Die Prophezeiung

Licht und Schatten

Bei Akatsuki

Er führte mich in einen weitern großen Raum. Dort standen sieben Leute, alles Männer. In der Mitte von ihnen stand wieder ihr Anführer, Pain, wenn ich mich recht erinnerte. Ich schaute mir meine neuen Mitbewohner alle einmal an. Sasori, Deidara und Hidan hatte ich ja schon kennen gelernt, wobei letzterer mich mit einem lüsternen Grinsen musterte, als mein Blick bei ihm ankam. Direkt neben ihm stand ein großer Mann mir giftgrünen Augen. Viel erkannt man von seinem Gesicht, das mir Narben übersäht war, nicht, aber er schien auch nicht sehr reizend zu sein, von ihm würde ich mich wohl fernhalten. Ein Grinsen musste ich mir verkneifen, als ich diesen Fischmensch sah. Er sah wirklich aus wie halb Mensch und halb Fisch. Es wurde noch schwieriger nicht zu lachen, als ich die Pflanzen erblickte. Das sollten alle Schwerstverbrecher sein?
"TOOBI IS A GOOD BOY!", eine achte Person kam schreiend in den Raum gerannt und rempelte mich an.
Er landete auf seinem Hinterteil und ich schaute perplex nach unten.
Was war das!? Sein ganzes Gesicht wurde von einer orangen Maske verdeckt.
"Tobi!", sagte Pain gefährlich leise und der Gerufenen rappelte sich auf und rannte schnell zu ihm.
"Es tut Tobi leid, Leader-sama!", entschuldigte er sich unterwürfig und ließ den Kopf hängen.
"Stell dich einfach hin und halt den Mund!", knurrte Pain.
Sofort tat er was ihm befohlen wurde.
"Da wir jetzt vollzählig sind", sein Blick wanderte zu Tobi, der den Kopf wieder hängen ließ," möchte ich gerne, dass wir klären in welches Team sie kommen soll."
"Bei uns wäre sie gut aufgehoben", kam es prompt von dem weißhaarigen Hidan.
Unsicher schaute ich hoch zu Itachi. Er konnte doch nicht zu lassen, dass ich ausgerechnet zu dem kommen sollte.
Pain schien schon zu überlegen.
"Sie kommt zu mir", sagte Itachi schlicht aber bestimmt.
"Nein, die würde dich nur ablenken", warf Pain ein.
Wütend knirschte Itachi mit den Zähnen und ich wurde immer bleicher, während Hidans Grinsen immer dreckiger wurde.
"Ich werde es mir noch einmal überlegen. Abtreten!", befahl er.
"Wir sehen uns noch, Süße", flüsterte Hidan und ging an mir vorbei.
Mir lief es kalt den Rücken runter.
"Ach, Itachi", Pain drehte sich noch einmal um und schaute ihn teilnahmslos an.
"Komm doch noch einmal bitte mit."

Nun stand ich hier alleine rum mit Itachis versprechen in den Ohren, bald wieder da zu sein. Wie sollte ich mich denn hier zu Recht finden!?
"Na brauchst du Hilfe?", säuselte Hidans unangenehme Stimme mir ins Ohr. Ich zuckte zusammen und drehte mich um.
Seine lila farbenden Augen schauten wieder so lüstern zu mir runter, dass es mir kalt den Rücken runter lief.
Wie schnell konnte ich wohl von ihm fortkommen?
"Nein, danke. Ich schaff, dass auch alleine", sagte ich bestimmt und stolzierte in Richtung Ausgang.
"Man sieht sich, Kleine", seine Hand streifte meinen Hintern und verschwunden war er.
Empört blieb ich stehen.
Neben mir räusperte sich jemand und ich sprang zur Seite.
Warum mussten sie mich auch alle so erschrecken?!
"Ähm... Runa, un?", es war der blonde junge Mann, der vorhin bei Itachi und mir reingeplatzt war.
"Was ist?", ich war etwas verwirrt und hinzu kam meine Gereiztheit von Hidan.
"Ich… ich wollte mich bloß bei dir entschuldigen, un", murmelte er verlegen.
"Ach ist schon ok. Woher solltest du das auch wissen? Aber... Deidara?", jetzt wurde ich etwas verlegen. Fragend schaute er mich an.
"Ähm... könntest du mir… vielleicht den Weg zu Itachis Zimmer zeigen?"
Jetzt lachte er.
"Klar, komm mit, un."

