Die Prophezeiung
Gefühle
Meine Gefühle und Gedanken spielten immer noch verrückt, als ich im Haus ankam. Sich so zu verstellen, dass Kakashi nichts mitbekommen würde, war so gut wie hoffnungslos, aber er durfte einfach nicht den Grund erfahren. Er würde mich nicht zu ihm lassen, doch… so schwer es mir auch fiel, ich brauchte den ältern Uchiha.
Er war es der mich dazu bracht zu lächeln, zu hoffen. Ich hatte fast vergessen wie das geht. Hatte mich schon wohl gefühlt so wie es war. Nur ist es schwer loszulassen von dieser Unbeschwertheit, wenn, man einmal davon gekostet hatte.
Könnte er aufbauen, was sein Bruder zerstört hatte?
Die Tage vergingen immer langsamer, nur die Abende vergingen viel zu schnell. Itachi akzeptierte meine Grenzen und ging auch nur so weit. Er zwang mich zu nichts, er war einfach nur froh bei mir sein zu können. Mir erging es ähnlich, nur hatte ich Angst.
Angst vor dem allein gelassen werden. Ein Teil von mir wollte sich endlich richtig auf ihn einlassen, aber der Andere sträubte sich dagegen. Und er wartete einfach nur.
Wieder einmal, wie fast die letzten zwei Wochen, saßen er und ich an dem See. Die Abende mit ihm waren ein muss geworden, und ich konnte mir endlich eingestehen, mich in den noch schweigsameren Uchiha verliebt zu haben. Dieses Prophezeiungsgedöns hatte ich bei Trost beiseite geschoben. Selbst wenn er nicht der Schatten war, woran nur noch ein kleiner Teil in mir glaubte, wollte ich ihn. Sasuke hatte mich verletzt und der Gedanke an ihn war zwar weniger schmerzhaft geworden, doch er hatte einen bleibenden Schaden bei mir hinterlassen, woran Itachi jetzt leiden musste.
"Es tut mir leid", flüsterte ich plötzlich und schaute auf das Gras unter uns. Er legte mir einen Arm um und wartete meine Reaktion ab. Ich war unsicher, was würde passieren, wenn ich mich an ihn anlehnen würde, würde er weitergehen?
Mein Verlangen war größer, als die Vernunft und meine Ängste.
"Solange du zu mir kommst, braucht dir nichts leid zu tun", flüsterte er und fing an mir über den Arm zu streichen.
Seine Berührung sorgte bei mir für Gänsehaut und ein behagliches Gefühl.
Er war es den ich wollte und keinen anderen.
"Küss mich", hörte ich mich selbst plötzlich flüstern.
Ernst schaute er mir in die Augen und sein Blick wurde immer fragender. Ich schloss einfach meine Augen, er würde schon verstehen.
Als sich diesesmal seine Lippen auf meine legten, war es anders.
Anders als beim letzten Mal.
Anders als bei Sasuke.
Warum musst mir ausgerechnet jetzt dieser Abend in den Sinn kommen?!
Ich sollte jetzt an nichts und niemand anderen denken, deshalb konzentrierte ich mich ganz auf seine weichen Lippen, die behutsam auf meinen lagen. Das Gefühl war atemberaubend, aber so sehr ich es auch wollte, es war nicht vollkommen.
Der Kuss hielt so lange bis ich nachgeben musste um Luft zu holen.
Er grinste mich nur frech an.
"Was ist?", ich streckte ihm die Zunge raus.
"Nichts, nichts", sagte er und ließ sich nach hinten ins Gras fallen.
"Das glaube ich dir nicht", flüsterte ich und beugte mich über sein Gesicht.
Wieder breitet sich dieses Lächeln auf seinen Lippen aus. Er war schnell.
Ich hatte keine Zeit zu reagieren, da hatte er mir schon eine Hand in den Nacken gelegt und zog mich zu sich runter.
"Ich bin einfach glücklich", flüsterte er nach einem weiterem kurzen Kuss.
"Runa?", rief Kakashis Stimme durch den Wald.
Seid wann suchte er nach mir? Hatte er was mitbekommen?
Ich befürchtete schon das Allerschlimmste.
Ich drehte mich wieder zu Itachi, doch da lag keiner mehr.
Es lag nur noch ein Zettel.
Ich liebe dich
Mehr stand da nicht, mehr musst da nicht stehen um mich lächeln zu lassen.
Behutsam nahm ich den Zettel in die Hand und ging Kakashi entgegen.
"Was ist los?", fragte ich ihn und bemühte mich möglichst locker zu klingen.
"Nichts Wichtiges. Ich wollte nur mit dir heute Abend wieder ins Dorf, es findet dort ein Fest statt", sagte er und grinse.
"Gern", sagte ich und harkte mich bei ihm unter.
Bevor wir runter ins Dorf gingen, schauten wir noch einmal bei uns in der Hütte vorbei. Ein seliges Grinsen hatte sich auf mein Gesicht geschlichen. Kakashi schien das zu gefallen und hätte er nicht die Maske würde er wahrscheinlich auch vor sich hin grinsen.
"Jetzt machst du hübsch die Augen zu", sagte er verschwörerisch.
Er freute sich wie ein kleines Kind und machte mich damit tierisch neugierig.
"Was soll das werden?", fragte ich misstrauisch.
"TADA!", machte er und hielt mir ein schwarzes Kleid vor die Nase.
Es war wunderschön.
Es war in einer A-Form geschnitten mit breiten Trägern und es ging mir etwa bis zu den Knien.
"Da ...Danke", stotterte ich verlegen.
"Komm, geh es anziehen", er schob mich weiter rein und drehte sich um.
Ich hatte keine Angst, dass er schauen würde. Er wusste was sich gehörte.
Nachdem ich mich zum tausendem Mal im Spiegel begutachtet hatte und auch Kakashi sich etwas schick gemacht hatte, machten wir uns auf den Weg.
Ja, heute war wirklich ein guter Tag.
Nahezu perfekt war der Tag bisher gewesen und vielleicht würde er ja noch perfekt werden?
Wer wusste schon was uns unten im Dorf erwarten würde?
Endlich, endlich fühlte ich mich wieder frei und war froh wieder etwas zu fühlen für jemanden.