die Augen auf.
Was tat ich da? Ich küsste den Bruder von dem, der mich verletzt hatte. Er war glücklich, ich spürte es. Fühlte es sich so falsch an?
Nein
"Ich möchte dich gern wieder sehen um dir das alles zu erklären, Runa. Morgen Abend hier, ich warte auf dich", flüsterte er mir zu bevor er einfach so verschwand. Zu sehr erinnerte mich diese Szene an seinen Bruder und die Tränen flossen wieder.
Ich blieb noch etwas auf der Lichtung und schaute auf den See hinaus.
Warum hatte ich Itachi mich küssen lassen?
Warum?!
Was wenn er wirklich der Schatten war?
Hatten Kakashi und ich mich so getäuscht?
Die Gefühle brodelten nur so wieder in mir. Sein Kuss hatte alles in mir brechen lassen, hatte mir gezeigt was es heißt etwas zu fühlen.
War ich Dankbar dafür?
Ja.
Ich hatte es so sehr vermisst etwas wirklich zu fühlen. Und wenn ich an seine zärtlichen Kuss dachte wurde mir warm.
Was war das bloß?
Bei ihm war die Anziehungskraft fast noch stärker als bei Sasuke.
Ich erlaubte mir endlich wieder seinen Namen zu denken. Es tat mir nicht mehr weh, er hatte mich verlassen, mich zu dem gemacht was ich war.
Aber hassen konnte ich ihn nicht, dass wusste ich genau. Da war etwas anderes.
"Schon wieder da, Runa?", begrüßte Kakashi mich lächelnd.
Ich lächelte zurück.
"Schlimm?", grinste ich ihn an.
Er war völlig verwirrt und hätte er nicht die Maske wurde wahrscheinlich sein Mund offen stehen.
Seine Gefühle schwanken zwischen Erstauntheit, Zweifel und Glück.
Ich fing an zu lachen, tat das mal wieder gut. Völlig verdattert stimmte er freudig mit ein.
"Wie kommt es denn wieder dazu?", er versuchte ganz beiläufig zu klingen, aber in seinen Augen sah ich, dass es ihm wichtig war.
"Ich habe einfach beschlossen die Vergangenheit ruhen zu lassen und wirklich von vorn anzufangen", erklärte ich ihm.
Ja, ich würde meine Vergangenheit Ruhen lassen. Es gab jetzt etwas, was mir half. Auch wenn es nur ein Strohalm war, an dem ich mich klammerte, würde ich es wagen. Mehr als noch ein weiteres Mal schief gehen konnte es nicht. Dazu war ich aber auch bereit, es zu riskieren.
Ich war mir sicher, dass Itachi mir helfen würde.
Aber Kakashi durfte nichts davon erfahren, er würde es nicht dulden, dass ich mich mit einem Nuke-Nin traf.
Nicht mehr lange und es war schon dunkel. Zufrieden mit mir und der Welt endlich mal wieder seid langem schlief ich wieder ein.
Endlich, war ich wieder Glücklich!