Die Prophezeiung

Licht und Schatten

Treffen

Am nächsten Tag nahm ich meine erste Mission an. Sie war recht simpel und somit schnell erledigt. Ich sollte erst einmal auf die Probe gestellt werden, bevor ich auch schwierigere Aufträge bekommen sollte. Mir war es recht, so hatte ich mehr Zeit für mich und meine Gedanken.
Heute war dieses Gefühl beobachtet zu werden weg.
Hatte Itachi mich vielleicht die ganze Zeit beobachtet?
Aber warum, war es dann nicht besser geworden?
In Gedanken vertieft, ließ ich mich auf einen Baumstumpf nieder und ging die letzten paar Wochen gedanklich durch.
Immer hatte ich dieses Gefühl gehabt, dass da jemand war, der mich beschützten würde. War es wirklich er gewesen?
Auf der einen Seite passte so alles zusammen. Aber passte das zu Itachi?
Nein!
Alles was ich über ihn erfahren hatte sollte eigentlich genau das Gegenteil in mir auslösen. Nicht dieses Gefühl ihm Vertrauen zu wollen, in seiner Nähe sein wollen. Er hatte seinen ganzen Clan ausgelöscht, außer Sasuke. Warum hatte ich bloß keine Angst vor ihm, wie jeder normale Mensch es hätte!?
Auch der Kuss war seltsam gewesen. Er war zwar nur kurz gewesen, aber da war etwas gewesen, etwas in ihm. Er war nicht der, für den ich ihn hielt. Hinter ihm steckte mehr und das machte mich neugierig.
Sehr neugierig.
Und manchmal war die Neugier stärker als die Vernunft.

Mir war klar, wenn ich wirklich zu diesem Treffen gehen würde und uns jemand sah, es alles von vorne beginnen konnte, nur dass Kakashi mir dann auch nicht mehr helfen könnte. Der Gedanke wieder alleine dazu stehen, machte mir Angst. Ohne Kakashi wäre ich verloren.
Aber ich musste Itachi wieder sehen, da war etwas.
Es musste sein. Es war wie ein inneres Verlangen ihn wieder sehen zu müssen.
War er wirklich der Schatten?
Aber was war dann das mit Sasuke gewesen?
War das hier wirklich stärker?
Ich war mir unsicher, bei beiden spürte ich einen Zog, der mich zu ihnen zog.
Vielleicht war es bei ihnen auch so?
War Sasuke vielleicht deswegen gegangen?

An diesem Abend ging Kakashi aus dem Haus. Er sagte, er wolle das Dorf mal ein wenig erkunden. Ich war ihm nicht undankbar für dies Idee. So hatte ich genug Zeit mit Itachi. Schon der Gedanken an ihn ließ mich erschaudern. Es war so herrlich wieder lächeln zu können, doch war es mir selbst unheimlich. Es ging zu schnell, viel zu schnell. Aber sobald er da war, fiel alles bei mir, diese paar Minuten in denen ich ihn wirklich wahrgenommen hatte, waren komisch gewesen. So Vertraut, so anders.

"Da bis du ja, Runa", sagte er freundlich und lächelte leicht. Ich blieb stehen und musterte ihn. Sein Bild nach außen hin stimmte fasst mit seinen Gefühlen über ein.
"Verwundert, dass ich auch anders sein kann?", fragte er mich belustigt. Ich nickte nur und ließ mich in einem gewissen Abstand zu ihm nieder. Er zog eine Augenbraue hoch und setzt sich neben mich.
"Also?", fragte ich vorsichtig, als mir das Schweigen langsam unangenehm würde. Vielleicht war das gelogen, ich wollte einfach nur seine wunderbare Stimme hören, sie schien mich zu beruhigen.
Er lachte kurz und drehte mir sein Gesicht zu. Ich drehte mich ebenfalls um und lies zu, dass mich seine Augen fesselten.
"Hast du es nie gemerkt? Ich war immer bei dir, außer in dieser einen Nacht. Immer habe ich auf dich und ihn acht gegeben, seid du hier bist. Nie ist ein Tag vergangen, an dem ich nicht da war, um dich nur zu sehen", fing er leise an.
Was sollte, dass hier werden? Ein Liebesgeständnis?
"Doch, ich hatte immer, dass Gefühl beobachtet zu werden", antwortet ich ihm leise.
Ein Lächeln stahl sich auf seine wunderbaren Lippen.
"Siehst du. Ich weiß es einfach nicht. Als du in meine Nähe kamst, hatte ich es gespürt. Ich wollte dich sehen, deine Stimme hören… dich berühren", immer leiser wurde seine Stimme und sein Blick schien immer weiter sich zu entfernen.
"Doch solange er hier war ging es nicht, ich konnte einfach nicht näher an dich heran. So sehr ich auch bei dir sein wollte, so weh tat es mir auch. Deine Nähe war wunderbar uns schrecklich zugleich", gestand er mir.

"Und wenn er es gar nicht war? Sondern ich selbst?", flüsterte ich.
Warum auch immer wir flüsterten. Ich hatte selbst das Gefühl, dass unsere Worte eigentlich nie hätten ausgesprochen werden dürfen. Durch meine Stimme wurde sein Blick plötzlich wieder intensiver und er war wieder hier mit den Gedanken.
"Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich seid jener Nacht, als er dich verlassen hat, es einfacher ist für mich bei dir zu sein. "
Immer mehr beschlich mich das Gefühl, dass Itachi der Gesuchte war, nicht sein Bruder. Aber was war es dann mit Sasuke gewesen? Warum hatte sein Verlassen so einen großen Schaden ausgelöst?
"Aber was ist es, was du willst? Warum erzählst du es mir alles? Warum…", ich schluckte um die Worte wirklich auszusprechen zu können, "warum hast du mich gestern geküsst, Itachi?"
Sein Blick wurde warm und mit ihm mein Herz. Aus seinem Blick sprachen Gefühle, die ich dem Uchiha nicht zugetraut hätte.
Dieser Blick reichte mir als Antwort. Es brauchte keine Worte um das zu beschreiben, was er fühlte.
"Spürst du es auch, Runa?", fragte er mich fordernd.
Was sollte ich ihm Antworten?
Das er wahrscheinlich mein Gegenstück war?
Dass unsere Schicksale zusammenhingen?
Dass auch ich mich zu ihm hingezogen fühlte?
Aber war das hier wirklich schon mehr?
Ich wusste es nicht.
"Ich… ich weiß es nicht. Da ist dieser Drang in deiner Nähe sein zu wollen, dich hören zu wollen… dich… dich zu spüren", fing ich langsam an.
Er grinst zufrieden.
"Das reicht mir für den Anfang", sagte er leise und küsste mich auf die Stirn und war schon verschwunden.
"Morgen um die selbe Zeit?", hörte ich seine Stimme noch leise flüstern.
"Ja", hauchte ich.
Was war das bloß zwischen ihm und mir?!