Ich hatte mir versucht den Weg so gut es ging einzuprägen, würde sich ja beim nächsten Mal zweigen ob es geklappt hatte. Ich saß auf dem Bett in dem Zimmer und mir wurde langsam langweilig. Ich hatte schon längst alles in dem Zimmer erkundigt und als ich im Bad auf den Spiegel gestoßen war, wurde mir klar warum sie alle mich so angestarrt hatten. Ich hatte immer noch Kakashis Kleid an. Ich hatte daran gar nicht mehr gedacht. Und auch erst jetzt fiel mir auf, dass ich nicht dabei hatte. Aber damit musste ich wohl auskommen müssen, leider. Wieder kamen mir Deidaras Worte in den Sinn...

Halt dich lieber von Hidan fern.

Das hätte er mir nicht noch extra sagen müssen. Aber dadurch hatte er nur meinen Verdacht bestätigt, dass Hidan nichts Gutes im Kopf hatte.
Auf einmal flog die Tür auf und Itachi stampfte ins Zimmer.
Was war bloß heute mit ihm los?
"Was wollte Pain noch?", fragte ich bemüht locker zu klingen.
"Mich weg schicken!", schnaubte er wütend.
Itachi weg schicken?!
"Er will, dass ich mit Kisame auf eine Mission gehe und das sofort!", ein wenig wurde er lauter.
"Aber er kann mich mal. Ich werde dich hier nicht allein lassen!", er klang bestimmt.
Innerlich seufzte ich.
Warum sollte es jetzt auch besser werden?
"Du wirst gehen", sagte ich bestimmt und schaute ihm in die Augen.
Etwas erstaunt schaute er zurück und setzt sich schließlich neben mich.
"Aber ich kann dich doch hier nicht alleine lassen, bei... bei", er nahm meine Hand und fing an sie unruhig zu kneten.
Er machte sich solche große Sorgen um mich.
"Ich komm hier schon allein zurecht. Versprochen und wehe du kommst zurück ohne die Mission erfolgreich beendet hast", sagte ich und zog ihn zu mir.
Leidenschaftlich küsste er mich.
"Ok... dann werde ich mich wohl fertig machen müssen um dich nicht zu enttäuschen, oder?", fragte er lächelnd.
Es war zwar unfair mein Licht dafür zu gebrauchen ihm seine Sorgen zu nehmen, aber sonst würde er nicht gehen. Ich hatte sehr wohl Angst alleine hier zu sein, insbesondere nach der Aktion von Hidan.
Er packte sein Sachen und blieb vor der Tür stehen.
"Danke", sagte er und verschwand in den Gang hinein. Abschiede waren wohl nichts für ihn. Vielleicht auch besser so.

"Runa, un?", vorsichtig klopfte es an der Tür. Ich hatte den restlichen Tag einfach nur auf seinem Bett gelegen und nachgedacht, wie es jetzt wohl weiter gehen könnte.
"Ja Deidara?"
Er machte die Tür auf und schob seinen Kopf ins Zimmer.
"Ähm... ich wollte dich fragen, ob du vielleicht Hunger hast, un?", fragte er etwas verlegen.
Mein Magen antwortete für mich.
"Ich denke schon", antwortete ich lachend.
Er lächelte und öffnete die Tür ganz.
"Wenn du Lust hast zeig ich dir danach das ganze Hauptquartier, un", setzte er hinzu.
Ich stand von Bett auf und lächelte ihn dankbar an.
"Ja, das wäre gut, Itachi hatte dafür bisher keine Zeit gehabt. Danke Deidara."
Er grinste und drehte sich um.
Vielleicht waren ja nicht alle hier schlecht. Vielleicht würde ich hier auch Freunde finden und endlich ein normales Leben führen können?
So normal ein Leben als einzige Frau unter Verbrechern sein konnte.